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Tarifrunde TVöD 2016: Fragen und Antworten

2,4 Prozent zum 1. März 2016 und noch einmal 2,35 Prozent mehr ab dem 1. Februar 2017. Endlich eine neue Entgeltordnung für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen sowie der Erhalt der Rente – das und mehr haben die Gewerkschaften in der Tarifrunde 2016 herausgeholt. Trotzdem gibt es viele Fragen, auf die wir Antworten geben!

Was wurde abgeschlossen?

  • Eine Lohnerhöhung um 2,4 Prozent rückwirkend zum 1. März 2016 und zusätzliche 2,35 Prozent ab 1. Februar 2017 für alle Kolleginnen und Kollegen, die im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen beschäftigt sind.

  • Die gleiche Lohnerhöhung auch für die Praktikantinnen und Praktikanten.

  • Für Azubis gibt es ein Gehaltsplus um 35 Euro zum 1. März 2016 und noch einmal 30 Euro zum 1. Februar 2017.

  • Für alle Angestellten bei den Kommunen eine neue Entgeltordnung, die für viele Kolleginnen und Kollegen Verbesserungen bringt.

  • Die Sicherung der Zusatzversorgung.

  • Die Verlängerung der Altersteilzeitmodelle um zwei Jahre.

Gilt die Lohnerhöhung auch für mich?

Von der Lohnerhöhung um 2,4 Prozent zum 1. März 2016 und weiteren 2,35 Prozent ab 1. Februar 2017 profitieren alle Tarifbeschäftigten bei Bund und Kommunen. Dazu gehören übrigens auch alle Kolleginnen und Kollegen des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes sowie Praktikantinnen und Praktikanten!

Warum konnten wir die geforderten sechs Prozent nicht durchsetzen?

Es gab noch nie eine Tarifrunde, in der der Lohnabschluss der Forderung entsprochen hätte. Das ist das Wesen eines Kompromisses. Dieser Abschluss bedeutet vor dem Hintergrund einer weiterhin niedrigen Inflation ein deutliches Gehaltsplus und Reallohnsteigerungen, die wir erkämpft haben! Denn das erste Angebot der Arbeitgeber war mit 0,6 Prozent im ersten und 1,2 Prozent im zweiten Jahr eine Provokation und hätte Reallohnverluste bedeutet.

Ein Tarifabschluss ist aber immer ein Gesamtpaket. Neben einer ordentlichen Lohnerhöhung konnten in dieser Runde viele weitere Forderungen der Gewerkschaften verwirklicht werden: Die Entgeltordnung (EGO) für die Kommunen, der Erhalt der Rente (Zusatzversorgung) und einem Gehaltsplus für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten. 

Was ändert sich bei den Jahressonderzahlungen?

Die Jahressonderzahlung wird für 2016 bis 2018 "eingefroren" – also nicht mehr erhöht. Zusätzlich wird sie ab 2017 um vier Prozentpunkte verringert. Damit tragen die Arbeitnehmer solidarisch einen Anteil an den Mehrkosten für die neue Entgeltordnung.

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten! Die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten beim Bund, auf die die Regelungen des Tarifgebietes Ost Anwendung finden, werden über mehrere Schritte bis 2020 an das Niveau der Jahressonderzahlung im Westen angeglichen – endlich!

Entgeltgruppe20162017201820192020
E 1 bis E 872 v.H.76,5 v. H.81 v. H.85,5 v. H.90 v. H.
E 9 bis E 1264 v. H.68 v. H.72 v. H.76 v. H.80 v. H.
E 13 bis E 1548 v. H.51 v. H.54 v. H.57 v. H.60 v. H.

Für Beschäftigte, die im Abrechnungsverband Ost der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) pflichtversichert sind, wird die Jahressonderzahlung ebenfalls in fünf gleichen Jahresschritten angeglichen. Das betrifft jedoch nur einige kommunale Betriebe in Berlin.

 

 

Für wen gilt die neue Entgeltordnung?

