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Tragfähiges Verhandlungsergebnis erzielt

Nach drei Verhandlungstagen haben die Arbeitgeber schließlich nachgelegt. Seit heute steht damit fest: Es gibt einen tragfähigen Kompromiss in der Tarifauseinandersetzung im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Nun entscheiden die Mitglieder.

30.09.2015

Es blieben bis zuletzt harte Verhandlungen. Am Montag, 28.09.2015 haben Gewerkschaften und Arbeitgeber die Tarifverhandlungen im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst wieder aufgenommen. Am Ende von drei langen Verhandlungstagen steht heute ein Verhandlungsergebnis, das über die Schlichtungsempfehlung hinausgeht und daher als tragfähiger Kompromiss gilt.

"Die meisten der 240.000 SuE-Beschäftigten werden rückwirkend zum 1. Juli in eine höhere Entgeltgruppe eingeordnet und bekommen mehr Gehalt. Im Vergleich zum Schlichterspruch haben die Arbeitgeber noch einmal nachgelegt. Den Einstieg in eine Aufwertung des SuE-Berufsfeldes haben wir geschafft. Jetzt müssen wir dran bleiben, dafür brauchen wir einen langen Atem", sagte GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke in Hannover.

Die Werte der neuen Entgeltgruppe S 8a werden gegenüber der früheren Entgeltgruppe S 6 schon ab der ersten Stufe spürbar erhöht. Insbesondere jüngere Erzieherinnen und Erzieher erhalten nun mehr Geld, als es die Schlichtungsempfehlung vorsah. "Damit wird der Beruf attraktiver und wir haben ein wichtiges Signal gegen den drohenden Fachkräftemangel gesetzt", betonte Gehrke. Auch ein Teil der Sozialarbeiterinnen und -arbeiter bekäme gegenüber der Schlichtung einen Nachschlag.

Die GEW Gremien haben einem Abschluss auf dieser Grundlage zugestimmt und empfehlen den Mitgliedern die Annahme. Dazu wird in den nächsten Wochen eine Urabstimmung durchgeführt.

