GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Sie sind hier:

Vorbereitungsdienst in Teilzeit – ein Modell im Kommen

Studieren mit Kind ist ja schon schwierig, aber Vorbereitungsdienst mit Kind–das geht gar nicht! So empfinden es viele Betroffene. Die Gründe, das Referendariat in Teilzeit leisten zu wollen, sind indes vielfältig: Ein Pflegefall in der Familie oder im Freundeskreis können entscheidend sein - ebenso aber auch finanzielle Fragen. Die GEW fordert daher schon lange, dass es möglich sein muss, den Vorbereitungsdienst in Teilzeit abzuleisten. Hier findet ihr einen Überblick über die Regelungen.

Die Mehrzahl der Bundesländer lässt den Vorbereitungdienst in Teilzeit immer noch nicht zu. Doch im Zuge der Dienstrechts- oder Lehrerbildungsreformen ist in den vergangenen Jahren in mehreren Ländern diese Möglichkeit geschaffen worden.

Die Modelle sind dabei sehr unterschiedlich: So nimmt zum Beispiel Hessen das Einführungs- und das Prüfungssemester aus. Die zwei Semester dazwischen kann man auf drei oder vier Semester strecken. Berlin erlaubt den Teilzeitvorbereitungsdienst bislang nur im Angestelltenverhältnis. Andere Länder beschränken die Möglichkeit auf die sogenannte familienpolitische Teilzeit, das heißt es muss mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt leben.

GEW-Mitglieder können sich bei ihrem zuständigen Landesverband über den Teilzeit-Vorbereitungsdienst beraten lassen.

Stand: August 2017

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Es gibt keine Teilzeitregelung. Derzeit wird (etwa seit Dezember 2016) auf Drängen der GEW die Möglichkeit der Einführung eines Teilzeitreferendariats im Kultusministerium vertieft geprüft.

Weitere Infos zu Vorbereitungsdiensten für die Lehrämter an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg gibt es hier.

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Folgende Teilzeitregelung ist vorhanden: „Der Vorbereitungsdienst kann auf Antrag auch in Teilzeit absolviert werden. In diesem Fall dauert er 24 Monate. Der Antrag muss mit der Bewerbung um Aufnahme in den Vorbereitungsdienst gestellt werden.

Sollten Sie sich für die Teilzeit entscheiden, beachten Sie bitte Folgendes:

  • Die Teilzeitbeschäftigung ist derzeit für Beamte auf Widerruf nicht möglich, weil beamtenrechtliche Vorschriften dem entgegenstehen. Bis zu einer Änderung dieser Vorschriften können Bewerberinnen und Bewerber für den Vorbereitungsdienst, die diesen in Teilzeit absolvieren möchten, jedoch in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis beschäftigt werden.
  • Die Teilzeitregelung ändert nichts an den Ausbildungsverpflichtungen. Es müssen alle Verpflichtungen gemäß der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Staatsprüfung für Lehrämter erfüllt werden, allerdings nicht in 18, sondern in 24 Monaten. Die Ausbildungszeit wird also gestreckt.
  • Die monatliche Unterhaltsbeihilfe reduziert sich auf 75 % des regulären Betrags. Da die Beschäftigung im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis erfolgt, sind Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten.“

Auch die GEW Berlin informiert über das Referendariat in Teilzeit:

Die GEW Berlin hat sich sehr dafür eingesetzt, dass das Referendariat auch in Teilzeit absolviert werden kann. Mit dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz und der Verordnung Vorbereitungsdienst sind dafür endlich die rechtlichen Grundlagen geschaffen worden. Allerdings hat es der Senat bisher versäumt, auch das Landesbeamtengesetz entsprechend zu ändern. Daher ist es zurzeit nur möglich, das „Teilzeit-Referendariat“ im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis (volle Sozialversicherungspflicht) zu absolvieren, aber noch nicht im Beamtenverhälnis.

