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GEW erhöht Druck für Hochschulpakt und Dauerstellen

Bildungsgewerkschaft zur Protestaktion vor dem Bundesbildungsministerium

05.04.2019

Berlin – Mit den Mitteln aus dem Hochschulpakt müssen künftig zu 100 Prozent Dauerstellen für Daueraufgaben in der Lehre finanziert werden. Dafür haben sich heute die Initiatoren der Kampagne „Frist ist Frust“ während einer Protestaktion vor dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit Blick auf die Verhandlungen der Staatsekretäre des Bundes und der Länder zur Zukunft des Pakts stark gemacht. Über 8.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner unterstützen bereits eine entsprechende Online-Petition. „Das zeigt: Der Frust über die Kettenbefristungen in der Wissenschaft ist groß. Die Chance, mit dem Hochschulpakt eine Trendwende für bessere Beschäftigungs- und Studienbedingungen einzuleiten, darf nicht verschlafen werden“, sagte Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender und Hochschulexperte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Er machte deutlich, dass eine Befristungsquote von 93 Prozent beim wissenschaftlichen Nachwuchs die Qualität von Lehre und Studium gefährde. „Wenn Dozentinnen und Dozenten semesterweise ausgewechselt werden, können sie weder für eine kontinuierliche Betreuung der Studierenden sorgen noch sich hochschuldidaktisch fort- und weiterbilden. Bund und Länder möchten den neuen Hochschulpakt verstetigen – gut so. Dann müssen aber auch endlich die über den Pakt finanzierten Beschäftigungsverhältnisse verstetigt, also entfristet werden“, betonte der GEW-Vize.

Das BMBF erwäge, Dauerstellen zu einem der Kriterien für die Zuweisung von Hochschulpaktmitteln zu machen. „Dass das Haus von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) mit dem Hochschulpakt Anreize für mehr Dauerstellen setzen möchte, ist ein erster Teilerfolg der Kampagne. Jetzt müssen Bund und Länder Nägel mit Köpfen machen. Damit es am Ende nicht wieder bei unverbindlichen Appellen bleibt, müssen die Hochschulen verpflichtet werden, mit den Paktmitteln tatsächlich ausschließlich Dauerstellen für Daueraufgaben in der Lehre zu schaffen“, mahnte Keller.

Info: Mit der Kampagne „Frist ist Frust“ setzen sich GEW, ver.di und das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) dafür ein, den Hochschulpakt zu einem „Entfristungspakt 2019“ weiter zu entwickeln.

Voraussichtlich am 3. Mai wird die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern die Weichen für die Zukunft des Hochschulpakts stellen.

 

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