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GEW: „Pensionierungswelle Lehrkräfte: die angekündigte Katastrophe“

Bildungsgewerkschaft zu Pensionierungszahlen von Lehrkräften des Statistischen Bundesamtes

24.11.2009

Frankfurt a.M. – „In Sachen Lehrermangel ist es längst fünf Minuten nach zwölf. In den vergangenen Jahren ist es den Schulämtern noch gelungen, freie Stellen durch Bewerber zu ersetzen, die im früheren Jahren nicht gleich eine Stelle gefunden hatten. Dieser Pool ist jetzt leer. Jetzt wird offenbar, dass seit Jahren zu wenige Lehrkräfte ausgebildet werden. Die Kultusministerien wissen das. Die Finanz- und Innenministerien hingegen, in den über die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte entschieden wird, halten sich Augen und Ohren zu“, sagte Ilse Schaad, im Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Beamten- und Angestelltenpolitik verantwortlich, mit Blick auf die Pensionierungszahlen von Lehrkräften. Das Statistische Bundesamt hat die Daten für 2008 heute vorgelegt. Der ungleichmäßige Altersaufbau der Lehrerschaft lasse für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg erwarten. Der stärkste Altersjahrgang in der Lehrerschaft habe in 2009 gerade den 60. Geburtstag gefeiert.

„Der Lehrerberuf muss wieder attraktiver gemacht werden“, unterstrich Schaad. Sie forderte ein Maßnahmenpaket. Dazu gehöre, die Arbeitsbelastung mindestens auf das Niveau von Anfang der 1990er Jahre zurückzufahren. Zudem solle der psychische Druck auf Lehrkräfte gesenkt werden. Neben kleineren Klassen sei mehr professionelle Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und –psychologen notwendig. Gerade um Quereinsteiger aus anderen Berufen zu gewinnen, müsse die Bezahlung angestellter Lehrerinnen und Lehrer endlich tarifvertraglich geregelt werden. Bisher seien diese der Willkür der Arbeitgeber ausgeliefert.

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