Tipps für die Rückkehr

Nach einem Auslandsaufenthalt stellt sich für viele Lehrerinnen und Lehrer die Frage: Und nun? Die AG AuslandslehrerInnen der GEW hat einen Leitfaden für RückkehrerInnen entwickelt, damit der Wiedereinstieg in Deutschland gelingt.

Integrationspotenziale zurückkehrender Auslandslehrkräfte

"Der Auslandsaufenthalt ist erst in vollem Umfang erfolgreich, wenn die vermittelten Lehrkräfte ihre Auslandskontakte und Auslandserfahrungen für die Erreichung kulturpolitischer und bildungspolitischer Ziele in Deutschland einsetzen und wenn dieser Einsatz auch ihre berufliche Entwicklung fördert.“ (Beschluss der KMK vom 6.12.2001). Die Arbeit von Auslandslehrkräften und ihre Rolle als Träger auswärtiger Kulturpolitik werden in jüngster Zeit zumindest von den zuständigen Ländervertretern anerkannt. Doch nach wie vor fühlen sich RückkehrerInnen in vielen Fällen als "Unterbringungsfall" verwaltet, wobei die im Ausland erworbenen Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen kaum Beachtung finden. "Der aktive Beitrag der Auslandslehrkraft zur Schaffung und Intensivierung der Kommunikation zwischen den Völkern bedeutet für das Schulleben eine Erweiterung der praktischen Dimension internationaler und interkultureller Bildung und Erziehung“ - Dieser appellative Hinweis im KMK-Beschluss muss eine konkrete Umsetzungspraxis an Schulen und Schulaufsichtsbehörden zur Folge haben. Die Reintegrationsprozesse von RückkehrerInnen müssen begleitet und vorbereitet werden. Dies erfordert einen kontinuierlichen Kontakt zwischen der jeweiligen Auslandslehrkraft und der Heimatschulbehörde.

Kontakte pflegen

Kontakte pflegen, die Rückkehr vorbereiten!
Ein Wegweiser für Lehrerinnen und Lehrer im Ausland.

Natürlich denkt man bei einer erfolgreichen Vermittlung in den Auslandsschuldienst noch nicht an die Rückkehr nach Deutschland. Die Vorbereitungen für die Übersiedlung und alle damit verbundenen Arbeiten, die neuen Eindrücke, Erfahrungen und Herausforderungen dominieren den beruflichen und privaten Alltag. Die Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass es sehr nützlich ist, bereits vor und während der Auslandstätigkeit für die Rückkehr vorzusorgen, denn diese wird als genauso einschneidend empfunden wie die Ausreise. Nicht selten gestaltet sich die "Wiedereingliederung“ in Deutschland noch schwieriger als die Ausreise. Die folgende Übersicht soll helfen, dass Sie nicht "in Vergessenheit geraten“ und die Rückkehr erleichtert wird. Natürlich muss diese Liste nicht vollständig abgearbeitet werden, sondern es handelt sich um Empfehlungen, die Möglichkeiten aufzeigen, der Gefahr des Vergessens zu begegnen. Jede und jeder ist gehalten, diese Dinge ihrer bzw. seiner individuellen Situation anzupassen.

 

HandlungsfelderInstitutionen, Personen, AdressatemEinzelmaßnahmenZeithorizont v:vor; w:während
Kontakt zur SchulbehördeBLASCHA-VertreterBLASCHA-VertreterIn der zuständigen Bildungsbehörde ermitteln, sich vorstellen, informieren und vor der Ausreise mit neuem Schulort abmelden. Kontakt während der Auslandstätigkeit halten.v,w
Zuständiger SchulaufsichtsbeamterBei zuständigem SchulaufsichtsbeamtIn abmelden; Beurteilung des Schulleiters der Auslandsschule kann auf Wunsch der beurteilten Lehrkraft and die Behörde des Bundeslandes weitergegeben werden. Tätigkeitsbericht bei Vertragsverlängerung weiterleiten lassen. Beurteilung durch den zuständigen KMK-Vertreter beantragen, die zur PErsonalakte genommen werden muss. Rückkehr rechtzeitig (1 Jahr vorher) ankündigenv,w
Kontakt zur Schule bzw. Schulen in DeutschlandSchulleitung, Kolleginnen und Kollegen, GEW- BetriebsgruppeRegelmäßig über die Tätigkeit im Ausland informieren, rechtzeitig vor der Rückkehr (1 Jahr vorher) Kontakt aufnehmen, wenn eine Rückkehr an die alte Schule geünscht wird. Wenn der Einsatz an einer anderen Schule gewünscht wird, Kontakt zu den in Frage kommenden Schulen aufnehmen und Bedarfssituation erfragenw
PersonalvertretungSchule, Regierungsbezirk, LandZuständigkeiten erfragen, damit bei Problemen beim Übergang in das deutsche Schulwesen rechtzeitig Hilfe in Anspruch genommen werden kann, z.B. bei Vertragsänderungen, Versetzungen, Einsatzwünschen.v,w
Kontakt zur AGALAGAL-Vertreter des Bundeslandes über den Auslandseinsatz informieren, Beratung und Hilfe bei Konflikten und Problemen im Ausland (z.B. mit Schulleitung, Schulverein, ZfA) in Anspruch nehmen, um eine unnötige Eskalation zu vermeiden und Konflikte rechtzeitig beizulegen.v,w
Netzwerke aufbauenins Ausland vermittelte Kolleginnen und Kollegen ADLK, BPLK, OLK, FachberaterKontakte zu Kolleginnen und Kollegen, die auch in den Auslandsschuldienst gehen, knüpfen. Hierzu eignen sich besonders die Vorbereitungslehrgänge bei der ZfA, aber auch Informationen, die man über die AGAL oder den VdLiA abfragen kann, Adresssen sammeln und austauschen, Kontakte pflegen, Treffen organisieren (örtliche, regional, überregional).w
GEW informierenBeim Landesverband ummelden, während des Auslandseinsatzes sind GEW-Mitglieder bundesunmittelbare Mitglieder. So wird auch der Versand der Zeitschriften ins Ausland sichergestellt.v, w
InformationsquellenInformationsquellen nutzen: Rundbrief der AGAL, Zeitschriften der GEW, Zeitschrift des VdLiA, Dokumentationen der Sonnbergtagungen der AGAL, Infos der ZfA, Zeitschrift Begegnung der ZfA, Jahrbuch des Auslandsschulwesen der ZfA und natürlich Informationen im Internet.v,w

