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GEW und Bildungsinternationale: „Kinderarbeit untergräbt Recht auf gute Bildung“

Appell und Aktionen der Bildungsgewerkschaften zum „Welttag gegen Kinderarbeit“

11.06.2013

Frankfurt a. M. /Brüssel - Weltweit müssen weit über 200 Millionen Kinder arbeiten und können ihr Recht auf gute Bildung nicht einlösen - trotz national anderslautender Gesetze und internationaler Konventionen, in denen dieses Recht verankert ist. Das haben die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und ihre globale Dachorganisation Bildungsinternationale (BI) mit Blick auf den morgigen „Welttag gegen Kinderarbeit“ angeprangert. Sie fordern eine gebührenfreie und qualitativ hochwertige öffentliche Bildung für alle Mädchen und Jungen. Bildung sei das zentrale Mittel im Kampf gegen Kinderarbeit. „Kinderarbeit ist eine der schlimmsten Formen der Ausbeutung. Wir appellieren an alle, Kinderarbeit zu ächten sowie Kindern und Jugendlichen eine gute Bildung zu ermöglichen“, unterstrich GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Dienstag in Frankfurt a.M.

Fred van Leeuwen, Generalsekretär der BI stellte fest: „Die Menschheitsplage Kinderarbeit unterminiert sowohl das Grundrecht auf Bildung als auch das Millennium-Ziel ‚Bildung für alle‘, das bis 2015 erreicht werden soll.“ Bildung müsse für alle Menschen zugänglich sein und hohe Qualität haben, so der BI-Generalsekretär weiter. „Dies ist erst der Fall, wenn alle Kinder einen uneingeschränkten Zugang zu Kindergärten, Schulen und Hochschulen haben und von qualifizierten Lehrenden unterrichtet werden.“

Weltweit beteiligten sich tausende Lehrerinnen und Lehrer am internationalen Aktionstag, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) 2002 eingeführt hatte. Die BI ruft mit einem eigens dafür konzipierten „Activity Kit“ dazu auf, Kinderarbeit in Bildungseinrichtungen zu thematisieren. Die GEW gibt mit ihrem Ideenwettbewerb „Kinderarbeitsfreie Zonen“ in Deutschland entsprechende Impulse.

Beispiele guter Praxis sind in der jüngst erschienenen, englischsprachigen Broschüre „Teacher unions at the forefront of the fight against child labour: good practice“ dokumentiert. Das Heft fasst Ergebnisse der internationalen Konferenz „Schule ist der beste Arbeitsplatz. Bildungsgewerkschaften gegen Kinderarbeit“ zusammen, die im Herbst 2012 in Berlin stattgefunden hat.