Die neue Entgeltordnung gilt für die Tarifbeschäftigten der Kommunen, aber nicht für die Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE), da diese bereits 2009 eine eigene Entgeltordnung erkämpft hatten. 2015 haben sie lange erforderliche Verbesserungen an dieser Entgeltordnung durchgesetzt. Trotzdem war ihr Engagement in diesem Jahr nicht umsonst, ohne ihre Aktivitäten wäre beispielsweise die ordentliche Lohnerhöhung nicht möglich gewesen! Mit der allgemeinen Entgeltordnung haben die anderen Beschäftigten jetzt nachgezogen. Von den Verbesserungen profitieren nicht zuletzt Angestellte in Pflege- und Betreuungseinrichtungen, in Krankenhäusern sowie Schulhausmeister.

Gilt die neue Entgeltordnung auch für kommunale Lehrkräfte in Bayern?

Nein, auch die neue Entgeltordnung der Kommunen gilt nicht für Lehrkräfte. Schon vor vielen Jahren hat die GEW mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) abgemacht, die Eingruppierung der kommunalen Lehrkräfte zu verhandeln, sobald die GEW eine tarifliche Einigung zur Eingruppierung von Lehrkräften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) abgeschlossen hat. Diesen Abschluss gibt es bislang noch nicht.

Allerdings bietet diese Tarifrunde auch für die Lehrkräfte etwas Besonderes: Der sogenannte "Lehrerabschlag" ist jetzt Geschichte. Alle Lehrkräfte beim Bund und in den Kommunen werden jetzt nach der besseren allgemeinen Tabelle bezahlt.

Was bringt die neue Entgeltordnung?

Über zehn Jahre nachdem der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) in Kraft getreten ist, gab es bisher für die Mehrheit der kommunalen Beschäftigten immer noch keine eigene, neue Entgeltordnung. Für die Bezahlung wurde bis jetzt die alte Vergütungsordnung des früheren Bundesangestellten-Tarifvertrags (BAT) herangezogen. Nur für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst hatten Gewerkschaften und Beschäftigte bereits 2009 nach wochenlangen Streiks eine Entgeltordnung erkämpft, die sie im vergangenen Jahr noch einmal deutlich verbessert haben. Der über 50 Jahre alte BAT ist damit Geschichte.

2014 haben Gewerkschaften und Arbeitgeber für die Tarifbeschäftigten des Bundes eine Entgeltordnung vereinbart. Die Verhandlungen über eine neue allgemeine Entgeltordnung für die Kommunen zogen sich lange hin. Erst mit dem Abschluss in diesem Jahr gelang der Durchbruch. Die neue Entgeltordnung bringt Verbesserungen für viele Beschäftigte, da sie nun besser eingruppiert werden.Von der neuen Entgeltordnung profitieren insbesondere Beschäftigte in den Entgeltgruppen 2 bis 8, die nach der alten Vergütungsordnung zum BAT einen bis zu sechsjährigen Bewährungsaufstieg hatten. Sie werden nun von Anfang an der früheren Aufstiegsgruppe zugeordnet.

Die Entgeltordnung tritt am 1. Januar 2017 in Kraft. Anträge auf Höhergruppierung können dann bis zum 31. Dezember 2017 gestellt werden, wirken aber jeweils auf den 1. Januar 2017 zurück. Diese Höhergruppierungen erfolgen noch nicht stufengleich! Die GEW berät ihre Mitglieder, ob ein Antrag sich lohnt und stellt Musteranträge zur Verfügung.

Haben wir die neue Entgeltordnung teuer bezahlt?

Für die gemeinsame Entgeltordnung haben Gewerkschaften und Beschäftigte über zehn Jahre gekämpft. Eine bessere Eingruppierung – und damit ein Lohnplus – bedeutet für die Arbeitgeber aber auch höhere Personalkosten. So ein großes Projekt kann nur im Rahmen einer Lohnrunde abgeschlossen werden. Gerade weil wir eine neue Entgeltordnung als Teil des Gesamt-Tarifabschlusses mit einrechnen können. Genau das macht die Verhandlungen aber auch schwierig. Eine Reallohnerhöhung für alle musste drin sein, aber auch eine neue Entgeltordnung. Denn insbesondere die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege haben eine Aufwertung ebenso verdient wie der Sozial- und Erziehungsdienst. Das haben wir geschafft! Wir konnten sowohl eine Erhöhung von 2,4 Prozent ab 1. März 2016, weiteren 2,35 Prozent ab 1. Februar 2017 als auch die neue Entgeltordnung durchsetzen. Zur Kompensation der Verbesserungen in der EGO ist das Einfrieren der Jahressonderzahlungen bis 2018 im Vergleich zu einer Anrechnung auf den prozentualen Zuwachs der Gehälter die bessere Lösung.

