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Berufsschulen im Zentrum der Bildungspolitik

Auf dem Kongress der Kultusministerkonferenz zur Berufsbildung haben die 16 Bildungsministerinnen und -minister, die Arbeitgeberverbände und der DGB die Erklärung "Gemeinsam für starke Berufsschulen in der digitalen Welt" vorgelegt.

10.10.2017

„Die berufsbildenden Schulen gehören nach Ansicht des DGB ins Zentrum der Bildungspolitik. „Sie brauchen eine moderne technische Ausstattung, frisch sanierte Gebäude und mehr Lehrkräftenachwuchs“, sagte die DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack beim KMK-Kongress zur Berufsbildung in Stuttgart. Auch nach Ansicht von KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin in Baden-Württemberg, muss das berufliche Schulwesen „nach über 20 Jahren wieder in den Mittelpunkt der Kultusministerkonferenz“. Bei dem Treffen vereinbarten die 16 Bildungsministerinnen und -minister, die Arbeitgeberverbände (BDA) und der DGB die Erklärung „Gemeinsam für starke Berufsschulen in der digitalen Welt“. Noch 2017 will die KMK ein Strategiepapier vorlegen.

Die rund 3.500 berufsbildenden Schulen stehen vor vielen Herausforderungen: Eine heterogene Schülerschaft verlangt viel Einsatz von den Lehrkräften, der sich verschärfende Lehrermangel erfordert Improvisationsvermögen, und es besteht Modernisierungsbedarf bei den Gebäuden. Aus der Digitalisierung ergeben sich wandelnde Anforderungen an die Professionalität der Lehrkräfte und die schulische Ausstattung. Außerdem müssen bedarfsgerechte Berufsschulangebote auch in ländlichen Regionen erhalten bleiben.

Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, sieht vor allem beim Lehrkräftenachwuchs Handlungsbedarf. Zwar werde es noch eine Weile Maßnahmen des Quer- und Seiteneinstiegs geben müssen: „Diese dürfen aber das originäre Lehramt nicht aushöhlen. Im Zukunftsforum Lehrer_innenbildung haben wir eine klare Richtung formuliert.“ Die IG Metall schlägt unter dem Dach einer Investitionsoffensive Berufsschule ein Bundesprogramm Berufsschule der Zukunft vor. Das Programm Digitale Medien in der beruflichen Bildung gelte es aufzustocken und ein Bundesprogramm Lernfabrik für die digitale Arbeitswelt zu schaffen. Schließlich fordert die IG Metall ein Bund-Länder-Programm Pro Lehramt Berufsschule.

Der ausführliche Artikel von Klaus Heimann ist in der Oktoberausgabe der „E&W“ nachzulesen.

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