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Appell an die Kultusministerkonferenz (KMK)GEW fordert einheitliche Masken-Regelung

In der Frage der Corona-Schutzmaßnahmen soll sich die KMK auf bundesweit gültige Regeln verständigen. „Wir wollen, dass die Schulen auch in der kalten Jahreszeit geöffnet bleiben, das wird nicht ohne Hygienemaßnahmen gehen“, sagte GEW-Chefin Finnern.

08.10.2021

Die GEW appelliert an die Kultusministerkonferenz (KMK), sich auf eine gemeinsame Linie beim Thema Maskenpflicht zu verständigen. „Wir wollen, dass die Schulen auch in der kalten Jahreszeit geöffnet bleiben, das wird nicht ohne Hygienemaßnahmen und -konzepte gehen“, sagte die GEW Vorsitzende Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Die Maske ermöglicht die Reduzierung bzw. den Wegfall von Quarantänezeiten.“ (Maike Finnern)

Es sei verständlich, dass sich viele Menschen wünschen, die Maskenpflicht im Unterricht grundsätzlich aufzuheben. Trotzdem bleibe die Maske in geschlossenen Räumen als ein Teil des Maßnahmenbündels zum Gesundheitsschutz abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll. „Sie ermöglicht die Reduzierung bzw. den Wegfall von Quarantänezeiten“, so Finnern.

Die Richtschnur für die Maßnahmen in der Schule sollen nach Ansicht der GEW die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sein. Dafür schlägt die GEW ein Fünf-Punkte-Programm vor:

5-Punkte-Programm zum Gesundheitsschutz an Schulen
Ab der 5. Klasse muss das gesellschaftliche Abstandsgebot von 1,5 Metern gelten. Dafür müssen Klassen geteilt und zusätzliche Räume beispielsweise in Jugendherbergen gemietet werden.
Um die Schulräume regelmäßig zu lüften, gilt das Lüftungskonzept des Umweltbundesamtes. Können die Vorgaben nicht umgesetzt werden, müssen sofort entsprechende Filteranlagen eingebaut werden.
Die Anschaffung digitaler Endgeräte für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler muss endlich beschleunigt werden. Flächendeckend müssen eine datenschutzkonforme digitale Infrastruktur geschaffen und IT-Systemadministratoren eingestellt werden. Zudem müssen die Länder Sofortmaßnahmen zur digitalen Fortbildung der Lehrkräfte anbieten.
Für die Arbeitsplätze in den Schulen müssen Gefährdungsanalysen erstellt werden, um Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler besser zu schützen.
Transparenz schaffen: Kultusministerien und Kultusministerkonferenz müssen zügig ihre Planungen umsetzen, wöchentlich Statistiken auf Bundes-, Landes- und Schulebene über die Zahl der infizierten sowie der in Quarantäne geschickten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zu veröffentlichen. „Wir brauchen eine realistische Datenbasis, um vor Ort über konkrete Maßnahme zu entscheiden“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. 

Übersicht: Alles, was sich an Bildungseinrichtungen mit Blick auf den Gesundheitsschutz in Corona-Zeiten ändern muss.

„Zudem haben wir im Moment bei den 12- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern die höchsten Infektionszahlen.“ (Maike Finnern)

Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren können zurzeit noch nicht geimpft werden. „Auch wenn bei ihnen die Krankheitsverläufe meist milde sind, wissen wir noch viel zu wenig über Long-Covid – und natürlich können diese Kinder das Virus auf Dritte übertragen. Zudem haben wir im Moment bei den 12- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern die höchsten Infektionszahlen. In dieser Gruppe hat noch nicht einmal ein Drittel den vollständigen Impfschutz“, gibt Finnern zu bedenken.

Aus Sicht der GEW bietet das Zusammenspiel aller Maßnahmen zur Gesundheitsprävention den bestmöglichen Schutz für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sowie Lehrkräfte. Zu diesen gehören:

  • die AHA-Regeln,
  • regelmäßige Tests,
  • der flächendeckende Einbau von Luftfilteranlagen an den Schulen,
  • Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte,
  • Vorantreiben der Impfkampagne

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, die Maskenpflicht an Schulen bis zum Februar 2022 als Vorsichtsmaßnahme beizubehalten. Dieses Vorgehen halten auch die meisten Virologen für richtig. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Anfang September die Maskenpflicht an Schulen als Voraussetzung für einheitliche Quarantäneregelungen benannt. „Kurze Quarantänezeiten ermöglichen die Gesundheitsämter in aller Regel nur, wenn in der Schule Masken getragen werden“, sagte die GEW Vorsitzende.