GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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Friedenserziehung so aktuell wie nie zuvor – Bildung statt Rüstung

Anlässlich des Antikriegstages 2014, des 75. Jahrestages des Deutschen Überfalls auf Polen und angesichts der eskalierenden militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, in Gaza, im Irak, in Syrien und vielen anderen Orten in der Welt verstärkt die GEW ihre Forderung nach und Selbstverpflichtung zu einer Erziehung zum Frieden und zur friedlichen Bewältigung von Konflikten.

01.09.2014

Friedenserziehung muss ein Kernziel von Bildung sein. In Kitas, Schulen, Hochschulen, der beruflichen Bildung und der Weiterbildung muss der Wert eines friedlichen Miteinanders aller Menschen anschaulich vermittelt werden. Dieser Prozess beginnt mit der Ausbildung des pädagogischen und wissenschaftlichen Personals. Denn: Frieden kann man lernen. Die GEW erinnert an die gemeinsame Erklärung mit der Kultusministerkonferenz über die Zukunftsaufgaben von Bildung und Erziehung, die nach beiderseitigem Verständnis von Friedenssicherung und Gewaltfreiheit geprägt sein werden. Die GEW bekräftigt deshalb an diesem Tag ihre Forderung danach, die Kooperationsvereinbarungen der Länder mit der Bundeswehr zu kündigen, den exklusiven Zugang der Bundeswehr zu Bildungseinrichtungen zu beenden und nach Zivilklauseln für alle Hochschulen. Sie unterstützt die Kampagne Lernen für den Frieden.

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Gemeinsam mit dem DGB erklärt die GEW: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Wir setzen uns für ein Leben in Frieden, Demokratie, Freiheit, Menschenwürde und sozialer Sicherheit ein und unterstützen diese Ziele weltweit. Kriege und Bürgerkriege schaffen unendliches Leid und vernichten Menschenwürde und den sozialen Zusammenhalt. Nicht nur Soldaten sind Kriegsopfer. Die überwältigende Mehrheit sind Zivilisten, ein Großteil davon Kinder. Krieg tütet Menschen, er nimmt ihnen Perspektiven und Zukunft.

Die Ursachen von Konflikten und Kriegen gilt es mit zivilen Mitteln zu beseitigen. Friedensbildung, zivile Krisenprävention und gewaltfreie Konfliktbearbeitung müssen aus- und der gesellschaftliche Einfluss des Militärs und der Rüstungsindustrie abgebaut werden. DGB und GEW fordern daher, die weltweiten Ausgaben für Militäreinsätze und Rüstung drastisch zu reduzieren und das eingesparte Geld für Bildung und nachhaltige Entwicklung zu verwenden. Viele Staaten geben mehr Geld für Rüstung als für Bildung aus. So wird das Recht auf Bildung doppelt ausgehebelt: Die Rüstungsausgaben reduzieren die Spielräume für Bildungsfinanzierung, bewaffnete Konflikte berauben die Menschen ihrer Lebens- und Bildungschancen. Wir fordern: Bildung statt Rüstung!

Friedenspolitik ist Teil unserer Arbeit

Friedenspolitik ist aktiver Teil unserer nationalen und internationalen Arbeit: Am Schicksal unserer Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Regionen nehmen wir lebhaften Anteil. Wir stehen im Austausch mit unseren Partnerorganisationen in Palästina und Israel und werden uns im Oktober ein Bild von der Lage vor Ort machen. Für den Dezember sind Kolleginnen und Kollegen aus der Ukraine zu uns eingeladen. Für den Mary Hatwood Futrell Menschen- und Gewerkschaftsrechtspreis der Bildungsinternationalen haben wir gemeinsam mit den britischen Gewerkschaften den irakischen Lehrer und Gewerkschafter Ahmed Jassam Salih Al-Shiblawiis nominiert. Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, über die Grenzen der verfeindeten Lager hinweg, sind Teil unseres Beitrags für eine friedliche Lösung von Konflikten und eine solidarische Welt.

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