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Studien "Schlüssel zu guter Bildung" – Anforderungen und Rahmenbedingungen der Bildungsarbeit in Tageseinrichtungen für Kinder

Zwei wissenschaftliche Studien unter der Überschrift "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung" aus 2009 und 2013 belegen, wie die Anforderungen an Fachkräfte ständig gestiegen sind und weiterhin steigen werden, die Rahmenbedingungen dagegen stagnieren. In den Schlussfolgerungen werden notwendige Anforderungen für die Bildungspolitik formuliert: Verbesserung der Finanzierung, struktureller Ausbau der Fort- und Weiterbildung, gesellschaftliche Aufwertung, Fachkraft-Kind-Relationen und weitere Merkmale an die gesellschaftliche Realität anpassen.

Die sozialpädagogischen Fachkräfte in Kindertagesstätten leiden unter einem "Umsetzungsdilemma". Einerseits fühlen sie sich den pädagogischen Konzepten verpflichtet und möchten die hohen Erwartungen der Eltern erfüllen, andererseits kommen sie an die Grenze der Belastbarkeit. Es fehlt an Zeit und Personal.

Vor diesem Hintergrund hat ein ForscherInnen-Team der Alice-Salomon-Hochschule Berlin im Auftrag von GEW, Diakonie und Paritätischem zwei Studien veröffentlicht.

In der Expertise "Zum Verhältnis von strukturellen Rahmenbedingungen und fachlichen Anforderungen in Kindertageseinrichtungen" wurde im Jahr 2009 eine Analyse der durch die Kita-Bildungspläne initiierten neuen Anforderungen an Erzieher/innen und Leiter/innen vorgenommen. Außerdem recherchierten die Autorinnen die zu dieser Zeit diskutierten Berechnungen für eine "Fachkraft-Kind-Relation". Besonders dringlich ist, in den Personalschlüssel nicht nur die Ausfallzeiten für Urlaub und Krankheit, sondern vor allem die erforderlichen Zeitkontingente für "mittelbare pädagogische Arbeit" zu berücksichtigen. Dazu gehören insbesondere Zeiten für Vor- und Nachbereitung, Bildungsdokumentation, Elternarbeit und die Zusammenarbeit im Team. Die GEW fordert, für Ausfallzeiten und "mittelbare pädagogische Arbeit" in der Berechnung der Fachkraft-Kind-relation ein Zeitkontingent von mindestens 25 Prozent vorzusehen.

Der Forschungsbericht aus 2013 beleuchtet "Bildungsaufgaben, Zeitkontingenten und strukturellen Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen". Hier wurde untersucht, wie und unter welchen Bedingungen die Anforderungen der Kita-Bildungspläne in der Praxis umgesetzt werden. Die Autorinnen identifizieren drei Typen von Teams, das wertekernbasierte, das umsetzungsorientierte und das distanzierte.

Die drei Verbände - Diakonie, GEW und Paritätischer - ziehen aus den Studien folgende Schlussfolgerungen:

1) Fachkraft- Kind-Relation und Leitungsfreistellung in Kindertageseinrichtungen wirksam und nachhaltig verbessern;

2) Gesellschaftliche Anerkennung für pädagogische Fachkräfte fordern und unterstützen;

3) Finanzierung der Kindertageseinrichtungen entsprechend der Aufgaben anpassen und sichern;

4) Die Fort- und Weiterbildung systematisch ausbauen.


Broschüren bestellen:
Beide Studien stehen als Download zur Verfügung (siehe Infokasten).

Die erste Studie "Zum Verhältnis von strukturellen Rahmenbedingungen und fachlichen Anforderungen in Kindertageseinrichtungen" ist als Print bereits vergriffen.

Die zweite Studie "Bildungsaufgaben, Zeitkontingente und strukturelle Rahmenbedingungen" ist zum Preis von 4,00 Euro zzgl. Versand erhältlich über juhi@gew.de.