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Girls’ Day/Boys’ DayAktionstag gegen Geschlechtsstereotype

Der Anteil männlicher Auszubildender in der Pflege liegt bei nur 22 Prozent, der Anteil weiblicher Auszubildender in den Bereichen Naturwissenschaft, Geografie und Informatik bei 17 Prozent. Aktionstage sollen diese Stereotype endlich aufbrechen.

27.03.2019

Die bekannten beruflichen Geschlechtsstereotype setzen sich weiter fort: Nach wie vor streben Jungen auf dem Ausbildungsmarkt vor allem in naturwissenschaftliche und technische Berufe, Mädchen eher in Pflegeberufe. Im Ausbildungsjahr 2017/2018 lag der Anteil männlicher Auszubildender in der Pflege bei nur 22 Prozent, der Anteil weiblicher Auszubildender in den Bereichen Naturwissenschaft, Geografie und Informatik bei 17 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.

Die Aktionstage Girls’ Day und Boys’ Day am 28. März 2019 soll dies ändern: Am Girls' Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Oder sie begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik. 

Mit dem Boys’ Day gibt es zudem einen Jungen-Zukunftstag. Auch Jungen und junge Männer haben zwar vielfältige Interessen und Stärken, entscheiden sich aber ebenfalls oft für traditionelle Berufe wie Kfz-Mechatroniker oder Industriemechaniker. Neben der Berufserkundung können die Schüler am Boys' Day auch an pädagogischen Workshops teilnehmen, in denen es um männliche Rollenbilder, Berufs- und Lebensplanung und die Vielfalt von Lebensentwürfen geht.

Der Girls' Day ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 nahmen etwa 1,8 Millionen Mädchen teil. 40 Prozent der Mädchen motiviert der Aktionstag für eine spätere Ausbildung. 33 Prozent der Unternehmen bekommen Bewerbungen von ehemaligen Girls’-Day-Teilnehmerinnen. Der Mädchen-Zukunftstag wird vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit auf Bundesebene koordiniert. 

 

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