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Iran: Inhaftierter Lehrergewerkschafter Esmail Abdi im Hungerstreik

29.05.2017 - Manfred Brinkmann

Seit einem Monat ist der iranische Lehrer Esmail Abdi im Hungerstreik. Er wurde wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten und seines Einsatzes für freie öffentliche Bildung im Iran zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Die GEW-Vorsitzende Marlis fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von Esmail Abdi. Der Vorsitzende der "Tehran Teacher Trade Association" wurde im Oktober 2016 von einem Gericht in Teheran aus politischen Gründen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Bildungsinternationale und GEW hatten dagegen protestiert und über den Fall berichtet. 

Bedrohlicher Gesundheitszustand
Abdi begann seinen Hungerstreik am 30. April, um gegen die fortgesetzte Unterdrückung gewerkschaftlich aktiver Lehrerinnen und Lehrer zu protestieren und für eine unabhängige Justiz im Iran einzutreten. In vier Wochen ohne Nahrung hat Abdi viel Gewicht verloren und ist nun sehr geschwächt. Seine Gesundheit und sein Leben sind ernsthaft bedroht. Bisher war Abdi im Evin-Gefängnis in Teheran eingesperrt, das für einen besonders harten Umgang mit den Gefangenen berüchtigt ist. Kürzlich wurde er in ein neues Gefängnis verlegt. Ein Kontakt zu seiner Familie oder seinem Rechtsanwalt wird ihm verweigert.

Marlis Tepe setzt sich weiter für die Freilassung von Esmail Abdi ein
In gleichlautenden Schreiben an den wiedergewählten iranischen Präsidenten Rohani und den geistlichen Führer Ayatollah Khamenei hat die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe die langjährige Gefängnisstrafe und die scharfen Haftbedingungen von Esmail Abdi verurteilt und die Einhaltung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten für iranische Staatsbedienstete und Arbeitnehmer gefordert.

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