GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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BAföG

Ein Studium darf kein Privileg Weniger sein, sondern muss allen offenstehen, die eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben – egal, woher sie kommen und ob sie wohlhabende Eltern haben oder nicht.

Wer keine wohlhabenden Eltern hat, ist auf eine gute Ausbildungsförderung angewiesen. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist deshalb ein zentrales Instrument zur Durchsetzung von Chancengleichheit beim Hochschulzugang und im Studium. Trotzdem wird eine angemessene Anhebung der BAföG-Sätze von Bund und Ländern immer wieder vernachlässigt. Der von der Bundesregierung und einigen Ländern anstelle einer Weiterentwicklung des BAföG forcierte Ausbau des Stipendienwesens ist kein geeigneter Weg für eine soziale Öffnung der Hochschulen, da Stipendien keinen Rechtsanspruch auf eine angemessene Ausbildungsförderung bieten. 

Die GEW fordert eine kontinuierliche Anpassung der Freibeträge, Bedarfssätze und Sozialpauschalen im BAföG an die studentischen Lebenshaltungskosten und an die allgemeine Einkommensentwicklung. Um das BAföG Bologna-tauglich zu machen fordert die GEW die Ausdehnung des Auslands-BAföG auf alle Länder des Europäischen Hochschulraums, die uneingeschränkte Förderfähigkeit aller Masterstudiengänge, eine lückenlose Absicherung der Übergangsphase vom Bachelor in den Master und die Streichung der Altersgrenze. 

Der Darlehensanteil im Studierenden-BAföG – derzeit 50 Prozent – muss wieder abgeschafft werden, damit junge Menschen aus finanzschwachen Elternhäusern nicht länger mit einem Schuldenberg ins Berufsleben starten müssen. Deutlich mehr Studierende müssen eine Förderung erhalten, dafür brauchen wir eine deutlich Erhöhung der Freibeträge im BAföG. Langfristig strebt die GEW eine elternunabhängige Förderung von Studierenden an. Damit mehr Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife erwerben, muss außerdem die Ausbildungsförderung für alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II an allgemeinbildenden Schulen wieder eingeführt werden.