Es geht dabei aber nicht nur um Zahlen, sondern auch um Solidarität. 2009 haben Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes den Anfang gemacht und eine Entgeltordnung vereinbart, die 2015 deutlich verbessert wurde – zum Wohle aller Angestellten des Sozial- und Erziehungsdienstes. Jetzt haben auch alle anderen Angestellten der Kommunen eine Entgeltordnung. Allerdings werden nicht alle Beschäftigten besser eingruppiert als vorher. Für manche ändert sich wenig, für manche gar nichts. Trotzdem tragen sie alle solidarisch die Verbesserungen der neuen Entgeltordnung mit.

Was heißt der Abschluss für meine Rente (Zusatzversorgung)?

Nichts – und das ist ein großer Erfolg der Beschäftigten, die auf die Straße gegangen sind! Die Arbeitgeber wollten die Rentenleistungen aus der Zusatzversorgung kürzen, um zukünftig weniger in die Zusatzversorgungskassen einzahlen zu müssen. Diesen Zahn konnten die Gewerkschaften ihnen ziehen. Dann haben sie versucht, alle Arbeitnehmer mit einem einseitigen Arbeitnehmerbeitrag zu belasten, egal wie viel Geld in der Kasse ist. Auch das konnten sie nicht durchsetzen.

Die nun gefundene und auf zehn Jahre festgeschriebene Lösung ist sachgerecht: Dort, wo eine der fünfzehn kommunalen Zusatzversorgungskassen (ZVK) finanzielle Probleme hat, werden die Arbeitnehmerbeiträge in drei Schritten um insgesamt 0,4 Prozentpunkte in drei Jahren erhöht. (+0,2 Prozent zum 1. Juli 2016, jeweils +0,1 Prozent zum 1.Juli der beiden Folgejahre). Die Arbeitgeber müssen bis zum Ende der Laufzeit den gleichen finanziellen Beitrag leisten. Diese Regelung betrifft weniger als 40 Prozent der kommunalen Beschäftigten (ZVKen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Wiesbaden). Bei den ZVK Sachsen und Kassel wird die Finanzlage noch geprüft. Sollte einmal zu viel Geld in der Kasse sein, werden die Beitragssenkungen ebenfalls geteilt.

Bei den übrigen Kassen ändert sich erst einmal nichts. Sollte sich in den nächsten Jahren herausstellen, dass auch andere Kassen finanzielle Engpässe haben, läuft dort zeitversetzt der selbe Prozess: Anstieg der Arbeitnehmerbeiträge in drei Schritten um insgesamt 0,4 Prozentpunkte sowie finanzielle Belastung der Arbeitgeber in gleicher Höhe bis zum Ende der Laufzeit.

Was passiert bei den Beschäftigten, die in der VBL versichert sind?

Für die VBL-Beschäftigten beim Bund und bei den VBL-angehörigen Kommunen (letztere alle im Westen) wird die Einigung, die letztes Jahr mit der TdL erreicht wurde, eins zu eins übernommen, nur um ein Jahr nach hinten zeitversetzt. Die Arbeitnehmerbeiträge im Westen steigen zum 1. Juli 2016 um 0,2 Prozentpunkte und in den beiden Folgejahren jeweils zum 1. Juli um weitere 0,1 Prozentpunkte. Das entspricht dem, was auch für die kommunalen Kassen mit finanziellen Schwierigkeiten vereinbart wurde. Für die Bundesbeschäftigten in der VBL Ost steigt der Arbeitnehmerbeitrag in drei Schritten zu 0,75 Prozentpunkten, so dass er ab 1. Juli 2018 4,25 Prozent beträgt. Zum Ausgleich wird wie bei den Landesbeschäftigten im Tarifgebiet Ost auch die Jahressonderzahlung in fünf gleichen Schritten auf Westniveau angehoben.

