GEW - Die Bildungsgewerkschaft - Website https://www.gew.de GEW - Die Bildungsgewerkschaft - Website de-DE GEW - Die Bildungsgewerkschaft - Website Sun, 10 Dec 2017 17:16:11 +0100 Sun, 10 Dec 2017 17:16:11 +0100 TYPO3 EXT:news news-12857 Thu, 07 Dec 2017 11:00:00 +0100 Faire Weihnachten! https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/faire-weihnachten/ Ob Schoko-Nikolaus, Smartphone oder Schmuck – vieles, was wir an Weihnachten verschenken oder essen, ist ein Produkt von Kinderarbeit oder unter gefährlichen Arbeitsbedingungen hergestellt worden. Es gibt jedoch faire Alternativen.
  • Weihnachtsstern
  • Rund 40 Millionen Christsterne werden jedes Jahr bundesweit verkauft, viele davon zu Dumpingpreisen im Super- und Baumarkt. Geerntet werden die Setzlinge für den Export überwiegend in Guatemala, El Salvador, Uganda oder Äthiopien. Die Arbeiterinnen und Arbeiter dort bekommen nur Saisonverträge, sie müssen häufig Chemikalien ohne Schutzkleidung versprühen und dürfen keine Gewerkschaften bilden. Dies berichtet die Christliche Initiative Romero e.V.

    Faire Alternativen: Weihnachtssterne mit dem Fairtrade-Siegel gibt es unter anderem bei Kaufland, Rewe, Penny, Edeka, Toom und Knauber, Bio-Weihnachtsterne aus Deutschland etwa bei Dehner.

    • Weihnachtsbaum

    Jedes Jahr werden im Advent bundesweit 45 Millionen Tannenbäume verkauft. Über 90 Prozent der Tannensamen für die westeuropäische Weihnachtsbaumproduktion stammen aus Georgien. Doch die Pflücker der Samen – allesamt Saisonarbeiter, darunter viele Minderjährige, die zur Erntezeit im Herbst keine Schule besuchen – bekommen umgerechnet 15 bis 60 Cent pro Kilo geernteter Zapfen. Dabei ist der Job sehr gefährlich: Die Pflücker müssen bis zu 60 Meter hohe Bäume erklimmen – mangels Geld oft ohne Gurte, gute Seile oder Helme. Es kommt immer wieder  zu tödlichen Unfällen.

    Faire Alternative: Nordmanntannen der dänischen Baumschule Bols Forstplanteskole findet man bei Händlern, die in der erweiterten Händlerliste bei Fairtrees.de gelistet snind. Fair Trees ist Mitglied der World Fair Trade Organization. Die Pflücker erhalten 1,60 Euro pro Kilo Zapfen, Sicherheitskurse und Equipment sowie eine Arbeits- und Gesundheitsversicherung für die Familie.

    • Schokolade

    In Westafrika sollen immer weniger Kinder im Kakaoanbau arbeiten – das versprechen Konzerne und Regierungen seit vielen Jahren. Doch eine Studie der Tulane University in New Orleans (USA) von Ende 2015 belegt: Die Zahl der arbeitenden Kinder ist sogar gestiegen. Laut der Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“ sind die meisten gerade einmal fünf bis 14 Jahre alt, kaum eines von ihnen geht zur Schule. Der aktuelle Preisverfall bei Rohkakao verschärft die Situation noch.

    Faire Alternativen: Fair gehandelte Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel, von Gepa, dwp, El Puente, Ethiquable gibt es unter anderem im Supermarkt (auch Discounter), Bio-und Weltladen.

    • Nüsse

    „Apfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern“, sagt Theodor Storms Knecht Ruprecht – leider stecken in ihnen häufig Ausbeutung und Kinderarbeit. Etwa in der Türkei, dem größten Lieferanten von Haselnüssen: Hier ernten Minderjährige, oft Kinder kurdischer Wanderarbeiter und syrischer Flüchtlinge, die Nüsse an steilen Hängen, wie auch die GEW seit langem kritisiert. Weltweit leiden Nusssammler unter niedrigen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und fehlenden Verarbeitungsanlagen.

    Faire Alternative: Nüsse aus fairem Handel mit dem Fairtrade-Siegel im Supermarkt sowie im Weltladen, von dwp, El Puente, Gepa und Rapunzel.

