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„Streitschrift Inklusion: Was Sonderpädagogik und Bildungspolitik verschweigen“

Inklusive Bildung wird inzwischen oft kritisch bis ablehnend beurteilt und die Förderschule als unverzichtbar herausgestellt. Dieser Abwertung eines Menschenrechts stellt sich die Streitschrift entgegen.

26.04.2018

Die ehemalige Lehrerin und Bildungspolitikerin Brigitte Schumann argumentiert in „Streitschrift Inklusion: Was Sonderpädagogik und Bildungspolitik verschweigen“, dass Kultusministerkonferenz (KMK) und Sonderpädagogik die menschenrechtsbasierte inklusive Bildung politisch verfälscht und diskreditiert hätten. Inklusion werde auf ein Wahlrecht für Eltern von Kindern mit Behinderungen reduziert und einem unverändert selektiven und ungerechten allgemeinen Schulsystem als Widerspruch aufgedrängt. Die Autorin wendet sich gegen die Aufrechterhaltung eines teuren und ineffizienten Sonderschulsystems und konstatiert nachhaltig schädliche Folgen für die Betroffenen.

Zudem warnt sie vor Folgen über die Schule hinaus: Inklusion werde daran gehindert, als gesellschaftlicher Gegenentwurfzu den Tendenzen gesellschaftlicher Spaltung, Ausgrenzung und Exklusion wirksam zu werden. Um die politischen und gesellschaftlichen Widerstände gegen Inklusion zu überwinden, bedürfe es daher neben einer menschenrechtlich ausgerichteten politischen Bewegung auch einer Aufarbeitung der Geschichte der Sonderpädagogik, die sich als Aufarbeitung deutscher Geschichte begreife.

Brigitte Schumann: „Streitschrift Inklusion: Was Sonderpädagogik und Bildungspolitik verschweigen“, Debus Pädagogik, Februar 2018, ISBN 978-3-95414-106-7, 14,90 Euro.

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