GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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GEW Positionspapier

Die GEW bezieht das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des Globalen Lernens in ihre bildungspolitischen Positionen ein. Ausgangspunkt sind die gesellschaftlichen Veränderungen, die der globale Wandel an individuelle Lern- und Bildungsprozesse stellt.

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Foto: Mark Doliner, "A Globe", CC BY 2.0

Foto: Mark Doliner / CC BY 2.0

Die GEW hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema „Globales Lernen/Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE)“ beschäftigt. Ihre Grundsatzposition hat sie unter dem Titel „Kurs auf eine nachhaltige Entwicklung – Lernen für eine zukunftsfähige Welt“ formuliert. Im folgenden sind die wesentlichen Auszüge aus diesem Positionspapier dargestellt. Die komplette Version finden Sie im Downloadbereich (Infobox Download: Positionspapier GEW)

Position der GEW zur BNE

Die GEW bezieht das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des Globalen Lernens in ihre bildungspolitischen Positionen ein. Ausgangspunkt sind die gesellschaftlichen Veränderungen, die der globale Wandel an individuelle Lern- und Bildungsprozesse stellt. (...)

Die GEW setzt sich dafür ein, dass alle Menschen die Kompetenzen erwerben können, die für eine aktive Teilnahme an der Gestaltung der zukünftigen Entwicklung erforderlich sind. Aus gewerkschaftlicher Perspektive erhalten dabei Menschenrechte und internationale Gerechtigkeit vor dem Hintergrund interkultureller Verständigung eine besondere Bedeutung.

Die GEW setzt die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte im Rahmen der BNE:

  1. Bildung für alle verwirklichen (Recht auf Bildung) 
  2. Globalisierung gerecht gestalten 
  3. Erhalt der natürlichen Ressourcen
  4. kulturelle Vielfalt schützen und interkulturelle Verständigung fördern
  5. Frieden sichern und Konflikte gewaltfrei bearbeiten
  6. Armut bekämpfen
  7. Solidarität und zivilgesellschaftliche Verantwortung lokal und international stärken
  8. umfassender Erhalt und Stärkung von Arbeitnehmerrechten
  9. Stärkung der internationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit
  10. Gleichstellung von Mann und Frau verwirklichen

Aufgaben im Arbeitsbereich Schule der GEW

Die Vermittlung der Kompetenzen zur kollektiven und individuellen Bewältigung globaler Wandlungsprozesse und einer zukunftsfähigen Gestaltung der Gesellschaft an alle Kinder und Jugendliche ist Aufgabe einer Schule für alle, die im Unterricht und auch im schulischen Alltagsleben die Grundsätze von BNE umsetzt.

Dazu gehören folgende Elemente:Schulstruktur:

1. Schulstruktur

  • Schule soll Bildungsstätte für alle und ein von allen Beteiligten partizipatorisch mitgestalteter Lebensmittelpunkt sein. Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems für ein Schulsystem, das Chancengleichheit für den Zugang zur Bildung ermöglicht
  • Produktiver Umgang mit kultureller und individueller Heterogenität ist Voraussetzung für den Bildungsansatz der BNE – für eine Förderung für alle zur Partizipation in der Gesellschaft. 

 

2. Schulentwicklung

  • Offene Schule, z.B. Zusammenarbeit mit NRO`s und Unternehmen, die sozialen, ethischen und ökologischen Grundsätzen folgen und mit engagierten Persönlichkeiten
  • Förderung von internationalen Schulpartnerschaften
  • Qualitätsentwicklung nicht nur für schulische Leistung, sondern auch für die Entwicklung der Schule als sozialer Erfahrungsraum 
  • Nachhaltigkeitsmanagement in der Schule (z.B. Entwicklung von sozialen Wirtschafts- und Arbeitskriterien für alle an der Schule Beschäftigten, gesundes Raum- und Arbeitsklima, Ressourcenschonung)

 

3. Inhalte und Projekte

  • Interkulturelle Projekte knüpfen an alle Kernthemen der UN-Dekade an
  • Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
  • Auseinandersetzung mit den Folgen von GATS

 

4. Unterrichtsentwicklung

  • Selbst gesteuertes Lernen mit Förderung von Selbstbewertungskompetenz und Vorrang für wechselseitige Lehr- und Lernprozesse 
  • Erfahrungen der Schüler mit ihrer eigenen Lebenswelt, ihren Konsum- und Lebensmustern als Ausgangspunkt des Lernens Handlungsorientierte und kooperative Lernformen (z.B. Schülerfirmen, Lernen in Projekten)
  • Interdisziplinäres Arbeiten in der Schule, insbesondere durch die Verknüpfung von Natur- und Sozialwissenschaften zur Bearbeitung folgender Aspekte
  • Erhaltung von ökologischen und sozialen Lebensgrundlagen durch aktiven Klimaschutz, durch Beiträge zur Erhaltung der Artenvielfalt
  • Menschenrechte verwirklichen 
  • Erkennen der globalen Dimensionen lokalen Handelns 
  • Entwicklung einer weltoffenen Haltung und Befähigung zu solidarischem Handeln
  • kritische und konstruktive Bearbeitung neuer technologischer Entwicklungen unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten

 

5. Lehrerbildung, Fort- und Weiterbildung

  • die genannten Grundsätze müssen in die Lehrerausbildung als vorrangige Querschnittsaufgabe integriert werden
  • eine Umsetzung dieser Herangehensweise legt eine bessere Verzahnung von 1. und 2. Ausbildungsphase nahe
  • BNE und Globales Lernen müssen in der Fort- und Weiterbildung eine wichtige Rolle spielen, als dies bisher der Fall ist
  • Handlungsfelder für die GEW
  • Vernetzung mit der UN-Dekade BNE
  • Verstärkung der internationalen gewerkschaftlichen Arbeit
  • politische Unterstützung der Bemühungen um nachhaltige Entwicklung
  • Bereitstellung lehrerfreundlicher/praxisbezogener Datenbanken, vor allem durch Vernetzung mit bestehenden Angeboten
  • Einflussnahme auf die Entwicklung in der Lehrerbildung
  • Unterstützung des Transfer-21-Prozesses
  • Schaffung eigener Angebote im Bereich der Fort- und Weiterbildung
  • intensive bildungspolitische Einflussnahme hinsichtlich des Bildungsbegriffs, der Bildungsinhalte, der Freiräume für die Schul- und Unterrichtsentwicklung und der Veränderung der Schulstrukturen
  • Nachhaltigkeitsmanagement der GEW als Organisation