GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

GEW: „Tarifverhandlungen mit Berlitz ohne Ergebnis abgebrochen“

Bildungsgewerkschaft: Geschäftsführung muss jetzt 19 Lehrkräfte unbefristet einstellen – Beschäftigte müssen auf Gehaltssteigerungen verzichten

02.12.2015

Frankfurt a. M. – Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Berlitz Deutschland GmbH endeten nach drei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis. Damit muss die Geschäftsführung ab Januar 2016 19 Lehrkräfte fest einstellen, die Beschäftigten müssen bis zu einer Einigung der Tarifpartner auf Gehaltssteigerungen verzichten. In der langen Geschichte der Tarifpartnerschaft in dem Unternehmen ist der Abbruch ein Novum.

Knackpunkt der Verhandlungen war eine Regelung, die zum 1. Januar 2016 wieder in Kraft treten sollte, nachdem sie mehrere Jahre ausgesetzt worden war: Sie sieht eine Verpflichtung von Berlitz vor, jährlich 19 bislang im Unternehmen als Honorarkräfte beschäftigte Lehrkräfte in ein unbefristetes Angestelltenverhältnis zu übernehmen. „Die GEW-Tarifkommission hat sich sehr dafür eingesetzt, eine gemeinsame Lösung mit Berlitz zu finden. Wir sind weit auf die Arbeitgeber zugegangen. Es ist für uns aber nicht hinnehmbar, die Beschäftigten in wirtschaftlich guten Zeiten mit faulen Kompromissen abzuspeisen. Ein Grundstock festangestellter Lehrkräfte ist entscheidend für die Qualitätssicherung des Bildungsangebotes bei Berlitz“, betonte Andreas Gehrke, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Tarif- und Beamtenpolitik, am Mittwoch in Frankfurt a.M.

Das Alternativ-Angebot der Arbeitgeber zu der Einstellungsregelung sei für die GEW-Tarifkommission nicht verhandelbar gewesen. Es habe keine langfristige Lösung geboten, um ein fixes Team festangestellter Lehrkräfte zu sichern, sagte Gehrke. Es sei den Beschäftigten, die in der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens um das Jahr 2010 viele Einschnitte hingenommen hatten, um ihren Teil zur Rettung von Berlitz beizutragen, nicht zu vermitteln, warum die Arbeitgeber weiterhin keinen Schritt auf sie zugehen wollen. Berlitz schreibe bereits im dritten Jahr in Folge schwarze Zahlen und erwarte auch für das kommende Jahr eine positive Entwicklung. 

Zurück