GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Sie sind hier:

Dritte Streikwoche geht zu Ende

Auch nach der überwältigenden Streikbeteiligung am Vortag haben heute erneut viele Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Gewerkschaften und Arbeitgeber verständigten sich währenddessen auf eine Fortsetzung der Verhandlungen ab kommendem Montag.

29.05.2015

Die Streikzeit nutzen die Kolleginnen und Kollegen für Gespräche, klären besorgte und interessierte Familien über die Hintergründe des Streiks und der geschlossenen Kitas auf, planen Streikaktionen und tauschen sich aus. Heute konnte auch eine leichte Bewegung in den Tarifverhandlungen vermeldet werden: Gewerkschaften und Arbeitgeber einigten sich darauf, die Gespräche ab Montag in Berlin fortzusetzen. Da noch kein überzeugendes Angebot vorliegt, wird weitergestreikt (Näheres siehe Link im Infokasten).

Bilder und Berichte von den Streikaktionen:

In der Münchner Innenstadt erreichten die Streikenden mit einer hunderte Meter langen Menschenkette große Aufmerksamkeit für die Forderungen der Gewerkschaftten nach Aufwertung.

Film: CybertrixPictures

Hamburg

Eine ereignisreiche Streikwoche geht mit der heutigen Streikversammlung in den Räumen der GEW-Hamburg zuende. Nach der fulminanten Massenkundgebung vom gestrigen Tag in Hamburg, hielten wir es heute im kleinen, aber feinem Rahmen. Die Kolleginnen und Kollegen waren ins "grüne Vorzimmer" geladen. Das Wetter spielte mit, der Zusammenhalt der Streikenden wächst von Tag zu Tag. - Jetzt erst recht! - war die einhellige Meinung nachdem unser Kollege Jens Kastner von den neuesten Äußerungen der Hamburger Arbeitgeber berichtete. Auf die nächste Streikwoche gut eingestimmt, verließen die Kolleginnen und Kollegen danach die Streikversammlung um ins wohlverdiente Wochenende zu wechseln.

Text: Jens Kastner
Foto: GEW Hamburg

Jena

Die streikenden SuE‐Beschäftigten der Stadt Jena haben heute ihre Streikversammlung in einem Hörsaal der Friedrich‐Schiller‐Universität Jena abgehalten. Entgegen der Hoffnung der Arbeitgeberseite ist die Situation in Jena so, dass die Anzahl der Streikenden mit zunehmender Streikdauer zunimmt. Heute waren ca. 150 TeilnehmerInnen anwesend.

Nach einer Auswertung der Streikversammlung in Zwickau einen Tag zuvor diskutierten die Streikenden über die Weiterführung des Streiks in Jena. Die übergroße Mehrheit entschied sich schließlich dafür, den Streik in Jena unverändert weiter zu führen. Das heißt, dass auch am 1. Juni 2015 für Jena mit erheblichen Beeinträchtigungen und auch kompletten Schließungen zahlreicher Einrichtungen gerechnet werden kann und muss. Entgegen den Verlautbarungen der Stadt Jena kam es in den vergangenen Tagen zu Schließungen ganzer Einrichtungen.

Die gestern angekündigten neuerlichen Gespräche zwischen kommunaler Arbeitgeberseite und Gewerkschaftsseite am kommenden Montag bzw. Dienstag wurden begrüßt, allerdings waren die Streikenden in Jena sich bewusst, dass dies noch keine Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen bedeutet. Wichtig ist den Streikenden eine bessere Information der Eltern über die Hintergründe und den Sinn des Streiks, allerdings wird vielen Beschäftigten durch ihre Arbeitgeber untersagt, die von der GEW vorbereiteten Elternbriefe u. ä. auszugeben. Den Eltern werden dadurch wichtige Informationen vorenthalten. Viele der anwesenden Streikteilnehmer*innen bedauerten diese auf dem Rücken der Eltern und letztlich auch deren Kindern ausgetragene unanständige Strategie der Arbeitgeberseite.

Text: Michael Kummer

Weißenfels

Zum Wochenausklang beteiligten sich heute in Sachsen-Anhalt etwa 500 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes an den Streiks. In Dessau-Roßlau und Halle/Saale waren je knapp 150 Kolleginnen und Kollegen versammelt, um die bisherigen Aktionen auszuwerten und über das weitere Vorgehen zu beraten. Unter der Dessauer Friedensglocken waren gestern 350 Menschen zu einem Austausch über Inhalte und Ziele des Streiks zusammengekommen. Die mehrheitliche Meinung unter den Beteiligten spiegelte Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen und Erzieher. Jeweils knapp 100 Teilnehmer zählten heute die Streikleitungen in Halberstadt und Weißenfels. Halberstadt war bereits gestern in den Ausstand getreten, für Weißenfels war heute der erste Streiktag. In der nächsten Woche sind wieder Arbeitsniederlegungen in Dessau-Roßlau und Halle/Saale angekündigt.

Text: Alexander Pistorius

Zurück