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BLAschAWie kümmern sich die Bundesländer um ihre Auslandslehrkräfte?

Der Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLAschA) dient der Zusammenarbeit von Bundesregierung und Bundesländern im Auslandsschulwesen. Was tun die BLAschA-Leute für die Auslandslehrkräfte?

11.10.2019 - Matthias Holland-Letz

BLASchA steht für „Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland“. Ein Gremium mit vielen Aufgaben: Der Ausschuss kümmert sich um Deutsche Auslandsschulen (DAS). Er fördert die deutsche Sprache an Schulen des Auslandes. Und er berät, wenn es um DAS und deren Lehrkräfte geht. Wer sich allerdings bei Auslandslehrkräften umhört, erfährt auch Kritik an der Arbeit der BLASchA-Landesvertreterinnen und -vertreter. Zum Ausschuss gehören Abgesandte der 16 Schulministerien, des Auswärtigen Amtes und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA).

Kein Durchsetzungsvermögen im eigenen Haus

Einzelne BLASchA-Landesvertreter hätten „kein Standing innerhalb ihres Ministeriums“, urteilt Franz Dwertmann, ehemaliger Vorsitzender der GEW-Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und Auslandslehrer (AGAL). So komme es dazu, dass Beschlüsse des BLASchA „oft nur zögerlich, unvollständig oder gar nicht umgesetzt werden“.

Auslandslehrkräfte werden allein gelassen

Etliche Landesvertreter kümmerten sich außerdem „viel zu wenig um ihre Klientel, also die Lehrkräfte im Ausland, die aus ihrem Bundesland kommen“, kritisiert Dwertmann. Sie pflegten keine Kontakte während des Auslandsaufenthalts und luden während der Schulferien nicht zum Meinungsaustausch. „Oft werden Anfragen nur schleppend oder gar nicht beantwortet.“ Manche organisierten nicht einmal Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte, die sich für einen Einsatz im Ausland interessieren. Ferner fehle es an Info-Angeboten und Unterstützung für Rückkehrerinnen und Rückkehrer. Der Blick in einige Bundesländer zeige jedoch, „dass es auch anders geht“, räumt Franz Dwertmann ein.

Gute Erfahrungen in Berlin und Thüringen

Die AGAL-Landesbeauftragten für Berlin und Thüringen loben die Arbeit jeweils „ihrer“ BLASchA-Vertreterin – in Berlin hat Beate Schöneburg dieses Amt inne, in Thüringen ist es Carola Förster. Was diese tun, wollen wir genauer wissen. Auf Anfrage erklärt die Berliner Senatsverwaltung für Bildung: Es gebe „jährlichen Austausch“ mit der AGAL, dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) und dem Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLiA). „Auch Fragen von Beurlaubungen von Lehrkräften“ für die Tätigkeit an einer DAS „werden bei Bedarf thematisiert“. Berlin habe zudem „ein geregeltes Verfahren“ zur Rückkehr aus dem Auslandsschuldienst etabliert. „Mindestens ein Jahr vor Rückkehr in den Berliner Schuldienst“ könnten Lehrkräfte ein Formular ausfüllen und ihre „bisherigen Aufgaben im Auslandsschuldienst“ sowie „neu erworbene Kompetenzen“ und „Wünsche für den Einsatz in Berlin“ übermitteln. Jährlich fänden Tagungen für Rückkehrer statt.

Thüringen hält zu Auslandslehrkräften Kontakt

Thüringens BLASchA-Vertreterin Carola Förster schreibt: „Einmal im Jahr ist der Vertreter der AGAL bei mir zum Gespräch.“ Alle Anfragen bezüglich „Entwicklungen und Probleme im Auslandsschulwesen“ würden erörtert. Jährlich finde „nach Einladung durch den Vertreter der AGAL“ eine Info-Veranstaltung im Europäischen Informationszentrum in Erfurt statt. Sie halte zudem Vorträge am Studienseminar Erfurt und an der Universität Jena zu den Möglichkeiten, in den Auslandsschuldienst entsendet zu werden. Mit der ZfA gebe es regelmäßige Abstimmungsprozesse („Jour fix einmal im Jahr“). Das Ministerium halte „zu allen entsandten Lehrkräften Kontakt“, unterstreicht Carola Förster. Ein Jahr vor der Rückkehr bitte sie die Lehrkräfte per Anschreiben, „ihre Erfahrungen zu verschriftlichen und ihre dazugewonnenen Potenziale darzustellen“. Diese hätten auch die Möglichkeit, „ihre Vorstellungen von einer weiteren Verwendung“ aufzuschreiben. Rückkehrende Lehrkräfte könnten nach Terminabsprache „ein Wiedereingliederungsgespräch“ führen. Und wie wird man BLASchA-Vertreterin oder –Vertreter? Das entscheide das Ministerium „im Rahmen der Personalentwicklung“. 

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