Für das „Teilzeit-Referendariat“ gelten folgende Regelungen:

  • Man muss sich von vornherein entscheiden, ob man das Referendariat in Teilzeit absolvieren möchte. Der Antrag auf Teilzeit muss bereits mit der Bewerbung gestellt werden, wobei dafür kein besonderer Grund erforderlich ist (anders beim Sonderurlaub ohne Bezüge). Ein Wechsel in Teilzeit während des Referendariats ist nicht möglich. Die Dauer des Referendariats wird dann von 18 auf 24 Monate ausgedehnt, allerdings mit entsprechend reduzierten Bezügen (75 Prozent).
  • Die SeminarleiterInnen erstellen einen individuellen Ausbildungsplan. Am Ende muss sichergestellt sein, dass dieselben Ausbildungsteile absolviert wurden wie in 18 Monaten (aber auch nicht mehr!). Die Höhe des Ausbildungsunterrichts beträgt 8 (anstelle von 10) Unterrichtsstunden, davon mindestens 3 (anstelle von 4) selbstständiger Unterricht. Die Gesamtzahl der Unterrichtsbesuche („Lehrproben“) entspricht der in Vollzeit – ist also insgesamt nicht höher.

Noch mehr Informationen gibt es bei der Senatsverwaltung und im Lehrerbildungsgesetz (LBiG).

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate (ab 2019: ein Jahr). Auf Antrag können Zeiten einer Unterrichtstätigkeit an Schulen oder damit gleichwertige Zeiten bis zu einer Dauer von sechs Monaten auf die Dauer des Vorbereitungsdienstes angerechnet werden.
Es gibt keine Teilzeitregelung.

Weitere Infos gibt es beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Außerdem empfiehlt sich die Lektüre des Brandenburgischen Lehrerbildungsgesetzes (BbgLeBiG) und der Ordnung für den Vorbereitungsdienst (OVP).

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Es gibt keine Teilzeitregelung.

Ausführlicher informieren das Landesinstitut für Schule Bremen und das Lehrerausbildungsgesetz (§ 6 Vorbereitungsdienst).

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Es gibt keine Teilzeitregelung.

Über weitere Details zum Referendariat informiert die Stadt Hamburg.

Der Vorbereitungsdienst dauert 21 Monate. Mit Blick auf mögliche Teilzeitregelungen heißt es im Hessischen Lehrerbildungsgesetz in der Fassung vom 28. September 2011, § 38 Dauer und Gliederung der Pädagogischen Ausbildung (5): „Auf Antrag der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst kann die pädagogische Ausbildung unter Bewilligung von Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen nach § 63 Abs. 2 des Hessischen Beamtengesetzes erfolgen.“

§ 63 Abs. 2 HBG sieht vor, dass einer Beamtin oder einem Beamten auf Widerruf im Vorbereitungsdienst aus familiären Gründen Teilzeitbeschäftigung mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bewilligt werden kann, soweit die Struktur der Ausbildung nicht entgegensteht und den unverzichtbaren Erfordernissen der Ausbildung Rechnung getragen wird. Familiäre Gründe sind die tatsächliche Betreuung oder Pflege eines Kindes unter 18 Jahren oder einer oder eines pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen.

Noch gelten jedoch unter anderem folgende Regelungen:

  • Teilzeitbeschäftigung ist in der Einführungsphase und im Prüfungssemester nicht möglich.
  • Der Beginn der Teilzeitbeschäftigung ist nur zu Beginn eines Hauptsemesters möglich.
  • Die Ausbildung in beiden Fächern bzw. einem Fach und einer Fachrichtung erfolgt ggf. nacheinander. Der eigenverantwortete Unterricht in beiden Fächern bzw. einem Fach und einer Fachrichtung muss durchgängig möglich sein.
  • Die Module, Ausbildungsveranstaltungen und Ausbildungsinhalte der beiden Hauptsemester können auf bis zu 4 Semester verteilt werden.

