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EGO: Es muss sich etwas ändern

Für ihre verantwortungsvolle und gesellschaftlich wichtige Arbeit bekommen Erzieherinnen, Erzieher und sozialpädagogische Fachkräfte zwar viel Zuspruch, aber viel zu wenig Geld. Das muss sich ändern. Anstoß dazu: die Tarifkampagne der GEW „Für ein besseres EGO“

07.11.2014 - Bernhard Eibeck, Referent im GEW-Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit

Die GEW will in den Anfang 2015 beginnenden Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) erreichen, was sie bei den letzten Tarifverhandlungen im Jahr 2009 noch nicht geschafft hat: den Erzieherberuf deutlich aufzuwerten - vor allem durch eine bessere Bezahlung. Dabei geht es auch darum, die noch aus den 1970er-Jahren stammenden Tätigkeitsmerkmale, die für die Eingruppierung im öffentlichen Dienst entscheidend sind, gründlich zu überarbeiten. Das Aufgabenspektrum und Anforderungsprofil der Erzieherinnen und Erzieher hat sich erheblich verändert und erweitert.

Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Arbeitgeber nur nach intensiven Arbeitskämpfen zu Verhandlungen bereit sein werden. Fest steht: Es wird eine harte Auseinandersetzung. Dafür braucht die Gewerkschaft eine starke öffentliche Unterstützung: durch Eltern, Medien, Fachorganisationen der Kinder- und Jugendhilfe, Kirchen, Wirtschaft und Politik. Die GEW startet deshalb frühzeitig eine breit angelegte Kampagne, die deutlich macht, dass soziale Arbeit, Erziehung, Bildung und Betreuung mehr Wert sind als es das heutige Einkommen pädagogischer Fachkräfte widerspiegelt.

Bessere "EntGeltOrdnung"

Die Tarifkampagne steht unter dem Motto "Für ein besseres EGO", weil tarifpolitisch eine neue, bessere "EntGeltOrdnung" im Zentrum steht. Und weil es um die eigenen Interessen geht, um den Wert der eigenen Arbeits­leistung und um deren Anerkennung durch eine bessere Bezahlung.

"EGO", das lässt sich aber auch so buchsta­bieren: "engagiert gewerkschaftlich organisieren". Die GEW muss nicht nur in der Öffentlichkeit die Bedeutung sozialer Arbeit für künftige ­Generationen thematisieren, nicht nur gegenüber Arbeitgebern argumentieren, sondern vor allem auch in den eigenen Reihen überzeugen. Nur mit einer starken Gewerkschaft, das heißt, nur wenn es der GEW gelingt, neue Mitglieder zu gewinnen, wird sie über genügend Ressourcen verfügen und über die Kampfkraft, um die Interessen der Beschäftigten durchzusetzen. Deshalb ist es in den nächsten Monaten entscheidend, Kolleginnen und Kollegen klarzumachen, dass es ohne ihr gewerkschaftliches Engagement auch kein gutes Tarifergebnis geben wird.

Gut vorbereitet

Die GEW ist auf die kommende Tarif­auseinandersetzung gut vorbereitet - nicht nur inhaltlich, auch medial. Sie hat einen Erzieherinnen-Spot gedreht, in dem die Arbeit von drei Kolleginnen aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel vorgestellt wird. Außerdem: Die E&W veröffentlicht ab der November-Ausgabe eine Serie mit Porträts pädagogischer Fachkräfte aus Kitas und Schulsozialarbeit.

Nicht zuletzt: In Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Theater Gruene Sosse hat die GEW die Revue "Neues vom EGO" produziert - im Mittelpunkt: Arbeit, Engagement und Leben der Erzieherinnen und Erzieher. In einer Abfolge von zwölf Szenen bringt die Revue Beruf, Leben, Engagement, Sorgen, Freude, auch Wut der Kita-Beschäftigten auf die Bühne. Schwungvoll, nachdenklich und mit viel Musik.

Erzieherinnen, Erzieher und Schulsozialarbeiter arbeiten viel - was sie alles machen, das stellt die GEW in den nächsten Monaten in und mit diversen Medien dar. Fest steht: Die pädagogischen Fachkräfte haben Applaus, sprich Anerkennung verdient. Und vor allem: mehr Geld.

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