GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

AvM Dual: Schule und Ausbildung verbinden

In Hamburg profitieren geflüchtete Jugendliche von einem bundesweit einmaligen Schulangebot: Sie werden gleichzeitig auf Schulabschluss und Ausbildung vorbereitet. Sprachförderung erhalten sie dabei auch im Betrieb.

19.01.2017

Der neue Bildungsgang AvM Dual (duale Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen und Migranten) bereitet junge Geflüchtete gleichzeitig auf Schulabschluss und Ausbildung vor. AvM Dual wurde im vergangenen Februar als Regelangebot für neu zugewanderte junge Menschen, die älter als 16 Jahre sind, an den Hamburger Berufsschulen eingerichtet. Mitte Oktober 2016 besuchten 2.244 junge Frauen und Männer entsprechende Klassen. Dort werden sie in allen wichtigen Kernfächern unterrichtet. Sie haben zwei Jahre Zeit, um sich auf den ersten oder mittleren Schulabschluss vorzubereiten, anhand dreier intensiver Praktika können sie sich über berufliche Möglichkeiten informieren und bestenfalls einen Ausbildungsplatz finden.

Damit es gelingt, das Lernen in Schule und Betrieb gut zu verknüpfen, stehen den Auszubildenden Mentoren wie Nina Boska zur Seite. Die Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) betreut acht Schüler während ihrer Praktika als Industriemechaniker, Koch, Maler, Kfz-Mechatroniker oder Pflegekräfte im Seniorenwohnheim. "Wir erarbeiten gemeinsam die jeweiligen berufsspezifischen Wortfelder", sagt Boska. Wissenschaftler empfehlen diese Form der Sprachförderung, die sich an Sprachhandlungen in den jeweiligen Arbeitsbereichen oder Betrieben orientiert.

Michaela Ludwig hat für die Januarausgabe der "E&W" zwei junge Afghanen begleitet, die an dem neuen Bildungsgang teilnehmen. Sie lernten erst in der Beruflichen Schule Eidelstedt Deutsch und bereiteten sich mit ihrer Mentorin auf das Praktikum in einem Seniorenwohnheim vor. Derzeit gehen sie an drei Wochentagen zur Schule, die übrigen zwei Tage arbeiten sie in dem Heim.

Zurück