Mehr Informationen zum Vorbereitungsdienst gibt es auch bei der Hessischen Lehrkräfteakademie

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Laut Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern gibt es folgende Teilzeitregelung:

„Das Beamtenverhältnis wird in Vollzeit begründet. Dazu kann ein Antrag auf Teilzeitbeschäftigung gestellt werden. Bei der Bewilligung von Teilzeitbeschäftigung ist zu unterscheiden zwischen Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen und Teilzeitbeschäftigung aus sonstigen Gründen. Teilzeitbeschäftigung aus sonstigen Gründen kann im Rahmen des gegebenen Ermessens bewilligt werden, soweit keine dienstlichen Gründe entgegenstehen. Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen (tatsächliche Betreuung oder Pflege eines Kindes unter 18 Jahren oder eines nach einem ärztlichen Gutachten pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen) ist zu gewähren, wenn keine zwingenden dienstlichen Gründe entgegenstehen. Als dienstlicher Grund für die Versagung von Teilzeitbeschäftigung kommt vor allem die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung in Betracht.“

Zusätzliche Informationen zum Vorbereitungsdienst in Mecklenburg-Vorpommern gibt es auf der Webseite Lehrer in MV.de, im Gesetz über die Lehrerbildung in Mecklenburg-Vorpommern, in der Verordnung zum Vorbereitungsdienst und zur Zweiten Staatsprüfung für Lehrämter an den Schulen im Lande Mecklenburg-Vorpommern oder beim Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Mit Blick auf Teilzeit heißt es im Merkblatt für Beamtinnen, Beamte, Richterinnen und Richter über Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubungen nach dem NBG und dem NRiG einschl. Elternzeit (ohne Altersteilzeit): „Beamtinnen und Beamten auf Widerruf im Vorbereitungsdienst ist unter den genannten Voraussetzungen Teilzeitbeschäftigung zu bewilligen, soweit dies nach der Struktur der
Ausbildung möglich ist und der Ausbildungserfolg nicht gefährdet wird.“

Ferner gibt es eine Infoseite des Ministeriums zum Vorbereitungsdienst in Niedersachsen. Ein Antrag auf Teilzeitbeschäftigung steht bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde online zum Download bereit.

Das Referendariat dauert 18 Monate. Mit der Dienstrechtsreform 2016 können Beamt*innen auf Widerruf, die ihren Vorbereitungsdienst nach dem 31. Dezember 2017 (also ab dem 1.1.2018) begonnen haben, nun nach § 64 II Landesbeamtengesetz „aus den in Absatz 1 genannten Gründen Teilzeitbeschäftigung mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bewilligt werden, soweit die Struktur der Ausbildung nicht entgegensteht und den unverzichtbaren Erfordernissen der Ausbildung Rechnung getragen wird“. Nähere Regelungen trifft die Verordnung nach § 7 Absatz 2. Weiter Infos zum Vorbereitungsdienst gibt es beim NRW-Schulministerium und im Hinweise-Dossier.

Das Referendariat dauert 18 Monate, Teilzeit ist rechtlich möglich. In § 75 des Landesbeamtengesetzes (LBG) Landesrecht Rheinland-Pfalz heißt es: „(5) Beamtinnen und Beamten im Vorbereitungsdienst kann aus den in Absatz 4 Satz 1 Halbsatz 1 genannten Gründen Teilzeitbeschäftigung mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bewilligt werden, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen.“

Über die zweite Phase der LehrerInnenausbildung informiert auch das Bildungsministerium sowie die Studienseminare.

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Es gibt laut Saarländischem Beamtengesetz (SBG) vom 11. März 2009, § 79 die Möglichlkeit zur Teilzeitbeschäftigung: „(5) Beamtinnen und Beamten im Vorbereitungsdienst kann aus den in Absatz 4 Satz 1 genannten Gründen Teilzeitbeschäftigung mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bewilligt werden, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen.“

Weitere Informationen zum Vorbereitungsdienst sind auf den Seiten des Bildungsministeriums zu finden.

