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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen„Jede Gewalttat ist eine zu viel!“

Die GEW fordert Deutschland, aber auch Europa zu mehr Engagement gegen Gewalt an Frauen und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auf. Konkret geht es dabei um die Ratifizierung der ILO-Konvention 190, die von einigen Staaten blockiert wird.

25.11.2020

Die GEW ruft die Bundesregierung dazu auf, die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gegen Gewalt und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu ratifizieren.„Jede Gewalttat ist eine zu viel“, sagte die Vorsitzende Marlis Tepe anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am Mittwoch. „Gemeinsam müssen wir für dieses Thema konsequent sensibilisieren und ein Klima schaffen, das Gewalttaten brandmarkt und Mädchen von klein auf lehrt, wie sie sich gegen Gewalt wehren können.“

Tepe appellierte auch an die Gleichstellungsministerinnen und -minister der Staaten der Europäischen Union (EU), sich für die Ratifizierung der ILO-Konvention 190 einzusetzen. Gewalt und sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz wirksam zu bekämpfen, werde zurzeit durch die Blockade einiger osteuropäischer EU-Staaten aufgehalten. Deshalb gehe es auch auf nationaler Ebene nicht voran. 

„Die alltägliche Gewalt wird unsichtbarer, Frauen und Mädchen verlieren Schutzräume.“ (Marlis Tepe)

Mit Blick auf häusliche Gewalt in der Coronapandemie betonte Tepe: „Die alltägliche Gewalt wird unsichtbarer, Frauen und Mädchen verlieren Schutzräume.“ Da Schulen und Kitas die Orte seien, an denen sich betroffene Kinder und Jugendliche artikulieren könnten, setze sich die GEW für mehr Fort- und Weiterbildungsangebote für Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte ein. Aktuell unterstützt die Bildungsgewerkschaft auch die Social-Media-Aktionswoche des DGB mit den Hashtags #neinzugewaltanfrauen und #ratifynow. 

Laut Bundesfamilienministerium ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren Partner. Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2019 insgesamt 114.903 Frauen Opfer partnerschaftlicher Gewalt, 117 Frauen wurden von ihrem Partner getötet.

#16DayCampaign

Im Rahmen der Internationalen Kampagne gegen Gewalt an Frauen #16DayCampaign äußerte sich Tepe zudem in einer Videobotschaft. „Für viele Frauen und Mädchen erwies sich das Zuhause während des Lockdown als der gefährlichste Ort von allen“, sagte Tepe im Video.