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Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)Kurzarbeitergeld muss aufgestockt werden

Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie müssen nach Ansicht des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften soziale Schieflagen verhindert werden. Das Kurzarbeitergeld müsse dringend aufgestockt werden, fordert DGB-Chef Reiner Hoffmann.

26.03.2020

Die Komplettschließung von Werken und Büros, Einzelhandel, Gastronomiebetrieben und Hotels sowie tausenden Dienstleistern und Kleinbetrieben bedeutet für die Beschäftigten nach Angaben des DGB einen plötzlichen Einkommensverlust von 40 Prozent im Haushaltseinkommen. „Dies führt Millionen von Arbeitnehmerhaushalten bei laufenden Mieten und Verpflichtungen in existentielle Nöte“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann in Berlin. „Besonders Niedrigverdienerinnen und -verdiener treffen massive Einkommensverluste hart.“

Die Gewerkschaften fordern angesichts der Krisensituation soziale Verantwortung ein. Viele Branchen und Unternehmen zeigten diese Verantwortung, indem sie Tarifverträge zur Aufstockung bei Kurzarbeit abgeschlossen hätten. „Dort wo dies noch nicht geschehen ist, fordern wir die Arbeitgeber auf, schnellstens auf unser Angebot zu Tarifverhandlungen einzugehen“, betonte Hoffmann. Die Bundesregierung rief er dazu auf, auch den Beschäftigten in Branchen und Unternehmen ohne Tarifbindung eine Mindestsicherung von mindestens 80 Prozent zu ermöglichen. 

Eltern besser absichern

Der DGB verlangt in der Corona-Krise auch eine bessere Absicherung von Eltern, die ihre Kinder aufgrund geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen. Um diese Familien finanziell zu entlasten und den Verdienstausfall zumindest teilweise zu kompensieren, will die Bundesregierung das Infektionsschutzgesetz anpassen. „Die geplanten Änderungen gehen aber nicht weit genug, um den betroffenen Familien ausreichend zu helfen“, monierte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. „Hier muss dringend nachgebessert werden, um die Familien nicht in Existenznöte zu bringen. Einkommenseinbußen müssen abgesichert werden.“

Konkret fordert der DGB mindestens 80 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens für die Eltern, die von Schul- oder Kitaschließungen betroffen sind. Der Erholungsurlaub dürfe nicht angerechnet werden. Dass Arbeit im Home Office eine „zumutbare Betreuungsmöglichkeit“ darstelle, sei zudem inakzeptabel. 

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