Der Vorbereitungsdienst dauert 16 Monate. Es gibt keine Teilzeitregelung.

Ausführliche Informationen zum Vorbereitungsdienst gibt es beim Ministerium. Ergänzend empfehlen sich die Lektüre der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Laufbahnprüfung für ein Lehramt im Land Sachsen-Anhalt vom 13. Juli 2011 und des Beamtengesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 15. Dezember 2009.

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate, kann aber seit dem 1. Februar 2017 auch im Teilzeitmodell auf 24 Monate verlängert (bei dann nur 3/4 der monatlichen Vergütung) werden, wenn Lehramtsanwärterinnen und -anwärter sowie Studienreferendarinnen und -referendare

  • mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder einen nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen sonstigen nahen Angehörigen tatsächlich betreut oder pflegt,
  • neben dem Vorbereitungsdienst noch in einem weiteren Fach oder einer weiteren Fachrichtung eine Erweiterungsprüfung nach § 22 Lehramtsprüfungsordnung I anstrebt oder
  • neben dem Vorbereitungsdienst habilitiert oder eine Dissertation bearbeitet.

Der Antrag auf Durchführung des Vorbereitungsdienstes in Teilzeit muss bereits mit dem Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst gestellt werden. Da die Unterrichtsverpflichtung während des Vorbereitungsdienstes in Teilzeit nach § 14 Absatz 6 Lehramtsprüfungsordnung II reduziert wird,  werden während des gesamten Vorbereitungsdienstes von 24 Monaten Ausbildungsbezüge in Höhe von 75% der vollen Ausbildungsbezüge gewährt.

Weitere Informationen zum Vorbereitungsdienst geben das Ministerium, die Lehramtsprüfungsordnung II (§ 12) vom 12. Januar 2016 (SächsGVBl. S. 9) sowie die Themenseite der GEW Sachsen.

Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate und kann auch in Teilzeit absolviert werden.

In der Landesverordnung über die Ordnung des Vorbereitungsdienstes und die Zweite Staatsprüfung der Lehrkräfte vom 24. Juni 2011, §5 Dauer des Vorbereitungsdienstes, heißt es:

„(1) Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Für in Teilzeit ausgebildete Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst verlängert sich die Dauer des Vorbereitungsdienstes entsprechend.“

Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen ist im Umfang von der Hälfte oder drei Viertel der regelmäßigen Arbeitszeit möglich, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Der Vorbereitungsdienst verlängert sich entsprechend, und die Anwärterbezüge werden entsprechend gekürzt. Die Einzelheiten sind mit der Schulleitung und dem IQSH abzustimmen.

Weitere Informationen zum Vorbereitungsdienst gibt es auf der Infoseite des Ministeriums zur LehrerInnenbildung und der Infoseite zum Vorbereitungsdienst.

 

Die Dauer des Vorbereitungsdienstes ist unterschiedlich: Für das Lehramt an Regelschulen, an Gymnasien, an berufsbildenden Schulen und für Förderpädagogik sind 24 Monate vorgesehen, an Grundschulen 18 Monate. Der Vorbereitungsdienst kann seit 2014 auch in Teilzeit absolviert werden.

Der Thüringer Landtag beschloss am 21. Juli 2014 ein neues Beamtenrecht. Damit wurde eine Familienpflegezeit eingeführt, und BeamtInnen im Vorbereitungsdienst erhalten die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, sofern die Ausbildungsziele dadurch nicht gefährdet werden.

Im Thüringer Gesetz über die Laufbahnen der Beamten heißt es in § 14 Einrichtung von Vorbereitungsdiensten, Ausbilder: „Soweit die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen dies vorsehen, kann Beamten im Vorbereitungsdienst aus den in § 62 Abs. 1 ThürBG genannten Gründen eine Teilzeitbeschäftigung mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bewilligt werden, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen.“

Mehr Informationen gibt es auch beim Minsterium für Bildung, Jugend und Sport sowie im Thüringer Lehrerbildungsgesetz.