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E&W 3/2017: Pubertät – Wer bin ich?

In der Pubertät nimmt die Leistungsfähigkeit Jugendlicher nicht ab, sondern zu. Experten fordern, ihre Lern- und Lebensbedürfnisse zu respektieren und Unterricht identitätsstiftender und gegenwartsnäher zu gestalten.

06.03.2017

Der Bielefelder Erziehungswissenschaftler Eiko Jürgens fordert neue schulische Rahmenbedingungen für Pubertierende: Ihre erweiterte Denk- und Reflexionsfähigkeit wollten junge Menschen "in echten Erfahrungsräumen nutzen". Nach Ansicht des Psychologen Claus Koch ist eine authentische Beziehung zwischen SchülerInnen und Lehrkräften in der Pubertät besonders wichtig. Schule setze dagegen oft auf reine Wissensvermittlung. "Jugendliche brauchen in der Pubertätsphase eine Aufgabe außerhalb der Schule, an der sie sich ohne Lehrerhilfe messen können", fordert der Sekundarstufenleiter der Bielefelder Laborschule, Ulrich Hartmann.  Bundesweit gibt es dazu einige Projekte.  

Digitale Medien dienen dabei nicht nur dazu, Antworten auf Lebensfragen zu finden und mit Gleichaltrigen adäquat zu kommunizieren. Häufig seien sie auch Mittel und Weg, sich gegenüber Erwachsenen, egal ob Eltern oder Lehrkräften, abzugrenzen, sagt der Medienpädagoge Stefan Aufenanger.

Für das Abitur 2017 bedienen sich unterdessen alle Bundesländer aus dem Fundus des neuen bundesweiten Aufgabenpools. Der GEW-Bundesfachgruppenausschuss Gymnasien spricht sich jedoch gegen ein einheitliches Zentralabitur aus. 

Trotz der Lockerung des Kooperationsverbotes enthalten die am 16. Februar vorgelegten 14 Grundgesetzänderungen, mit denen die Finanzbeziehungen von Bund und Ländern neu geregelt werden sollen, nicht nur weitere Schritte in die richtige Richtung. "Es gibt auch Kröten, die geschluckt werden sollen", kritisiert die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Mit ihrer Studie zur Bildungsfinanzierung und der Initiative "Bildung. Weiter denken" macht sich die GEW für mehr Geld für Bildung stark. Der Wirtschaftsjournalist Markus Sievers stellt die Kernthesen der Untersuchung des Politologen Tobias Kaphegyi vor.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März widmet sich die Märzausgabe der "E&W" auch dem Thema Arbeitszeit. In der Debatte um geschlechtergerechte Arbeitszeiten plädiert die Genderforscherin und Ökonomin Christina Klenner für eine lebensphasenorientierte Erwerbstätigkeit. Die Frauen in der GEW fordern eine kurze Vollzeit für alle. "30 bis 32 Stunden pro Woche sollten ausreichen, um den Lebensunterhalt zu sichern", sagt GEW-Vorstandsmitglied Frauke Gützkow. An neuen Ideen, wie Erwerbsarbeit und unbezahlte Hausarbeit gerechter zu verteilen wären, mangelt es nicht. In der neuen "E&W" stellt Heide Oestreich einige vor.

Auch an den Hochschulen wird das Thema Zeit diskutiert – dort indes mit Blick auf Befristungen. Im Jahr 2000 waren 82.400 wissenschaftliche Nachwuchskräfte hauptberuflich an Hochschulen beschäftigt, 2014 fast 145.000 – ein Zuwachs von 76 Prozent. Fast alle von ihnen haben Zeitverträge

Unterdessen droht in den Flüchtlingslagern im Nordirak eine verlorene Generation heranzuwachsen: Rund 300.000 Flüchtlingskinder dort gehen nicht zur Schule. Terre des hommes bietet unter anderem Schulunterricht und Sprachkurse an.

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