Rückkehr rechtzeitig ankündigen

Sie sollten ihre Heimatschulbehörde rechtzeitig in einem förmlichen Schreiben über den Zeitpunkt ihrer geplanten Rückkehr nach Deutschland informieren.

Kompetenzmerkmale

Kompetenzmerkmale der Auslandstätigkeit – eine Liste zur Selbsteinschätzung

Didaktik und Methodik des Unterricht

  • Deutsch als Muttersprache
  • Deutsch als Fremdsprache (DaF)
  • Deutschsprachiger Fachunterricht (DFU)
  • Bilingualer Unterricht
  • Differenzierungsformen
  • Team Teaching
  • Methodenlernen
  • Wahlpflicht und Arbeitsgruppen (Theater, Projekte, Besuche, Kontakte)

Teilnahme an Lehrerfortbildungen

  • zum obigen Unterricht
  • schulinterne Angebote

Eigene Angebote

  • Mitarbeit und Leitung an der Schule
  • Interkulturelle Arbeit im Schulbereich
  • Interkulturelle Handlungsfähigkeit aus
  • Landeskundliches Wissen um
  • Methodenwissen zu
  • Gebrauch neuer Medien
  • Eigene Erfahrungen und individuelle Bereicherung im Umgang mit der fremden Gesellschaft. Was haben Sie aus dem Gastland mitgebracht an

Mitarbeit und Leitung an der Schule

  • Gewerkschaft (GEW oder der des Gastlandes)
  • Schulorganen (Beirat, Personalvertretung, Elternarbeit)
  • Personalführung (Fachleitung, Fachbereich, Oberstufe)
  • Management (Budget, Requisition, Marketing)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Schulzeitung, Internet, Werbung)
  • Repräsentation der Schule bei offiziellen Anlässen

Interkulturelle Arbeit im Schulbereich

  • Netzwerkbildung mit europäischen Auslandsschulen
  • Informative Veranstaltungen zu Deutschland, Österreich, der Schweiz
  • Kooperation mit örtlichen Partnern
  • Kooperation mit Mittlerorganisationen (Goethe-Institut, Institut für Auslandsbeziehungen, Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit...
  • Kooperation mit Auslandsvertretungen (Botschaft, Konsulat)

Interkulturelle Handlungsfähigkeit aus

  • Begegnung, Dialog und Kooperation,
  • Schulaustausch und Schulbesuchen,
  • Kooperation mit einheimischen Bildungsträgern/ -verantwortlichen,
  • gemeinsamer Lehrplangestaltung und Projektarbeit,
  • schulischer Alltagsorganisation und Freizeitangeboten,
  • bilateralem Länder- und Kulturvergleich,
  • internationalen Kooperationsprogrammen (German American Partnership Program, COMENIUS...).

Landeskundliches Wissen um

  • Bildungs- und Schulsystem des Gastlandes,
  • Unterrichts- und Erziehungsziele,
  • (Mehr-)Sprachenpolitik und ihre Umsetzung,
  • soziale und politische Verhältnisse,
  • gesellschaftliche Konflikte und Lösungsstrategien.

Methodenwissen zu

  • handlungsorientiertem Unterricht,
  • Integration und Organisation des Schullebens,
  • Gewalt- und Konfliktprävention in der Schule,
  • Standardisierung und Evaluation des Unterrichts.

Gebrauch neuer Medien

  • Umgang mit Computer und Netzwerk,
  • Nutzung des Internet und Webseitenerstellung,
  • Fachspezifische und pädagogische Software,
  • Einsatz neuer Medien im Unterricht,
  • Didaktik der neuen Medien,
  • Projektarbeit mit neuen Medien (E-Mail, Chat, Weblog).

Eigene Erfahrungen und individuelle Bereicherung im Umgang mit der fremden Gesellschaft. Was haben Sie aus dem Gastland mitgebracht an

  • neuen Erfahrungen,
  • praktischen Kenntnissen,
  • persönlichen Erkenntnissen?