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GEW: „Tragfähiger Kompromiss – jetzt brauchen wir eine Qualitätsoffensive“

Bildungsgewerkschaft zum Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses zum Thema Ganztag an Grundschulen

07.09.2021

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses zum Thema Ganztag an Grundschulen, den dieser gestern Abend vorgelegt hat. „Wir erwarten, dass Bundestag und Bundesrat dem Kompromiss zustimmen. Damit wäre dann ein zentrales gesellschafts- und bildungspolitisches Thema endlich auf den Weg gebracht. Das ist für die Familien ein ganz wichtiges Signal“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern am Dienstag in Frankfurt a.M. CDU/CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag auf die schrittweise Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Ganztags-Grundschulplatz verständigt. „Wenn jetzt Geld investiert wird, muss gleichzeitig eine Qualitätsoffensive starten. Ganztag ist eine Bildungsaufgabe. Die Kinder lediglich zu betreuen, damit die Eltern arbeiten gehen können, wird weder den Bedürfnissen der Mädchen und Jungen gerecht, noch kann sich die Idee des ganztägigen Lernens entfalten. Für die gemeinsame Arbeit im Ganztag in multiprofessionellen Teams braucht es Lehrkräfte sowie gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und -pädagogen und Kindheitspädagoginnen und -pädagogen.“

„Auf eine Fachkraft sollten nicht mehr als zehn Kinder kommen. Das Lernen in der Grundschule hat sich längst verändert. Kinder lernen den ganzen Tag auf unterschiedliche Weise und jedes Kind in seinem eigenen Tempo“, betonte Finnern. Multiprofessionelle Teams könnten das Lernen und Leben in der Grundschule am besten gemeinsam gestalten. Sie öffneten damit den bestmöglichen Weg für die Entwicklung aller Kinder. „Mit der wegweisenden Ganztagsentscheidung erhalten alle Mädchen und Jungen, egal wo sie in Deutschland leben, neue Chancen auf gute und erfolgreiche Bildungswege. Insbesondere Kinder aus benachteiligten Haushalten brauchen qualitativ hochwertige Ganztagschulangebote, damit Nachteile ausgeglichen und Chancengleichheit erreicht werden können. Wenn sich zeigt, dass die eingeplanten Gelder nicht ausreichen, muss nachgesteuert werden“, stellte Finnern fest.