    • Schmuck und Kunsthandwerk

    Unter welchen Bedingungen der Rohstoff für die Goldkette oder den Silberreif beschafft oder verarbeitet wurde, ist für viele Schenkende kein Thema. Doch für Edelmetalle werden Menschen ausgebeutet, in Kriege verwickelt, wird ihre Natur zerstört. Im bolivianischen Potosí wühlen Kinderarbeiter in Gestein, um Silber zu gewinnen; ihre Lebenserwartung liegt bei weniger als 40 Jahren. In Peru hat die Goldwäsche zahlreiche Flüsse mit Quecksilber und Zyanid verseucht. Laut Human Rights Watch schuften mehr als 20.000 Kinder in Kleinminen in Mali, dem drittgrößten afrikanischen Goldproduzenten. Weiterverarbeitet wird das Gold überwiegend in China und Indien – unter teils katastrophalen Bedingungen, ähnlich denen der Textilbranche.

    Faire Alternativen: im Weltladen, in Filialen der Fair-Handelskette Contigo oder in Webshops wie Faire Edelsteine, Jan Spille, Thomas Becker und Südsinn.

    • Elektronik

    Hersteller von Akkus für Smartphones und Laptops profitierten von Kinderarbeit, kritisiert nicht nur Amnesty International. Minderjährige, manche gerade einmal sieben Jahre alt, schuften in Kobaltminen im Süden des Kongo ungesichert und für einen Hungerlohn. Auch in der Produktion der Geräte können die Hersteller Kinderarbeit nicht ausschließen. Der Apple-Konzern etwa hat in seinem Fortschrittsbericht 2017 einen Fall von Kinderarbeit in China und Schuldknechtschaft eingeräumt.

    Faire Alternativen: das Fairphone, die Maus von NagerIT, das Siegel TCO certified.

    Urlaub

    Viele Deutsche reisen übers Fest in die Ferne oder verschenken einen Reisegutschein. Die Schattenseite: Besonders bei Fernreisen bleibt vom Geld der Urlauber nur wenig im Land. Die meisten Jobs im Tourismus sind zudem mies bezahlt, saisonal, voller Überstunden. Auch Minderjährige sind betroffen: Millionen Kinder putzen Touristen die Schuhe, bedienen sie, führen sie zu Sehenswürdigkeiten, stellen Souvenirs her, waschen Teller – und werden auch sexuell ausgebeutet. Allein auf den Philippinen arbeiten laut UNICEF rund 60.000 Minderjährige als Prostituierte.

    Faire Alternativen: Wer seine Reise bei einem Anbieter des forum anders reisen bucht, kann Kinderarbeit ausschließen. Dafür steht auch das TourCert-Siegel. Konkrete Reisetipps: Frank Herrmann: „FAIRreisen“, oekom Verlag 2017 (ITB-Award).

    Feuerwerkskörper

    133 Millionen Euro verpulverten die Deutschen Silvester 2016; auch 2017 wird wohl wieder kräftig geballert. Die Feuerwerkskörper stammen meist aus Indien, China und Osteuropa. In Indien sind nach Schätzungen rund 6.000 Kinder an der lebensgefährlichen Produktion beteiligt.

    Die Alternative: Seit 1982 gibt es die Aktion „Brot statt Böller“. Der Erlös kommt Straßenkindern in Simbabwe und Kenia zugute.

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    Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand
    news-13004 Thu, 07 Dec 2017 08:21:02 +0100 Neues Themenblatt zu Kindersoldaten https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neues-themenblatt-zu-kindersoldaten/ Schätzungsweise 250.000 Kinder und Jugendliche sind weltweit als Soldatinnen und Soldaten tätig. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet Unterrichtsmaterial zum Thema. Was sind Kindersoldaten und -soldatinnen, worin bestehen ihre Aufgaben? Welche Rechte sollen Minderjährige vor einer Beteiligung an Kriegshandlungen schützen? Und wie kann ihr Einsatz als Soldatinnen oder Soldaten gestoppt werden? Zu diesen und weiteren Fragen hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein neues Themenblatt für den Unterricht veröffentlicht. Neben dem Blick auf Erfahrungen ehemaliger Kindersoldatinnen und -soldaten und der Frage, wie mit Traumata umgegangen werden kann, verweisen Zusatzmaterialien auf rechtliche Vorgaben sowie die Diskussion um Minderjährige in der Bundeswehr. Die Ausgabe der Themenblätter enthält einen Klassensatz von 30 doppelseitigen, identischen Arbeitsblättern. Umfangreiche Hintergrundinformationen für Lehrkräfte bieten einen Überblick über das Thema und geben Hinweise für den Einsatz des Arbeitsblattes im Unterricht.

