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Lehrkräfte-Eingruppierung: Verhandlungen haben begonnen

Bei den Verhandlungen über die Eingruppierung von Lehrerinnen und Lehrern, die heute in Berlin begonnen haben, geht es den Gewerkschaften auch um gleiche Bezahlung für alle Lehrkräfte. Die GEW hat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um ein kurzes Statement zu diesem Thema gebeten. Der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck fragt: "Sind die Korrekturbelastungen von Gymnasiallehrern tatsächlich größer als die Belastungen in Hauptschulklassen?"

12.12.2009

"Wer 16 Lateinklausuren an seinem Schreibtisch durchsieht, ist doch nicht unbedingt so gestresst wie ein Lehrer, der in der Schule Slomanstieg auf der Hamburger Veddel mit 23 Schülern aus elf Nationen eine Sportstunde mit zwei Klassen in einer Halle bei gewaltigem Geräuschpegel durchführt und gleichzeitig mit fünf Mädchen darüber diskutiert, warum sie nun wieder nicht am Sportunterricht teilnehmen.

Lehrerarbeitsmodelle wie das in Hamburg stimmten also noch nie. Und die Lehrerbesoldung und die Wochenstundenverpflichtung, mit der Grund- und Hauptschullehrer mehr unterrichten, aber weniger bezahlt bekommen, weil Erziehung weniger wert zu sein scheint als Bildung, muten wie eine Entlohnung aus früheren Jahrhunderten an."

Prof. Dr. Peter Struck
Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft
(aus einem Beitrag für die Hamburger Morgenpost, 17. Juli 2009)


Info:
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften haben am 8. Dezember 2009 die Verhandlungen über die Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer unter Federführung der GEW aufgenommen. Die GEW fordert die Eingruppierung für alle voll ausgebildeten Lehrkräfte in die Entgeltgruppe (EG) 14 des Tarifvertrages der Länder (TV-L).

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