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Sachsen: GEW kritisiert Konzepte gegen Lehrermangel

12.12.2016

Spitzenplätze in Bildungstests ist man in Sachsen gewohnt. Doch die Realität in den Lehrerzimmern bilden die Ergebnisse von PISA, IGLU, TIMSS und Co. nicht ab.

Sachsen leidet trotz des regelmäßigen guten Abschneidens bei Bildungstests inzwischen unter deutlich spürbarem Lehrermangel. Die statistisch überalterte Kollegenschaft scheidet in Scharen aus dem Schuldienst aus – aber der Nachwuchs fehlt. Die CDU-SPD-Koalition in Dresden präsentierte Ende Oktober ein "Maßnahmenpaket zur Lehrerversorgung", das bundesweit beachtet wurde. 

Mehr Gehalt in Mangelregionen und -fächern, höhere Einstiegsgehälter an Ober- und Förderschulen, Entlastungen für ältere Kolleginnen und Kollegen, eine Pflichtstunde weniger für Grundschullehrkräfte, Zulagen für Bewerber aus anderen Bundesländern und eine bessere Qualifizierung von Seiteneinsteigern. Außerdem werden 722 neue Stellen geschaffen. 213 Millionen Euro plant das Land für die Kosten des Pakets allein 2017 und 2018.

Die GEW ist jedoch wenig begeistert. Die Landesvorsitzende Uschi Kruse hatte monatelang mit der Regierung verhandelt. Nach etlichen Gesprächsrunden wurden die Verhandlungen jedoch abgebrochen. "Das Konzept, einige wenige Lehrkräfte besser zu bezahlen, die Belastungen zu erhöhen und gleichzeitig bestehende bildungspolitische Herausforderungen zu ignorieren, konnten wir nicht unterstützen", sagt Kruse. Individuelle Zulagen und ungleiche Bezahlmodelle für neue KollegInnen würden neue Ungerechtigkeiten schaffen.

Vor allem die Kollegien würden noch stärker in die Pflicht genommen. "Wer in Teilzeit arbeitet, soll in Vollzeit gedrängt werden. Vollzeitbeschäftige sollen noch mehr Überstunden leisten", betont Kruse. Hunderte neuer Seiteneinsteiger jedes Jahr seien eine Zusatzbelastung. "Es gibt Grundschulen, an denen drei Lehrkräfte vier Seiteneinsteiger einarbeiten. Ich frage mich, wie da die pädagogische Qualität garantiert werden kann."

Der Artikel von Sven Heitkamp ist in voller Länge in der Dezemberausgabe der "E&W" abgedruckt.

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