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JA13Das war die erste Aktionswoche

In der ersten Woche des JA13-Aktionszeitraums hat die GEW Politikerinnen und Politiker in Niedersachsen, Hessen, Nordrein-Westfalen Bayern und Baden-Württemberg an ihre Forderung nach A13 für alle Lehrkräfte erinnert.

16.11.2020

Postkarten, Aufkleber, Plakate, Tafeln oder ein Brief an den Kultusminister: Die GEW-Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern sind in der ersten Woche des „JA13“-Aktionszeitraums kreativ geworden und haben ihre Forderung nach einer gerechten Bezahlung von Grundschullehrkräften untermauert. 

In Niedersachsen konfrontierten die drei GEW-Landesfachgruppenvorsitzenden Inga Birwe (Grundschulen), Isabel Rojas Castaneda (Gesamtschulen) und Uwe Riske (Real-, Haupt- und Oberschulen) sowie Rüdiger Heitefaut von der Landesgeschäftsstelle Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) erneut mit der Forderung nach A13 beziehungsweise E13 für angestellte Lehrkräfte. Mit großen Tafeln, auf denen sie Landesregierung und Opposition an frühere Zusagen erinnerten, zogen die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter vor den Landtag.

Bei der Landesdelegiertenkonferenz 2017 hatten sich alle vier Vertreter der Landtagsfraktionen positiv zur Angleichung der Bezahlung geäußert. Ergeben hat sich seitdem eine Zulage von monatlich 97,27 Euro brutto. Die Landesvorsitzende Laura Pooth machte jedoch deutlich, dass ein Stufenplan nicht aus nur einer Stufe bestehen könne. Tonne zeigte Verständnis, machte aber keine konkreten Zusagen.

„Deshalb schreiben wir Ihnen heute, weil wir im Vergleich zu allen anderen Lehrkräften, rechnerisch jedes Jahr ab dem 13. November bis zum Ende des Jahres ohne Vergütung weiterarbeiten müssen.“

In Hessen verfassten die GEW-Aktiven einen offenen Brief an Kultusminister R. Alexander Lorz (CDU), in dem es unter anderem heißt: „Deshalb schreiben wir Ihnen heute, weil wir im Vergleich zu allen anderen Lehrkräften, rechnerisch jedes Jahr ab dem 13. November bis zum Ende des Jahres ohne Vergütung weiterarbeiten müssen. Herr Lorz, es reicht! Das ist keine Wertschätzung unserer Arbeit! Wir fordern: Jetzt A 13 für professionelle Grundschularbeit!“ Die GEW-Bezirksfachgruppe Grundschule Nordhessen sammelte bisher mehr als 560 Unterschriften aus 50 Schulen, die mit dem Brief an den Kultusminister verschickt wurden.     

Mit einer pandemiekonformen Aktion veranschaulichte die GEW Nordrhein-Westfalen, dass sie bei JA13 weiter am Ball bleibe. Mit einem Riesenball und vielen kleinen Wasserbällen wurde einmal mehr auf die verfassungswidrige Besoldung in NRW aufmerksam gemacht. Die schulpolitischen Sprecherinnen und Sprecher von Grünen und SPD sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kutschaty solidarisierten sich mit dem Anliegen.

Neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewinnen 

Der Landesverband Baden-Württemberg startete eine Postkartenaktion an Schulen. Lehrerinnen und Lehrer an Grund- und Hauptschulen werden damit aufgefordert, diese auszufüllen und dabei zu erläutern, warum sie A13 verdienten und was gerechte Bezahlung für sie bedeute. Die Postkarten sollen vor der Landtagswahl am 14. März 2021 an Landtagsabgeordnete übergeben werden.

Die GEW Bayern entwarf Aufkleber und Plakate mit Slogans wie „Fit werden für Leben und Beruf – wir haben ein MITTEL:SCHULE“ oder „Wenn aus kleinen Kindern kluge Große werden hat das seinen GRUND:SCHULE“. Die Materialien wurden an den Grund- und Mittelschulen verteilt und den Kreisen und Bezirken für eigene Aktionen zur Verfügung gestellt. Im diesjährigen Aktionszeitraum geht es in Bayern vor allem darum, innerhalb der Kollegien, bei den direkt Betroffenen, noch mehr Unterstützerinnen und Unterstützer für die JA13-Kampagne zu gewinnen.

Sieben Bundesländer haben die Gleichstellung von Grundschullehrkräften eingeführt oder vereinbart. So ist A13/E13 in Brandenburg, Berlin, Sachsen und seit diesem Schuljahr auch in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt. In Bremen und Schleswig-Holstein sind Stufenpläne vereinbart. In Hamburg läuft das Gesetzgebungsverfahren für die Höhergruppierung. In Niedersachsen wurden zum laufenden Schuljahr Zulagen für Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte eingeführt.