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Politische Bildung für Flüchtlinge

Hunderttausende Menschen haben in den vergangenen Jahren in Deutschland Schutz gesucht. Bei ihrer Integration in die Gesellschaft kann politische Bildung einen Beitrag leisten. Die "E&W" hat sich verschiedene Projekte angeschaut.

14.07.2017

Der Journalist und Trainer Chadi Bahouth hat für die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ein Seminar zur demokratischen Bildung für Flüchtlinge mitentwickelt. In dem zweitägigen Seminar lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Grundgesetz und seine Bedeutung in Alltagssituationen, das politische System sowie Partizipationsmöglichkeiten kennen. Das Besondere: Es findet auf Arabisch statt.

"Wir wollen keine wertvolle Zeit verschwenden, indem wir warten, bis die Geflüchteten ausreichend Deutsch sprechen", sagt Felix Eikenberg, Leiter des Arbeitsschwerpunkts Flucht - Migration - Integration bei der FES. Und: "Wir möchten demokratische Werte ohne erhobenen Zeigefinger erarbeiten und vermitteln." Politische Bildung für Flüchtlinge müsse einen Raum bieten, um über "eigene Perspektiven und Erfahrungen ins Gespräch zu kommen", sagt Tim Zosel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Erwachsenenbildung/politische Bildung der Universität Duisburg-Essen. Stattdessen werde politische Bildung für diese Zielgruppe jedoch häufig "in Form von Leitfäden und Regelwerken" angeboten. 

Die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) bildet unterdessen seit einem Jahr junge syrische Flüchtlinge zu Teamern für die politische Bildung aus. Gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen haben sie kleine Seminareinheiten zu Themen wie Geschlechterverhältnisse oder Islam entwickelt und setzen diese in Schulklassen ein. "Wir sehen Geflüchtete nicht als Objekt von Beschulung, sondern als Akteure, die ihre eigenen Geschichten, Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt mitbringen", berichtet der pädagogische Leiter Eric Wrasse.

Die gesamte Reportage von Michaela Ludwig ist in der Juli-/Augustausgabe der "E&W" veröffentlicht.


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