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CoronapandemieTesten und impfen!

„Wer Schulen und Kitas weiter öffnen will, muss testen und impfen“, sagte die GEW Vorsitzende Marlis Tepe mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern. Die GEW zeigt sich enttäuscht von dem Ergebnis der Videoschalte am Mittwoch.

04.03.2021

„Das Ergebnis der Videoschalte zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten ist für den Bildungsbereich mehr als enttäuschend. Die Länder öffnen Schulen und Kitas weiterhin, wie sie wollen – ohne die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen“, sagte GEW Vorsitzende Marlis Tepe. Die GEW fordert eine bis ins Detail durchdachte Teststrategie sowie weitere Impfungen für Lehrkräfte. „Wer Schulen und Kitas weiter öffnen will, muss testen und impfen“, bekräftigte Tepe.

„Hierfür brauchen Schulen und Kitas aber keine schlichten Ankündigungen, sondern eine Teststrategie im Detail.“ (Marlis Tepe)

Schnelltests für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinder und Jugendliche sollen erst im April kommen, es solle nur einmal in der Woche getestet werden, erklärte Tepe. „Das ist zu selten, um die Gesundheit aller wirksam zu schützen. Der Baustein mit Schnell- und Selbsttests ist ein weiterer wichtiger Schritt, da die Schülerinnen und Schüler ja noch nicht geimpft werden können. Hierfür brauchen Schulen und Kitas aber keine schlichten Ankündigungen, sondern eine Teststrategie im Detail, die vor allem mehr als einen Test in der Woche vorsieht und die Ergebnisse für wissenschaftliche Zwecke sichert.“

GEW fordert eine Impfstrategie

Auch eine Impfstrategie gebe es nicht - Impfangebote für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen ließen weiter auf sich warten, obwohl die Länder auch diese Einrichtungen trotz steigender Inzidenzwerte und der wachsenden Gefahr durch Corona-Mutationen schrittweise öffnen wollen, kritisierte Tepe. „Solange dem Personal an Kitas und Schulen kein Impfangebot gemacht werden könne, müsse es bei den Öffnungen dabei bleiben, dass kleine, feste Gruppen gebildet werden,“ so Tepe.

Die Entscheidung über Schul- und Kitaöffnungen liegt bei den Ländern. „Sie müssen dafür sorgen, dass ein Höchstmaß an Infektionsschutz für alle und das Recht auf Bildung gesichert werden. Deshalb müssen vor Ort Leitungen, Personalräte, Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie die Gesundheitsämter gemeinsam mit den Schulbehörden über die konkreten Umsetzungsschritte entscheiden.“

Für die Kitas verlangt die GEW, die individuellen Gefährdungsbeurteilungen nach Arbeitsschutzgesetz umzusetzen. Jede Kita braucht passgenaue und wirksame Hygienepläne. „Die Regelungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für Kitas zum Infektionsschutz sind zu beachten und umzusetzen. Weiter müssten alle Kitaträger Betriebsmediziner einsetzen, diese sollten die Risikogruppen bei den Beschäftigten beraten und im Einzelfall von der Arbeit in der Kita freistellen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe. Sie regte zudem an, freiwillige, kostenfreie Coronatests sowie eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten anzubieten.

  • Freiwillige, kostenfreie Coronatests sowie eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten
  • Passgenaue und wirksame Hygienepläne für jede Kita
  • Umsetzung der Empfehlungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) an Kitas
  • Risikogruppen von Betriebsmedizinern beraten lassen und im Einzelfall von der Arbeit an der Kita freistellen

Übersicht: Alles, was sich an Bildungseinrichtungen mit Blick auf den Gesundheitsschutz in Corona-Zeiten ändern muss.

Die Richtschnur für die Maßnahmen in der Schule sollen nach Ansicht der GEW die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sein. Dafür schlägt die GEW ein Fünf-Punkte-Programm vor:

5-Punkte-Programm zum Gesundheitsschutz an Schulen
Ab der 5. Klasse muss das gesellschaftliche Abstandsgebot von 1,5 Metern gelten. Dafür müssen Klassen geteilt und zusätzliche Räume beispielsweise in Jugendherbergen gemietet werden.
Um die Schulräume regelmäßig zu lüften, gilt das Lüftungskonzept des Umweltbundesamtes. Können die Vorgaben nicht umgesetzt werden, müssen sofort entsprechende Filteranlagen eingebaut werden.
Die Anschaffung digitaler Endgeräte für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler muss endlich beschleunigt werden. Flächendeckend müssen eine datenschutzkonforme digitale Infrastruktur geschaffen und IT-Systemadministratoren eingestellt werden. Zudem müssen die Länder Sofortmaßnahmen zur digitalen Fortbildung der Lehrkräfte anbieten.
Für die Arbeitsplätze in den Schulen müssen Gefährdungsanalysen erstellt werden, um Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler besser zu schützen.
Transparenz schaffen: Kultusministerien und Kultusministerkonferenz müssen zügig ihre Planungen umsetzen, wöchentlich Statistiken auf Bundes-, Landes- und Schulebene über die Zahl der infizierten sowie der in Quarantäne geschickten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zu veröffentlichen. „Wir brauchen eine realistische Datenbasis, um vor Ort über konkrete Maßnahme zu entscheiden“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. 

Übersicht: Alles, was sich an Bildungseinrichtungen mit Blick auf den Gesundheitsschutz in Corona-Zeiten ändern muss.