 

 

 

Gibt es Änderungen an der Tabelle?

Ja. Die Entgeltgruppe 9 wird ab dem 1. Januar 2017 auch im kommunalen Bereich „aufgespalten“, dort anders als beim Bund in drei Entgeltgruppen 9a, 9b und9c.

  • Aus der sogenannten „keinen 9“ (Entgeltgruppe 9 mit verlängerten Stufenlaufzeiten, ohne Stufe 5 und 6) wird die Entgeltgruppe 9a. Diese hat wieder 6 Stufen, wobei der Wert der Stufe 6 der alten Stufe 4 der alten E9 entspricht. Die Werte dazwischen wurden so gerechnet, dass das Einkommen in der Summe gleich bleibt.
  • Die neue Entgeltgruppe 9b entspricht der alten E9.
  • Die neue Entgeltgruppe 9c ist eine Zwischenstufe zwischen der alten EG 9 und EG 10, in die Beschäftigte eingruppiert sind, deren Tätigkeit sich dadurch aus der Entgeltgruppe 9b heraushebt, dass sie besonders verantwortungsvoll ist.

 Entgelttabelle TVöD (VKA) EG 9a-c mit den Werten, die zum 1. Januar 2017 in Kraft treten

EntgeltgruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
9c2897,543145,503442,503664,613997,764142,12
9b2648,852925,943071,163464,923776,534025,78
9a2648,852896,813071,163464,923552,823776,53

Kommt endlich die stufengleiche Höhergruppierung?

Ja! Im Bereich Höhergruppierung wurden im Zuge der kommunalen Entgeltordnung etliche Verbesserungen im Detail vereinbart. Die wichtigste: Wer ab 1. März 2017 höhergruppiert wird, behält auf jeden Fall seine erreichte Stufe. Das ist besonders für Kita-Leitungen eine gute Nachricht, die bisher häufig bei schwankenden Platzzahlen nach einer Höhergruppierung und späterer Herabgruppierung in eine niedrigere Stufe gelangten, als wenn sie in der Entgeltgruppe verblieben wären. Bisher konnte es passieren, dass man zwar eine Entgeltgruppe höher kam, aber in eine niedrigere Stufe, falls dort der Zahlbetrag höher lag als das bisherige Entgelt. Die Herabgruppierung erfolgt jedoch stufengleich. Weiterhin beginnt in der höheren Entgeltgruppe Stufenlaufzeit von vorn. Daher sollten Mitglieder sich auch in Zukunft vor einem Antrag auf Höhergruppierung erst durch ihre Gewerkschaft beraten lassen.

Kann ich weiterhin Altersteilzeit in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich ja, denn die Regelungen zur Altersteilzeit im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen (TV FlexAZ) wurden um zwei Jahre verlängert. Allerdings wurden nach dem Wegfall der gesetzlichen Förderung seit 2010 die Möglichkeiten für die Beschäftigten, in Altersteilzeit zu gehen, erheblich eingeschränkt. Sie haben nur dann noch einen Anspruch auf Altersteilzeit, wenn weniger als 2,5 Prozent der Beschäftigten einer Kommune oder eines Betriebes in Altersteilzeit sind. Diese Quote war bisher in fast allen Kommunen mehr als erschöpft, weil noch viele Beschäftigte nach dem (attraktiveren) alten Modell in Altersteilzeit waren. Erst jetzt haben neue Anträge auf Altersteilzeit langsam wieder ein Chance. Die Altersteilzeit kann mit dem vollendeten 60. Lebensjahr begonnen werden. Die Beschäftigten arbeiten 50 Prozent und erhalten 60 Prozent des früheren Bruttoentgelts. Die Rentenbeiträge werden auf 80 Prozent aufgestockt.

Was bedeuten die neuen Stufenregelungen beim Bund?

