GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

Mehr Studien- als Ausbildungsanfänger?

Diese Frage haben im Herbst einige Medien bejaht. Für das duale System wird 2013 ein weiterer Rückgang erwartet, während die Anzahl der Studienanfänger/-innen im Zeitraum 2005 bis 2012 einen deutlichen Zuwachs von 35 Prozent erfahren hat.

14.11.2013

Im Jahr 2011 - doppelte Abiturientenjahrgänge in Bayern und Niedersachsen - lag ein erster Höhepunkt bei der Zahl der Erstsemester vor, für 2013 wird ein weiterer erwartet, schließlich hat das einwohnerstärkste Bundesland NRW mehr als 50.000 zusätzliche Abiturient/-innen auf die Märkte für Ausbildung und Studium entlassen!

Oftmals ignoriert wird, dass Deutschland über ein "Mischsystem" der beruflichen Ausbildung verfügt. So verbergen sich hinter der Rubrik "Übrige Berufsausbildung" (s. Tabelle) mit durchschnittlich jährlich 220.000 Anfänger/innen vor allem die landes- oder bundesrechtlich geregelten Ausbildungen in Berufen des Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesens mit einem überdurchschnittlich hohen Frauenanteil und die vollqualifizierenden Berufsausbildungen an Berufsfachschulen. Berücksichtigen wir diesen bedeutsamen Teil des Ausbildungsgeschehens, so erweisen sich Headlines wie "Mehr Studien- als Ausbildungsanfänger" als fehlerhaft.

Um angesichts der gestiegenen Anzahl der Hochschulzugangsberechtigten und deren gestiegener Studienneigung die Attraktivität der (dualen) Ausbildung zu erhalten, muss auch die Qualität der mittlerweile oft prekären Arbeitsverhältnisse im Anschluss an eine (duale) Ausbildung verbessert werden! Mehr als zwei von drei Beschäftigten im Niedriglohnsektor verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Gerade wegen des von den Wirtschaftsverbänden beklagten Fachkräftemangels sind hier erheblich stärkere Initiativen vonnöten. 

Trotz sinkender Zahlen bereitet der zu ersetzende Übergangsbereich weiterhin große Sorgen - er führt nicht zu einem qualifizierenden Berufsabschluss.

DQR-Niveau auf Abschlusszeugnissen der Berufsschule

Die Gremien des Bundesinstituts für Berufsbildung haben die Empfehlung des Hauptausschusses zur Ausweisung des DQR-Niveaus auf den Zeugnisdokumenten verabschiedet. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist bereits erfolgt. Ab Januar 2014 soll auf Abschlusszeugnissen (Berufsschule) das DQR-Niveau ausgewiesen werden. Aufgenommen wird folgende, mit den Ländern abgestimmte Formulierung: "Dieser Abschluss ist im Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen dem Niveau .... zugeordnet ..."

Zurück