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DDS - Die Deutsche Schule: 4/2023

Schulstruktur – Entwicklungen und ungelöste Probleme

Die DDS – Die Deutsche Schule, die wissenschaftliche Zeitschrift der GEW, plädiert in der Ausgabe 4/2023 dafür, sich nicht nur auf Schulentwicklung zu fokussieren und Schulstrukturfragen nicht zu vergessen.

Schulstrukturelle Fragen stehen nicht mehr im Fokus der Bildungspolitik. (Foto: Dominik Buschardt)

In den 2010er-Jahren haben zahlreiche Bundesländer ihre Schulstrukturen pragmatisch reformiert und implizit oder auch ganz explizit auf diesem Feld einen Schulfrieden geschlossen, mit dem weitergehenden schulstrukturellen Veränderungen (vorerst) eine Absage erteilt wird. Obwohl die strukturelle Verfasstheit des deutschen Schulsystems nach wie vor eine Reihe grundlegender bildungspolitischer Probleme aufwirft, steht sie in der Folge kaum mehr im Fokus der Diskussion.

Vor diesem Hintergrund rekapituliert Heft 4/2023 einerseits die sozialen und politischen Gegebenheiten, unter denen hierzulande entgegen dem europäischen Trend zur Etablierung „gesamtschulartiger“ Schulsysteme an einer vertikal differenzierten Sekundarstufe I festgehalten wurde. Andererseits werden ausgewählte schulorganisatorische Folgeerscheinungen und -probleme in den Blick genommen, die heute mehr oder weniger ausgeprägt in allen Bundesländern zu beobachten sind.

Schwerpunktthema

  • Katharina Sass: Bündnis der Gesamtschulgegner*innen? Die Rolle der CDU in der Bildungspolitik von NRW in den 1950er bis 1970er Jahren
  • Benjamin Edelstein: Von der Schulform zur schulischen Organisationsform: Zur Diffusion eines neuen Paradigmas der Schulstrukturentwicklung

Diskussion zum Schwerpunktthema

  • Marcel Helbig: Die Kluft zwischen Gymnasien und nicht gymnasialen Schulformen: Warum wir eine neue Schulstrukturdebatte brauchen
  • Albrecht Wacker & Katja Scharenberg: Ein Plädoyer für die stärkere Berücksichtigung institutioneller Unterschiede zwischen den Schularten in der empirischen Bildungsforschung

Weitere Beiträge

  • Ricarda K. Rübben, Raphaela Porsch, Melanie Baumgarten & Robert W. Jahn: Distanz- und Wechselunterricht als Katalysator für schulischen Dropout? Erfahrungen und Wahrnehmungen von Schulleitungen zur Entwicklung und Bearbeitung von Dropout
  • Caroline Kamm, Thomas Duveneck, Anne Hoffmeister & Ulrike Becker: „Stark trotz Corona“: Aufwendig, aber erfolgreich! - Erfahrungen aus Berlin zum Bund-Länder-Programm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“
  • Klaudia Schulte, Markus Lücken, Maike Warmt & Johannes Hartig: Die Neuauflage des Sozialindex für Hamburger Schulen auf amtlicher Basis: Gründe, Verfahren und Zusammenhänge

Weitere Berichte

  • Petra Strähle, Michael Wrase, Jakob Geweke & Annika Pohlmann: Entwicklung und Ziele des Formats „Expert:innenforum Startchancen“
  • Saskia Koltermann & Florian Kretzschmar: Pädagogische Architektur als Impulsgeber für Schulentwicklungsprozesse: Ein Unterstützungsangebot für die Gestaltung zukunftsfähiger Bildungseinrichtungen

Diskussion

  • Christian Brüggemann: Kommunale Bildungsberichte als Selbstzweck?

Über die DDS

Die Deutsche Schule (DDS) ist eine seit 1908 erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift, die eine Verbindung herstellt zwischen Bildungsforschung, Bildungspraxis, Bildungspolitik und Bildungsadministration. Ziel und Anspruch der DDS ist der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die relevanten Diskurse zur Förderung der demokratischen Entwicklung und Qualität der Bildungseinrichtungen und -prozesse sowie zur Weiterentwicklung der pädagogischen Professionen. Sie richtet sich an Lehrkräfte und Schulleitungen ebenso wie an Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen auf allen Ebenen des Bildungssystems.

Die DDS wird von der GEW herausgegeben und ist den Grundsätzen der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit verpflichtet. Sie wird von einer interdisziplinären Redaktion geleitet und von einem Beirat mit Expert*innen aus Wissenschaft, Administration, Politik und Praxis begleitet. Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich.

Einen Überblick aller Ausgaben gibt es hier.