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LehrkräftemangelTepe warnt vor „Bildungsnotstand“

Der seit Monaten unter anderem von der GEW beklagte Lehrkräftemangel könnte sich zum „Bildungsnotstand“ entwickeln. Die Vorsitzende Marlis Tepe warf der Kultusministerkonferenz und den Landesregierungen vor, die Entwicklung nicht gesteuert zu haben.

14.08.2018

Mit Beginn des neuen Schuljahres schlägt die GEW erneut Alarm wegen des akuten Lehrkräftemangels. Dieser sei „sehr dramatisch“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe am Montag in der ARD-“Tagesschau“. „Wir überlegen, ob wir über den Begriff Bildungsnotstand sprechen.“ Bundesweit fehlten Tausende Lehrerinnen und Lehrer. Beispielsweise in Sachsen seien mehr als die Hälfte der neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen ohne pädagogische Ausbildung. „Ich mache den Landesregierungen und der Kultusministerkonferenz den Vorwurf, dass sie Ihre Aufgaben nicht genügend koordiniert haben, nicht genügend steuernd eingegriffen haben.“

Tepe forderte, langfristig müssten sowohl die Zahl der Studienplätze als auch die Stellen im Vorbereitungsdienst erhöht werden. Kurzfristig seien „Extramaßnahmen“ nötig – etwa Verstärkung durch Quer- und Seiteneinsteigerinnen und –einsteiger. Diese bräuchten vorher aber „zumindest einen Crashkurs von mehreren Wochen“. Die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen wiederum benötigten mehr Zeit, um die Ersatzlehrkräfte auszubilden.

Arbeitslose Lehrkräfte trotz Mangelsituation

Lehrerinnen und Lehrer fehlen laut einem Bericht der dpa vor allem an Grund-, Förder- und ehemaligen Hauptschulen. Einer offiziellen Prognose zufolge wird die Zahl der Schüler bis 2030 bundesweit um 278 000 auf 11,2 Millionen steigen. Das seien über zwei Prozent mehr als 2016, teilte die Kultusministerkonferenz (KMK) im Mai mit. KMK-Chef Helmut Holter, Bildungsminister in Thüringen (Linke), schlägt vor, Lehrkräfte nicht mehr getrennt nach Schularten auszubilden, sondern nach Altersstufen der zu unterrichtenden Kinder. 

Ungeachtet des Lehrkräftemangels waren zu Beginn der Sommerferien wieder Tausende Lehrerinnen und Lehrer arbeitslos. Laut dpa-Umfrage unter den Kultusministerien der Länder waren vor allem Vertretungslehrkräfte im Angestelltenverhältnis betroffen. Die Länder sparen dadurch Millionen ein. 

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