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Nicht vor den Karren spannen lassen

Mit populistischen Parolen geht die AfD auf Stimmenfang - doch eine demokratische Gesellschaft in der jeder und jede sich entfalten kann, lebt von Vielfalt. Ein Kommentar von Frauke Gützkow.

14.06.2016

Die Vorbehalte gegenüber einer offenen Gesellschaft und einer demokratischen Geschlechterpolitik wurden bei einigen Landtagswahlen auch über die Wahlzettel geäußert. Wie Ängste geschürt und Ressentiments gefördert werden, hatten rechtskonservative Kreise schon vor ein, zwei Jahren in Baden-Württemberg gezeigt, als sie Proteste gegen neue Bildungspläne organisierten und Mythen über Sexualaufklärung in Schulen verbreiteten.

Demokratie lebt von Vielfalt. Vielfalt ist Realität und Motor für gesellschaftliche Entwicklung. Eine vielfältige Gesellschaft ist eine lebendige Gesellschaft, in der sich jede/jeder entfalten kann und Gleichberechtigung ein Wert ist – unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, Behinderung. Eine Ausgrenzung einzelner Gruppen gefährdet den gesellschaftlichen Frieden und die Emanzipationsmöglichkeiten aller. Das darf nicht sein!

Die Freiheit der Andersdenkenden und Anderslebenden ist nicht nur ein Grundwert einer modernen Gesellschaft, sondern diese gelebten Unterschiede machen sie aus. Viel ist erreicht worden, auch in der Gleichstellung, lassen wir uns dieses nicht kaputt reden von einer anti-emanzipatorischen Bewegung, die Frauen wie Männern vorgestrige Geschlechterrollen zuschreibt. Das widerspricht den Normen und Werten einer demokratischen Gesellschaft und dem Selbstverständnis der GEW, das auf Selbstbestimmung und Selbstverantwortung beruht.

Ängste und Unsicherheiten gegenüber Fremdem und Unvertrautem gibt es durchaus. Diese Tatsache darf weder ignoriert noch negiert werden – der Schluss, der daraus gezogen wird, muss jedoch eindeutig ein anderer sein: 

Verwandeln wir die Angst in Neugier und Gelassenheit. Gehen wir auf andere zu und gestalten wir unsere Gesellschaft mit. Machen wir uns mit dem Fremdem vertraut. Schaffen wir eine Welt, in der alle gut leben können. In der die grundsätzlichen Menschenrechte im Mittelpunkt unseres Denkens und Handels stehen. Treten wir ein für Minderheiten und engagieren wir uns – gerade in der GEW – für die Vielfalt als humanistisches und pädagogisches Leitbild.

Mit dem Eintreten für eine Pädagogik der Vielfalt und für eine aktive Antidiskriminierungsarbeit setzt die GEW ein Zeichen und steht in der Tradition der Gewerkschafts- und gesellschaftlicher Emanzipationsbewegungen, wie der Frauenbewegung – und das ist gut so!

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