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Analyse zu Genderaspekten der Digitalisierung

13.03.2018

Wird die Digitalisierung die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ändern? In einem Arbeitspapier der Hans-Böckler-Stiftung beschreiben acht Forscherinnen, wo gehandelt werden müsse, damit Frauen von der Digitalisierung profitieren.

Die Arbeit der Zukunft wird meist ohne eine Geschlechterperspektive gedacht, Frauen kommen in der Digitalisierungsdebatte explizit kaum vor. Die Digitalisierung biete derweil Potenziale für mehr Geschlechtergerechtigkeit, wenn der digitale Wandel als sozialer Prozess betrachtet und gestaltet werde, schreiben Expertinnen der Hans-Böckler-Stiftung in dem Arbeitspapier „Genderaspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt“. Zugleich gebe es jedoch die Gefahr, dass sich Geschlechterungleichheit verfestige. So könne mobiles Arbeiten zwar die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern, aber solange Arbeitgeber Geschlechterstereotype im Kopf hätten, zahlten Frauen für mobiles Arbeiten mit Karrierenachteilen.

Die Forscherinnen beschreiben in sieben Kapitelm, wo gehandelt werden müsse, damit Frauen von der Digitalisierung des Arbeitsmarktes profitieren. „Die Potenziale sind riesig, aber der Automatismus geht genau in die andere Richtung: Wenn wir die Digitalisierung nicht gestalten, werden Frauen die Verliererinnen sein“, sagt Christina Schildmann, Leiterin der Stiftungs-Forschungsstelle Arbeit der Zukunft. „Dabei geht es nicht nur um mobiles Arbeiten, sondern um geschlechtergerechte Arbeitsplatzbewertung, um eine Weiterbildungsrevolution und Spielregeln für die Arbeit auf digitalen Plattformen.“ Im ersten Schritt wird es den Autorinnen zufolge darauf ankommen, die Geschlechterperspektive in die Digitalisierungsdebatte einzuschreiben. Bisher stehe der Kult um Startups und „Garagengründer“ im Fokus, männliche IT-Nerds seien die Helden des digitalen Zeitalters.

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