Die wichtigste Verbesserung ist die Stufe 6 für alle Entgeltgruppen. Bislang gibt es beim Bund – wie bei den Ländern – in den Entgeltgruppen 9 bis 15 keine Stufe 6. Nun soll es auch beim Bund die Stufe 6 in allen Entgeltgruppen geben. Der Bund hat nämlich gemerkt, dass er sonst nur schwer Fachkräfte im Angestelltenverhältnis gewinnen kann. Außerdem wurde neu vereinbart, dass der Bund künftig zur besseren Personalgewinnung und -bindung bis zu zwei Erfahrungsstufen vorweg gewähren kann.

 

 

Die Gewerkschaften wollten doch Befristungen eindämmen – was ist daraus geworden?

Leider nichts. Die Arbeitgeber blieben in diesem Punkt stur. Sie waren nicht bereit, das Befristungsunwesen einzudämmen. Die Arbeitgeber waren nicht einmal bereit, in Befristungen überhaupt ein Problem zu sehen! Tatsächlich nutzen gerade die öffentlichen Arbeitgeber, insbesondere beim Bund, sachgrundlose Befristungen als verlängerte Probezeit. Und das obwohl eine aktuelle Studie bestätigt, dass die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst nicht nur öfter befristen, sondern auch seltener entfristen als in der Wirtschaft.

Was verbessert sich für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten?

Praktikantinnen und Praktikanten erhalten, genau wie alle anderen Angestellten, zum 1. März 2016 2,4 Prozent und zum 1. Februar 2017 2,35 Prozent mehr Lohn.

Azubis erhalten rückwirkend zum 1. März 2016 35 Euro und zum 1. Februar 2017 noch einmal 30 Euro mehr Lohn. Auch bei der Übernahme konnten wir etwas bewegen: Auszubildende werden auch weiterhin mit den bisherigen Regelungen nach erfolgreicher Ausbildung übernommen. Außerdem erhalten Azubis in jedem Ausbildungsjahr einen Lernmittelzuschuss in Höhe von 50 Euro. Azubis, die eine reguläre auswärtige Berufsschule besuchen, erhalten ab jetzt die nachgewiesenen notwendigen Unterkunftskosten sowie einen Verpflegungszuschuss.

Außerdem wird der Urlaubsanspruch für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten von 28 auf 29 Tage im Kalenderjahr erhöht.

Es gab doch erst im September 2015 einen Abschluss – warum gab es schon wieder Verhandlungen?

2015 wurde nur die Entgeltordnung des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) neu verhandelt, die 2009 vereinbart worden ist. Dabei ging es nicht um eine allgemeine Lohnerhöhung, sondern um die bessere Eingruppierung aller SuE-Berufsgruppen. Die Tarifverhandlungen von 2015 waren also außerordentlich und keine regelmäßigen. Die aktuelle Tarifrunde ist eine "reguläre" Lohnrunde, die für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen alle zwei Jahre wiederkehrt. 

Die Gewerkschaften haben die Übertragung des Ergebnisses auf Beamtinnen und Beamte gefordert – was ist daraus geworden?

Diese Forderung gilt nur für die Beamtinnen und Beamte des Bundes, da sich die Besoldung der Beamtinnen und Beamten der Kommunen nach den Besoldungsgesetzen der Länder richtet. Der Bundesinnenminister Thomas de Mazière hat erklärt, die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamte im Kabinett vorgeschlagen. Dabei wird nach geltendem Recht jeweils ein Abschlag von 0,2 Prozentpunkten vorgenommen, der in die Versorgungsrücklage geht.

