GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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8. Follow-up-Kongress zum Templiner Manifest

Jobtrauma oder Traumjob Wissenschaft? Berufswege und Beschäftigungsbedingungen in Hochschule und Forschung am Vorabend der Bundestagswahl

Mit ihrer Kampagne für den "Traumjob Wissenschaft" hat die Bildungsgewerkschaft GEW seit der Veröffentlichung des Templiner Manifests 2010 Bewegung in die Wissen­schaftspolitik gebracht. Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen in Hochschule und Forschung sind in aller Munde. Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, Tenure-Track-Programm, Kodizes für gute Arbeit – es ist uns gelungen, Bund und Länder, Hochschulen und Forschungseinrichtungen so unter Druck zu setzen, dass sie erste Maß­nahmen zur Eindämmung der Missstände ergriffen haben.

Doch das ist kein Grund, sich jetzt zurückzulehnen – wir müssen nachlegen. Der im Fe­bruar 2017 veröffentlichte dritte Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN) macht deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Mit 93 Prozent hat die Befristungs­quote beim so genannten wissenschaftlichen Nachwuchs, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne Professur, einen Rekordwert erreicht. Im internationalen Ver­gleich sind die Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem besonders lang und steinig. Von einer Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Qualifizierung sind wir weit entfernt. Dies führt dazu, dass insbesondere Frauen statt in der Wissenschaft aufzusteigen aus dieser aussteigen.

Beim 8. Follow-up-Kongress zum Templiner Manifest diskutieren wir zum einen die Be­funde des BuWiN 2017. Zum anderen wird die neue Website mit dem Kodex-Check der GEWpräsentiert. Der Kodex-Check nimmt die Personalpolitik und Beschäftigungsbedingungen der Universi­täten unter die Lupe und bewertet diese im Lichte der Empfehlungen des Herrschinger Kodex "Gute Arbeit in der Wissenschaft", den die GEW 2012 vorgelegt hat.

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl werden wir mit Vertreterinnen und Vertretern der vier Bundestagsfraktionen diskutieren, was die Hochschulen, Forschungseinrichtun­gen und die dort tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch vor der Wahl, aber insbesondere auch in den nächsten vier Jahren zu erwarten haben. Wird der Bund den Ländern bei der Grundfinanzierung der Hochschulen unter die Arme greifen? Wird "Gute Arbeit" ein Kriterium bei Hochschul- und Forschungsfinanzierung?

Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme kostenfrei. Außerdem erstattet die GEW ihren Mitgliedern die Reisekosten. Die Anmeldefrist wurde verlängert – bitte melden Sie sich verbindlich bis 20. März 2017 an.

Termin
22.03.2017, 10:30 - 16:30 Uhr
Veranstaltungsort
Kaiserin-Friedrich-Haus
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin
Teilnahmebeitrag
kostenfrei
Anmeldeschluss
08.03.2017
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