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„Schulen müssen ihre Bildungsziele neu ausrichten“

Der Bildungsforscher Lothar Krappmann fordert mehr Mitbestimmung und Demokratie in der Schule. Gemeinsam mit anderen WissenschaftlerInnen hat er ein Manifest für „Kinderrechte, Demokratie und Schule“ verfasst.

13.07.2016

Schulen müssen ihre Bildungsziele nach Meinung des Bildungsforschers Lothar Krappmann gemäß der UN-Kinderrechtskonvention neu ausrichten."Kinder sollten beispielsweise mitreden dürfen, welche Themen im Unterricht behandelt, und wie sie vermittelt werden", sagte Krappmann im Interview mit der "E&W". Vieles von dem, was Kinder lernen sollten, stehe mit ihrem Alltag und ihrem Leben in keiner Beziehung – und dann funktionierten Lernprozesse nicht. In der UN-Kinderrechtskonvention sicherten die Vertragsstaaten zu, dass alle Fähigkeiten und Interessen der Kinder einbezogen würden. "Ich glaube nicht, dass Kinder plötzlich den Lehrplan komplett auf den Kopf stellen würden", betonte der Experte.

Ihm zufolge gibt es viele Themen, über die Kinder mehr erfahren müssten. "Wir leben in schwierigen und brüchigen Zeiten – mit rasantem technischen Fortschritt, Terroranschlägen und Millionen Menschen auf der Flucht." Dies seien ernste Themen, die auch das Leben der Kinder bestimmten. "Demokratie-Erziehung" müsse Kern der Schulbildung sein, forderte Krappmann – und dürfe nicht in Randfächer abgeschoben werden. Zudem müssten demokratische Prozesse Teil des Alltags sein, etwa durch die Übernahme von Patenschaften, Sozialpraktika oder Kooperationen mit Kommunen, Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden.

Das vollständige Interview von Katja Irle ist in der Juli-/Augustausgabe der "E&W" veröffentlicht. 

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