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Kommentare
Name: GEW Hauptvorstand
Aktuelle Fragen und Antworten
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben die Liste mit den häufigsten Fragen und Antworten noch einmal aktualisiert, ihr findet sie hier. Zur aktuellen Diskussion noch ein Kommentar von uns: Insbesondere die jungen ErzieherInnen standen nach dem Schlichterspruch immer noch nicht gut da. Diese Berufsgruppe erfährt durch das aktuelle Verhandlungsergebnis nun eine deutliche Aufwertung - das gilt auch für weitere Berufsgruppen! Allerdings mussten wir dafür an anderer Stelle Zugeständnisse machen. Das ist aber nicht unsolidarisch, sondern fair. Unterm Strich entspricht das nun erzielte Verhandlungsergebnis einem wesentlich gleichmäßigerem, und damit letztlich auch faiererem, Kompromiss für alle Berufsgruppen des Sozial- und Erziehungsdienstes. Für eine Aufwertung haben wir dem nun erzielten Ergebnis einen ersten Schritt getan, dem müssen aber weitere folgen. Eine Aufwertung des gesamten Sozial- und Erziehungsdienstes konnte nicht in einem Schritt über Nacht erzielt werden. Wir brauchen dazu einen langen Atem! Eure GEW Internetredaktion
02.10.2015 - 14:09
Name: bettina tünay
Arbeitgeberwechsel
Was mich am meisten ärgert, dass die Gewerkschaften einer der Hauptforderungen, bei künftigem Wechsel des Arbeitgebers nicht in schlechtere Gehaltsgruppen abzurutschen sich nicht durchsetzen konnten.
02.10.2015 - 16:32
Name: Sabine
Leitung
Die Leitungen sind die Gruppe, die mit am Meisten profitiert? 74,64 €. Toll!!
02.10.2015 - 16:38
Name: J.W.
Stellvertretende Leitung
Ich habe mich in einer Kinderkrippe als stellvertretende Leitung beworben mit 52 Kindern. Laut Aussage des vorliegenden Angebotes bekomme ich S9 als stellvertretende Leitung und die Leitung S13. Das steht in keinster Weiße in Realition, wenn man bedenkt welche Verantwortung man bei Abwesenheit der Leitung trägt. Derzeit arbeite ich als Erzieher in einer Einrichtung in der ich dann S 8b ( Migration) bekommen würde, sprich 1 zu 1 das selbe Geld mit weniger Verantwortung. Ich finde das ist nicht in Ordnung!!!
02.10.2015 - 17:05
Name: Sebastian
Verhandlungsergebnis
Einfach nur Enttäuschend und inakzeptabel, dieses Ergebnis steht mit den geforderten Ansprüchen sehr konträr. Einfach nur schwach das es noch immer nicht gelungen Berufsgruppen Kindheitspädagogen in den Entgeltgruppen entsprechend zu würdigen, bzw. aufzunehmen. Das und die nicht Anerkennung der Berufserfahrung ist Untragbar und macht diesen wichtigen Beruf einmal mehr unattraktiver.
02.10.2015 - 19:11
Name: Michi
Kontrollierte Opposition?
Ich verstehe die Euphorie der Verhandlungsführer nicht. Wofür haben wir wochenlang gestreikt? Für durchschnittlich 3 Prozent??? Wo ist da eine signifikante Steigerung der Attraktivität des Berufes zu sehen? Wegen ca. 50-70 Euro mehr Netto wird doch nicht ein einziger MEHR die Ausbildung machen. Was ich total daneben finde ist, dass die Gewerkschaftsführer (gestützt durch die Mainstreampresse) jetzt so tun, als wäre das ein tolles Ergebnis und die Streiks seien mit größter Wahrscheinlichkeit beendet, für die nächsten 5 Jahre. Das ist doch Beeinflussung der Basis und lässt die Frage aufkommen, ob Gewerkschaften im Wesentlichen nicht ein Mittel des Staates sind den Massen das Gefühl zu geben, sie könnten wirklich was bewegen. Im Prinzip also erwünschte, KONTROLLIERTE OPPOSITION. Ich sage NEIN zu einem Ergebnis was nicht annähernd den ursprünglichen Forderungen gerecht wird!!!
02.10.2015 - 20:35
Name: Kati
Urabstimmung
Was passiert eigentlich, wenn wir Gewerkschaftsmitglieder dieses Verhandlungsergebnis in der Mitgliederbefragung ablehnen? Meiner Meinung nach hat das Ergebnis mit einer Aufwertung des gesamten Berufsfeldes wenig zu tun! Besonders ärgerlich finde ich, dass weiterhin bei einem Arbeitgeberwechsel die Erfahrungsstufe nicht mitgenommen wird.
02.10.2015 - 21:55
Name: Doris
Sozial und Erziehungsdienst
Das die Tabellenwerte in den Entgeltgruppen für KinderpflegerInnen bereits in der Schlichtung erhöht wurden stimmt. Was sind 100-135 Euro brutto mehr? Die meisten KinderpflegerInnen arbeiten in Teilzeit (19,5 Std) die Woche und das ganze meistens in der schlechten Steuerklasse 5. Da bleibt doch so gut wie nichts über und das bei fast gleicher Arbeit wie die ErzieherInnen. Das ist doch keine Aufwertung das ist der reinste Witz. Ich werde dieses Verhandlungsergebnis ablehnen, wenn sich da überhaupt nichts mehr ändern sollte. Bei diesem Ergebnis hätte ich auch weiter arbeiten können anstatt zu streiken. Mein Verdienst beträgt monatlich nicht mehr als knappe 760,- €, nur mal so zur Info was man wirklich im SuE als KinderpflegerInnen verdient. Obwohl bei uns in der Kita ErzieherInnen keine Vollzeit arbeiten möchten und pro Woche drei Stunden von ihrer Vollzeitstelle abgeben, bekommen wir KinderpflegerInnen diese Stunden nicht zur Verfügung gestellt. Und warum nicht, weil so wieder gespart werden kann!
02.10.2015 - 22:22
Name: Anne
Augenwischerei
Dieser "Verhandlungserfolg" nach dem Schlichtungsergebnis ist Augenwischerei. Weder für die Sozialpädagogen (z. B. S17) ist eine Erhöhung erreicht worden, noch ist die Erhöhung auf 5 Jahre gesehen ein Erfolg. Durch die Inflation von durchschnittlich weit über 1% ist es sogar ein Realverlust statt einer Aufwertung. Die Frage ist, ob Herr Bsirske nach der Wiederwahl einfach keine Lust mehr hatte oder ob die Aufwertung der Flüchtlingswelle zum Opfer gefallen ist. Letzteres wäre fatal, da sich z. B. in den Kitas die fachlichen Ansprüche durch die Arbeit mit Flüchtlingsfamilie deutlich erhöhen. Wer diskutiert eigentlich mal, ob Kitas als Bildungseinrichtungen bei Verdi als Dienstleistungsgewerkschaft noch gut aufgehoben sind oder unser Bereich generell zur GEW als Vertreter im Erziehungs- und Wissenschaftsbereich gehört. Vielleicht würde dann eine Aufwertung eher gelingen.
03.10.2015 - 09:12
Name: Kati
Laufzeit der Erfahrungsstufen
Ich habe eine Frage zu den Laufzeiten der Erfahrungsstufen: Nehme ich bei einem Wechsel von momentan S8 zu dann S8b die bisher erarbeitete Laufzeit in meiner Erfahrungsstufe mit? Oder würde ich dann wieder im ersten Jahr der entsprechenden Erfahrungsstufe beginnen müssen?
03.10.2015 - 13:57
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