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GEW-Aktionskonferenz „Her mit den Dauerstellen!“

Vom Wissenschaftszeitvertragsgesetz zum Wissenschaftsentfristungsgesetz

Die GEW macht sich für Dauerstellen für Daueraufgaben und eine radikale Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes stark. Dazu erwarten wir in Kürze einen Gesetzentwurf der Ampelkoalition. Die GEW mischt sich ein – seid mit dabei!

84 Prozent aller wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen an Universitäten und 78 Prozent an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) sind befristet beschäftigt. Die durchschnittliche Laufzeit der Zeitverträge liegt an den Universitäten bei 18, an den HAW bei 15 Monaten. Kettenverträge bestimmen den Lehr- und Forschungsalltag der großen Mehrheit der Wissenschaftler*innen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Die Rechtsgrundlage für dieses enthemmte Befristungsunwesen bietet das 2007 in Kraft getretene Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG). Hochschulen und Forschungseinrichtungen dürfen Wissenschaftler*innen vor der Promotion sechs Jahre, nach der Promotion weitere sechs, in der Medizin sogar weitere neun Jahre befristet beschäftigen – und zwar ohne Angabe von Sachgründen. Ist eine Beschäftigung überwiegend drittmittelfinanziert, können weitere Zeitverträge abgeschlossen werden.

Mit der GEW-Kampagne für Dauerstellen für Daueraufgaben setzt sich die GEW seit Jahren für eine umfassende Reform des WissZeitVG ein. 2021 haben zehntausende Wissenschaftler*innen mit dem Hashtag #IchBinHanna auf Twitter den Druck auf die Politik erhöht. Im Herbst 2022 hat die GEW einen ausformulierten Gesetzentwurf für die Ablösung des WissZeitVG durch ein Wissenschaftsentfristungsgesetz präsentiert.

Dauerstellen für Daueraufgaben – der GEW-Slogan hat Eingang in den Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vom Dezember 2021 gefunden. Für Anfang 2023 hat Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) einen Gesetzentwurf für eine Reform des WissZeitVG angekündigt.

Auf unserer Aktionskonferenz zur Reform des WissZeitVG am 15. März 2023 möchten wir uns mit den Reformvorschlägen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auseinandersetzen und Vertreter*innen der Bundestagsfraktionen von SPD, Union, Grünen, FDP und Linken befragen. Autor*innen der drei Evaluationen des WissZeitVG werden die Reformvorschläge im Lichte ihrer Ergebnisse bewerten.

Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, das Parlament muss Farbe bekennen. Wir brauchen sofort eine radikale Reform des Befristungsrechts in der Wissenschaft, die Dauerstellen für Daueraufgaben, Mindestlaufzeiten für Zeitverträge und einen verbindlichen Nachteilsausgleich durchsetzt.

Wir freuen uns auf spannende Debatten mit den Referent*innen und Teilnehmer*innen. Die Teilnahme ist kostenfrei, GEW-Mitgliedern erstatten wir außerdem die Reisekosten.  

Termin
- Uhr
Veranstaltungsort
Hotel Aquino Tagungszentrum
Hannoversche Str. 5B
10115 Berlin
Teilnahmebeitrag
kostenfrei
Anmeldeschluss
01.03.2023
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