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Bezahlung im Vorbereitungsdienst

Im Vorbereitungsdienst, der letzten Etappe der Lehrerkräfteausbildung, wirst du schon bezahlt. Aber wie viel bekommst du? Und kannst du davon leben? Ein Überblick.

Alle Bundesländer beschäftigten ihre Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in der Regel als „Beamte auf Widerruf“. Als solche steht ihnen eine Besoldung als „Beamtenanwärter“ zu. Diese besteht aus einem sogenannten Anwärtergrundbetrag sowie den im Beamtenrecht üblichen Zulagen für Kinder und (in den meisten Bundesländern) Ehegatten. Die Anwärtergrundbeträge unterscheiden sich zum einen zwischen den Bundesländern und zum Anderen je nach Besoldungsgruppe, der das anzustrebende Lehramt zugeordnet ist. Bei letzterem gibt es Unterschiede vor allem für Grundschullehrkräfte, aber zum Teil auch bei Lehrämtern der Sekundarstufe I  – das hängt mit der GEW-Kampagne „JA13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen!“ zusammen. Auch die familienbedingten Zulagen sind von Land zu Land verschieden. GEW-Mitglieder erhalten Infos und Beratung bei ihrem GEW-Landesverband.

Beamtin oder Beamter auf Widerruf zu sein bedeutet, auch sozialversicherungsrechtlich wie eine Beamtin oder ein Beamter behandelt zu werden. Das heißt, dass du keine Beiträge zur Renten- und zur Arbeitslosenversicherung abführen musst. Im Gegenzug erwirbst du natürlich auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Auch Ansprüche in der Rentenversicherung erwirbst du nicht. Falls du im Anschluss an den Vorbereitungsdienst Beamtin oder Beamter auf Lebenszeit wirst, ist das egal, denn dann zählt die Zeit des Vorbereitungsdienstes bereits für die spätere Versorgung mit. Falls du danach aus dem Beamtenverhältnis ausscheidest, zahlt der Dienstherr (also das Land) die Rentenversicherungsbeiträge nachträglich alleine ein.

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung bist du nicht (mehr) pflichtversichert. Dafür hast du als Beamtin oder Beamter Anspruch auf „Beihilfe im Krankheitsfall“. Für den nicht durch die Beihilfe abgedeckten Teil der Krankheitskosten musst du dich privat versichern. Die privaten Krankenkassen bieten für Beamte im Vorbereitungsdienst meist recht günstige Lockangebote, weil Beamte ihre wichtigste Kundschaft sind.

Wer zuvor gesetzlich krankenversichert war, kann sich (nur kurze Zeit!) entscheiden, während des Vorbereitungsdienstes freiwillig in seiner gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben. In manchen Bundesländern (derzeit Hamburg, Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen) bezahlt der Dienstherr den halben Beitrag zur Krankenkasse als „pauschale Beihilfe“, in anderen nicht.

Die GEW fordert, die Anwärterbezüge deutlich anzuheben. Gerade jetzt in Zeiten des Lehrkräftemangels ist sonst die Verlockung groß, gleich nach dem ersten Examen erst mal an die Schule zu gehen und Geld zu verdienen. Der Preis ist allerdings, dass man schlechter bezahlt wird als voll ausgebildete Lehrkräfte, und eine Verbeamtung ist ohne zweites Staatsexamen erst recht nicht möglich. Auch im Vergleich zu anderen pädagogischen Berufen sind die Anwärterbezüge nicht gerade üppig. „So erhalten Sozialpädagoginnen und -pädagogen nach TV-L im Anerkennungsjahr 1.826,21 Euro monatlich und Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr immerhin 1.602,02 Euro. Zum 1. April 2021 erhöhen sich diese Werte um weitere 25 Euro.“

Bezahlung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst (Anwärtergrundbeträge)

Stand: März 2021

Bundesland Besoldungsgruppe / Lehrämter
  A12 Lehrämter A13 Lehrämter A13Z Lehrämter
Baden-Württemberg 1.493,53 GS 1.526,46 HS, WRS, RS, SoS 1.562,62 Gym, BBS
Bayern 1.524,49 GS, MittelS 1.556,70 RS, FöS 1.592,06 Gym, BBS
Berlin --   1.517,47 GS (inkl.So-päd.) 1.556,14 ISS, Gym, BBS (inkl. So-päd)
Brandenburg --   1.540,10 alle anderen 1.574,42 Gym, BBS
Bremen* 1.431,84 GS/Sek. I 1.464,39
 
GS/Sek. I* 1.500,17 Gym, BBS
Hamburg -- -- 1.490,60 GS/Sek. I
 
1.525,04 alle anderen
Hessen 1.450,77 GS 1.485,27 FöS, HRS 1.523,13 Gym, BBS
Mecklenburg-Vorpommern -- -- 1.467,28 alle Lehrämter -- --
Niedersachsen 1.426,91 GS, HS, RS 1.462,66 FöS 1374,13 Gym, BBS
Nordrhein-Westfalen 1.500,37 GS, Sek. I 1.533,28 FöS 1.569,43 Gym, BBS
Rheinland-Pfalz 1.453,55 GS 1.486,71 FöS, RS+ 1.523,13 Gym, BBS
Saarland 1.416,20 GS, GHS 1.447,82 RS, FöS, Sek.I 1.482,56 Gym, BBS
Sachsen -- -- 1.595,10 alle anderen --  
Sachsen-Anhalt 1.452,28 GS 1.484,00 alle anderen 1.518,85 Gym, BBS
Schleswig-Holstein** 1.497,83 GS, GHS 1.531,19 RS, Sek-I, FöS 1.567,81 Gym, BBS
Thüringen*** 1.469,34 GS, RegelS 1.503,00 FöS 1.539,97 Gym, BBS
*Bremen: Ab August 2021 sind GS und Sek.I in A13
**Schleswig-Holstein: Ab 2025 sind auch Lehrkräfte an Grundschulen in A13
***Thüringen: Ab August 2021 sind auch Lehrkräfte an Grundschulen in A13  
nachrichtlich TV-L:            
Sozialpäd.im Anerkennungsjahr 1.826,21          
Erzieher im Anerkennungsjahr 1.602,02