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„Gemeinsame Verantwortung für das Aufwachsen der Kinder“

Erklärung von GEW und BEVKi zu den Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst

26.05.2015

Frankfurt a.M./Berlin – In einer gemeinsamen Erklärung haben die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (BEVKi) die Partnerschaft von Erzieherinnen und Eltern betont. Eltern sehen täglich, mit wie viel Engagement Erzieherinnen und Erzieher ihre Aufgaben meistern. Sie sind hoch qualifizierte pädagogische Fachkräfte und tragen große Verantwortung. Für Erzieherinnen sind Eltern kompetente und unverzichtbare Partner in der gemeinsamen Verantwortung für das Aufwachsen der Kinder. Durch die Streiks, die heute in die dritte Woche gehen, wird die Partnerschaft auf eine harte Probe gestellt. Viele Eltern sind durch die Schließung der Kitas in arge Bedrängnis geraten.

GEW und BEVKi appellieren an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), schnellstmöglich ein Angebot vorzulegen. Eine bessere Eingruppierung und die Aufwertung des Berufs seien dringend erforderlich. „Wir stellen uns hinter unsere Erzieherinnen, denn ihre Forderungen sind längst überfällig“, betonte Norman Heise, einer der fünf BEVKi-Sprecher_innen. „Dass die Gewerkschaften zum Mittel des Streiks greifen müssen, ist ein Armutszeugnis für Arbeitgeber und Politik. Es wird viel über die Bedeutung der frühen Bildung geredet und zu wenig getan. Erzieherinnen haben mehr verdient.“ Der Schlüssel, um die Streiks zu beenden, liege bei den Arbeitgebern. Diese müssten sich jetzt bewegen.

Die GEW fordert eine deutlich bessere Eingruppierung aller Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen (SuE). Aktuell lägen Erzieherinnen und Erzieher mit ihrem Durchschnittsgehalt von 2.879 Euro knapp 650 Euro unter dem Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dieser betrug laut Statistischem Bundesamt 2014 3.527 Euro. „Niemand wird behaupten, dass die Arbeitsleistung in Kitas 20 Prozent unter der durchschnittlichen Arbeitsleistung der Bevölkerung liegt“, unterstrich Norbert Hocke, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit. „Der Streik geht jetzt in eine entscheidende Phase. Es gibt in der Gesellschaft einen breiten Konsens, sozialpädagogische Fachkräfte besser zu bezahlen. Die Arbeitgeber müssen ihre Blockadehaltung beenden und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.“

Die Bundeselternvertretung blickt mit Sorge in die Zukunft. Wenn es nicht gelingt, den Erzieherinnenberuf attraktiver zu machen, entschieden sich immer weniger junge Menschen für eine Ausbildung in diesem Bereich. Die Folge: Der Fachkräftemangel würde sich dramatisch verschärfen. „Wenn die Fachkräfte fehlen, können der Personalschlüssel in den Kitas und damit die pädagogische Qualität nicht verbessert werden“, sagte Heise.

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