Kommentare
Name: Florian Weber
Leider nichts gewesen mit der Anerkennung der Leistung...
Hörte ich letztes Jahr bei den SuE-Einigungsverlautbarungen noch die Stimme der Gewerkschaften sagen: Wir haben einen ZWISCHENSCHRITT erreicht, dem nächstes Jahr der nächste Schritt folgen soll, frage ich mich grade: Wo ist der? -6% für ein Jahr sind zu weniger als der Hälfte geschmolzen -Verschlechterungen beim Weihnachtsgeld -Verschlechterungen bei der Betriebsrente. Dieses Ergebnis ist mehr zum Weglaufen aus dem Öffentlichen Dienst, der gerade in den letzten Jahren massiv an Belastungen zunahm und dringend ECHTE Aufwertung braucht und kein "klein, klein..."
29.04.2016 - 23:56
Name: GEW Hauptvorstand
Re: Leider nichts gewesen mit der Anerkennung der Leistung...
Lieber Kollege, 6% sind nicht zu weniger geschmolzen. 2,4% in 2016 und 2,34% in 2017 sind mehr als die Hälfte. Das ist auch das Wesen eines Kompromisses. Dieser Abschluss bedeutet vor dem Hintergrund einer weiterhin niedrigen Inflation ein deutliches Gehaltsplus und Reallohnsteigerungen, die wir erkämpft haben! Denn das erste Angebot der Arbeitgeber war mit 0,6 Prozent im ersten und 1,2 Prozent im zweiten Jahr eine Provokation und hätte Reallohnverluste bedeutet. Von Verschlechterungen bei der Rente kann hier auch keine Rede sein. Die Arbeitgeber haben erst versucht, die Zusatzversorgung zu kürzen, dann einseitig die Arbeitnehmer zu belasten – beides konnten wir abwehren! Das ist auch ein Erfolg aller Beschäftigte, die auf die Straße gegangen sind. Jetzt kommt es zu Erhähungen der Beiträgen in nur den Ländern, in denen die Kassen auch tatsächlich finanzielle Schwierigkeiten haben. Dort aber in gleichen Teilen von Arbeitgebern und -nehmern! Deine GEW.
30.04.2016 - 11:51
Name: Diakonie-Mitarbeiter
wer rechnen kann ist im Vorteil
von den geforderten 6% ist tatsächlich nicht viel übrig geblieben, hier ist klar im Vorteil wer rechnen kann: Gefordert waren 6% in 12 Monate und Punkt. Rausgekommen ist: 2,4% in 12 Monaten und dann nochmal 2,35% in 12 Monaten, das heisst aber keine Gehaltsteigerung von 4,75% in 24 Monaten, sondern im Durchschnitt 3,57% in 24 Monaten. und das ist definitiv deutlich schlechter als 6% für die nächsten 12 Monate und dann nochmal verhandeln! Für mich ein richtig mieser Abschluss, mit 3,5% für die nächsten 12 Monate wäre dies für mich in Ordnung gewesen, aber warum ist ver.di wieder eingeknickt und hat einen Tarifabschluss für 24 Monate gemacht, wo sich doch die wirtschaftliche Situation besonders für Familien so schnell ändern kann und tut wie nie zuvor. Wie geschrieben: meiner Meinung nach ein mieser Tarifabschluss, ich behaupte da wär deutlich mehr drin gewesen, die Kassen sind voll und wieder wir an den kleinsten gespart, und vor allem an Frauen, gerechte Löhne sehen anders aus, Wir sind es wert, und wir haben es uns verdammt nochmal verdient und nicht die, die sowieso schon genug haben! Es muss von oben nach unten verteilt werden und nicht andersrum, aber dieser Tarifabschluss gibt dazu auch wie die letzten wenig Signal dazu. Wirklich schade... (ich kanns mir bald nicht mehr leisten im öffentlichen Dienst zu arbeiten....)
30.04.2016 - 19:07
Name: Dr. Fred Albrecht
VBL Ost
Der Abschluss für die VBL Ost (Bund) wird nicht dokumentiert. Gibt es weiter eine Ungleichbehandlung der Landesbediensteten gegenüber den Bundesbediensteten in der gleichen VBL?
01.05.2016 - 08:20
Name: GEW Hauptvorstand
Re: VBL Ost
