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#GEWTAG21GEW fordert Freilassung des iranischen Kollegen Abdi

Mit großer Mehrheit haben die Delegierten des 29. Gewerkschaftstages einen Dringlichkeitsantrag zur Freilassung des iranischen Mathematiklehrers Ismail Abdi aus der Haft verabschiedet. Abdi wird unter prekären Corona-Verhältnissen festgehalten.

11.06.2021

Die GEW fordert die bedingungslose Freilassung ihres Kollegen Ismail Abdi aus dem Gefängnis im Iran. Die Delegierten des 29. Gewerkschaftstages nahmen am Freitag mit überwältigender Mehrheit einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag aus dem Landesverband Hessen an. Der Antrag wurde als dringlich eingestuft, weil der Mathematiklehrer nach seinem Hungerstreik im März aus Protest gegen seine Isolationshaft in ein anderes Gefängnis verlegt worden war, in dem prekäre Covid-19-Verhältnisse herrschen. Außerdem wird er dort zusammen mit Kriminellen und Drogenabhängigen festgehalten.

Seine Ehefrau fordert seine Verlegung in ein Gefängnis für politische Gefangene und appellierte an die internationale Gewerkschafts- und Menschenrechtsbewegung, ihren Mann zu unterstützen.

Inhaftierung wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten

Abdi unterrichtete 21 Jahre lang an Schulen in Islamshar und Teheran und ist der ehemalige Vorsitzende der Teheraner Lehrervereinigung (Tehran Teacher Trade Association). Er sitzt seit Juli 2015 wegen friedlicher gewerkschaftlicher Aktivitäten im Gefängnis. Dieses konnte er in den fast sechs Jahren Haft nur viermal für kurze Zeit verlassen.

Für Abdis Freilassung setzten sich die Bildungsinternationale und die GEW bereits mehrfach ein. In diesem Frühjahr unternahmen die französischen Gewerkschaften einen neuen Vorstoß. Die GEW fordert über den Fall Abdi hinaus die Freilassung aller Kolleginnen und Kollegen, die wegen ihres Engagements für Menschen- und Gewerkschaftsrechte im Iran ihrer Freiheit  beraubt sind.

Die beschlossenen Anträge lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch nicht in der finalen Fassung vor. Sie werden im Laufe der kommenden Tage hier veröffentlicht.