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Freude in Masiphumelele

Große Freude herrschte am 1. März im südafrikanischen Masiphumelele bei Kindern und Erwachsenen, die zur Eröffnung eines neuen Parks mit Spielplatz gekommen waren. Die Anlage ist Teil eines sozialen Wohnbauprojekts, das vom Heinrich Rodenstein Fonds unterstützt wird.

02.03.2014 - Manfred Brinkmann, Lutz van Dijk

Fotos: John Shaw, Amakhaya ngoku

Rund 40.000 Menschen wohnen in Masiphumelele, einem der ärmsten Townships in Südafrika. Die Mehrheit lebt dicht gedrängt auf engstem Raum in Hütten aus Wellblech und Brettern. Immer wieder kommt es in dem südlich von Kapstadt gelegenen Township durch Kochen auf offenem Feuer zu Bränden, die sich rasch ausbreiten und das Leben und Hab und Gut der Bewohner bedrohen. Allein von Dezember 2013 bis Januar 2014 sind wieder sechs Menschen bei Bränden umgekommen, außerdem gab es zahlreiche Schwerverletzte, darunter viele Kinder.

Eine Bürgerinitiative für soziales Wohnen

In der Folge eines solchen Brandes im Jahr 2006 haben die Opfer sich zusammengeschlossen und eine Bürgerinitiative für soziales Wohnen „Amakhaya ngoku“ (in der Xhosa Sprache: Wohnungen jetzt!) gegründet. Mit viel Eigeninitiative, aber auch lokaler, nationaler und internationaler Unterstützung, darunter Spenden des Heinrich Rodenstein Fonds, konnten bislang 232 Wohnungen in acht Häuserblöcken sowie eine Versammlungshalle mit Kindergarten realisiert werden. Damit auch die verbleibenden Opfer des Brandes ein neues Zuhause erhalten, will Amakhaya ngoku jetzt noch vier weitere Häuserblöcke mit 120 Wohnungen fertigstellen.


Mentalitätswandel im Township

Amakhaya ngoku gilt als Modellprojekt für sozialen Wohnungsbau in Townships. Durch den Bau von zweistöckigen Häuserblöcken in Masiphumelele ist es nicht nur gelungen, vielen armen Familien ein neues und sicheres Zuhause zu geben, sondern gleichzeitig auch Platz für Kleingärten und gemeinschaftlich genutzte Flächen zu schaffen, was vorher aufgrund der beengten Wohnverhältnisse im Township nicht möglich war.

Dies setzt einen Mentalitätswandel voraus, denn in Südafrika wünscht sich eigentlich jeder - auch der ärmste Townshipbewohner – ein eigenes Haus. In Masiphumelele haben die Menschen jedoch erkannt, das es besser ist, gemeinsam für menschenwürdige Sozialwohnungen zu kämpfen, als in Elendshütten weiterhin vom eigenen Häuschen mit Garten zu träumen.

Gemeinschaftsfläche für Kinder und Erwachsene

Teil des Wohnbauprojekts ist auch die Anlage eines kleinen Parks mit Kinderspielplatz. Damit soll den dort lebenden Kindern und Erwachsenen ein sicherer Raum zur Betätigung und zur Freizeit geschaffen werden, der sonst nicht gegeben ist. Spielplatz und Park tragen so in hohem Maße zur sozialen Stabilität im Township und zur Entwicklung der Kinder bei.

Am 1. März war es schließlich so weit: Gegen neun Uhr morgens konnten die ersten Kinder die fertig installierten Spielgeräte “übernehmen”. Zwei Stunden später waren schon rund 300 Kinder am Spielen. Viele ältere Leute äußerten sich dankbar über die neuen Sitzbänke und die frisch gepflanzten Bäume. Am Abend feierten rund 400 Erwachsene ihren neuen Platz mit Tanz und Musik. Die offizielle Einweihung findet am 21. März, dem südafrikanischen Feiertag der Menschenrechte, statt.

Ermöglicht wurde der Bau des Parks mit Spielplatz, neben einer Spende des Heinrich Rodenstein Fonds, durch einen Zuschuss der Landesregierung NRW, die gleichzeitig auch Solarpanels auf den Häuserdächern finanziert. Für die Fertigstellung der geplanten weiteren 120 Wohneinheiten werden noch Spenden benötigt.

Spendenkonto:

Heinrich-Rodenstein Fonds/
SEB Bank Frankfurt/Main
/ Konto 1 707 274 700
/ BLZ 500 101 11
Stichwort: Wohnungen in Südafrika

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