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GEW: „Goethe-Vorstand muss sich endlich bewegen!“

Bildungsgewerkschaft fordert Verhandlungen über Beschäftigungsbedingungen – Institut muss Verantwortung für Honorarlehrkräfte übernehmen

01.12.2014

Berlin – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Vorstand des Goethe-Instituts aufgefordert, endlich in Tarifverhandlungen über die Beschäftigungsbedingungen der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzusteigen. „Der Vorstand muss sich endlich bewegen. Die Honorarkräfte sorgen fast im Alleingang dafür, dass das Sprachkurs-Angebot des Goethe-Instituts läuft. Sie übernehmen Verantwortung und arbeiten wie festangestellte Lehrkräfte. Jetzt ist der Goethe-Vorstand am Zug, soziale Verantwortung für die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag während einer Pressekonferenz ihrer Organisation in Berlin. Es sei ein Skandal, dass der Vorstand sich bisher geweigert habe, Gespräche mit der GEW aufzunehmen, betonte sie mit Blick auf die fast zeitgleich laufende Jahrespressekonferenz des Goethe-Instituts.

In den Verhandlungen solle über die Bezahlung und soziale Absicherung der überwiegend als Honorarlehrkräfte an den Inlandsinstituten beschäftigten Mitarbeiter gesprochen und diese tariflich geregelt werden. „Die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben viele Pflichten, aber kaum Rechte. Von ihren Honoraren müssen sie sämtliche Sozialversicherungsbeiträge selbst zahlen, sie haben keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“, unterstrich Tepe. „Viele arbeiten seit Jahren überwiegend oder ausschließlich für das Goethe-Institut. Obwohl sie die gleiche Arbeit leisten wie fest angestellte Lehrkräfte, haben sie ein deutlich niedrigeres Einkommen und sind sozial schlechter abgesichert. Ein – auch international – so renommiertes Sprach- und Kulturinstitut muss allen Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen bieten. ‚Außen hui - innen pfui‘ darf nicht zur Goethe-Instituts-Philosophie werden“, sagte die GEW-Vorsitzende.

Info:
Das Goethe-Institut unterhält neben den zahlreichen Auslandsinstituten und der Zentrale in München auch 13 Einrichtungen in Deutschland, die vor allem Kurse „Deutsch als Fremdsprache“ anbieten. In diesem Bereich werden überwiegend Honorarlehrkräfte beschäftigt. Das Goethe-Institut im Inland hat seit 20 Jahren so gut wie keine Lehrkräfte neu eingestellt. Deshalb bieten Honorarlehrkräfte mit rund 80 Prozent den Löwenanteil der Sprachkurse an.