Lieber Kollege, für die VBL-Beschäftigten beim Bund und bei den VBL-angehörigen Kommunen (letztere alle im Westen) wird die Einigung, die letztes Jahr mit der TdL erreicht wurde, eins zu eins übernommen, nur um ein Jahr nach hinten zeitversetzt. Ab 2018 ziehen die Bundesbeschäftigten also wieder mit den Landesbeschäftigten gleich. Für die Bundesbeschäftigten in der VBL Ost steigt entsprechend auch die Jahressonderzahlung in fünf gleichen Schritten auf Westniveau, denn das ist ja die teilweise Kompensation der steigenden Arbeitnehmerbeiträge. Deine GEW.
02.05.2016 - 11:27
Name: Ein Schulsozialarbeiter
Jahressonderzahlung und SuE
Ich hätte eine Frage zum besseren Verständnis des Abschlusses: Wie sieht das mit der eingefrorenen Jahressonderzahlung für die Beschäftigten aus dem SuE aus? Ist die genauso eingefroren, so dass wir die Einigung in den anderen Bereichen jetzt finanziell auch mittragen / unterstützen (oder im Nachhinein noch eine Rechnung für die Einigung im letzten Jahr bekommen - je nach gewünschter Auslegung ;))?
04.05.2016 - 12:01
Name: GEW Hauptvorstand
Re: Jahressonderzahlung und SuE
Liebe*r Kolleg*in, die Jahressonderzahlungen werden für alle Beschäftigten eingefroren, also nicht angehoben. Das gilt auch für alle Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Damit tragen alle Angestellten bei Bund und Kommunen solidarisch einen Anteil an den Mehrkosten für die neue Entgeltordnung. Es geht dabei aber nicht nur um Zahlen, sondern auch um Solidarität. 2009 haben Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes den Anfang gemacht und eine Entgeltordnung vereinbart, die 2015 deutlich verbessert wurde – zum Wohle aller Angestellten des Sozial- und Erziehungsdienstes. Jetzt haben auch alle anderen Angestellten der Kommunen eine Entgeltordnung. Allerdings werden nicht alle Beschäftigten besser eingruppiert als vorher. Für manche ändert sich wenig, für manche gar nichts. Trotzdem tragen sie alle solidarisch die Verbesserungen der neuen Entgeltordnung mit. Deine GEW.
04.05.2016 - 12:55
Name: Ein Schulsozialarbeiter
Re: Re: Jahressonderzahlung und SuE
Danke für die zeitnahe Antwort. Ich mag mich dem Solidaritätsgedanken ja gar nicht versperren, dann bräuchte ich auch nicht Gewerkschaftsmitglied sein. Trotzdem finde ich den Abschluss an der Stelle interessant. Denn im Kern bedeutet das an der Stelle, dass die SuE-Beschäftigten für die Neuerungen an den Entgeltordnungen (ja, jetzt dann auch in den anderen Bereichen) nun doch auch nochmal einen Beitrag leisten müssen. Man kann da jetzt drüber streiten: Hätten wir einen solchen Beitrag dann nicht auch schon früher leisten müssen? In die andere Richtig kann man aber schon auch fragen: Warum trägt der SuE, der ja nun wahrlich nicht die gewünschte Aufwertung erfahren hat, nun die Neuordnung aller anderen Kolleg_innen durch einen finanziellen Beitrag mit? Da würde mich wirklich interessieren, ob das in den Verhandlungen bewusst so entschieden oder aber übersehen worden ist?
04.05.2016 - 14:06
Name: Thomas Mehling
Kürzung der Jahressonderzahlung!
Würde gerne mal die Antwort meines Vorgängers von Ihnen beantwortet wissen! Sehe es genauso wie Er!
06.05.2016 - 12:37
Name: Thomas Mehling
Kürzung der Jahressonderzahlung!
Mich würde mal interessieren,warum auch der SuE die neue EGO mitfinanzieren muss? Solidarität ist voll in Ordnung aber dann bitte in beide Richtungen! Was war denn letztes Jahr? Da haben auch nicht die Kollegen im Tvöd für ein mehr für z.B. die Sozialarbeiter im SuE einen Beitrag geleistet! Für mich ist das total ungerecht!!! Zählt man alles zusammen ist das kein guter Tarifabschluss für den SuEler! Bin von den Gewerkschaften völlig enttäuscht! MfG
06.05.2016 - 12:46
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