    In Deutschland beobachtet die GEW mit Sorge, dass sich die Bundeswehr verstärkt um größeren Einfluss in den Schulen bemüht. Es wurden Fälle bekannt, in denen Waffenschauen und Informationsveranstaltungen auf Schulhöfen und in Turnhallen stattfanden. Kooperationsabkommen mit Landesregierungen unterstützen das offensive Vorgehen der Bundeswehr. Die Gewerkschaft fordert eine Aufkündigung dieser Kooperationen. Die Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, Ilka Hoffmann, fordert: „Verantwortungsbewusste Pädagoginnen und Pädagogen sollten der schleichenden Militarisierung des Bildungswesens entgegen wirken, indem sie den 'Bildungsangeboten' der Bundeswehr eine Absage erteilen.“

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    Schule Gesellschaftspolitik Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand
    news-12855 Thu, 07 Dec 2017 08:00:00 +0100 Gefährliche Orte https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gefaehrliche-orte/ Geflüchtete Kinder und Jugendliche verbringen oft viele Monate in Übergangsunterkünften. Zugang zu Bildung, psychosoziale Unterstützung und eine sichere, kindgerechte Umgebung werden ihnen dort nur eingeschränkt gewährt. Um den Hunderttausenden geflüchteten Kindern und deren Eltern einen Schlafplatz zu bieten, haben Länder und Kommunen 2015 etliche Sammelunterkünfte aus dem Boden gestampft. Dafür räumten und mieteten sie, was möglich oder zu haben war: Kasernen,  Turnhallen, Bürogebäude, Container, Zelte, leerstehende Baumärkte. Als Notlösung geplant, wurde vieles zur Dauereinrichtung. Als „nicht kindgerecht“ kritisiert das Kinderhilfswerk UNICEF in der Studie „Kindheit im Wartezustand“  vom März 2017 die Lebensbedingungen in den Unterkünften.

    „Die Situation widerspricht den von der EU vorgegebenen Standards für Flüchtlingslager und missachtet die UN-Kinderrechtskonvention“, sagt auch Ursula Enders, Leiterin der Kölner Beratungsstelle Zartbitter, die 2016 die Lebenssituation von Kindern in Gemeinschaftsunterkünften auswertete und eine Arbeitshilfe zum Thema entwickelte.  So werde auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern keine Rücksicht genommen. „Häufig gibt es keine oder zu wenig Spielräume, unzureichende Freizeitangebote und keine Hilfen für traumatisierte Kinder und Jugendliche zur Verarbeitung der Kriegs- und Fluchterfahrungen.“

    Mehr noch: In den Sammelunterkünften erlebten Kinder „körperliche, psychische und sexuelle Gewalt von Erwachsenen und Kindern, aber auch von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen“.  Die Missbrauchsfälle in Flüchtlingsunterkünften alarmierten auch den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig: „Flüchtlingsunterkünfte sind aus Sicht des Kindeswohls sehr gefährliche, ungeeignete Orte.“  Er fordert ein Gesetz, das bundesweite Mindeststandards für Flüchtlingsunterkünfte vorschreibt. Damit wären „die Länder verpflichtet, die Schutzstandards zu gewährleisten, und die Träger der Einrichtungen, diese zu entwickeln und zum gelebten Alltag zu machen“. Einen entsprechenden Paragrafen im Asylgesetz zu verankern, scheiterte bisher am Widerstand der Länder. Zurzeit hängt er als Teil der Reform des SGB VIII (Sozialgesetzbuch) im Bundesrat.

    Die Reportage von Michaela Ludwig ist in voller Länge in der Dezemberausgabe der „E&W“ abgedruckt.

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    Migration Artikel Hauptvorstand
    news-13002 Wed, 06 Dec 2017 15:10:54 +0100 JA13: Bremerhaven für Anhebung der Besoldung im Land Bremen https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ja13-bremerhaven-fuer-anhebung-der-besoldung-im-land-bremen/ In Bremen wächst der Druck, künftig alle Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I nach A13 beziehungsweise E13 zu bezahlen. Der Magistrat in Bremerhaven hat sich für eine entsprechende Anhebung der Besoldung ausgesprochen. Bremerhavens Magistrat plädiert für die Anhebung der Besoldung von Lehrkräften an Grundschulen und in der Sekundarstufe I. Die Verwaltungsbehörde bat den Senat am Mittwoch, die besoldungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Bezahlung nach A13 beziehungsweise EG13 zu schaffen. Bremerhavens Schuldezernent, Stadtrat Michael Frost, sagte, es sei zwar ein positives Signal, dass der Senat den betreffenden Berufsgruppen ab dem kommenden Jahr eine Zulage gewähren wolle. Diese entspreche jedoch nicht einer grundsätzlichen Anhebung der Besoldung. „Wir stehen in der Verpflichtung, zur Absicherung des Unterrichts qualifizierte Lehrkräfte an die Stadt Bremerhaven zu binden. Wettbewerbsfähige Gehälter sind hierfür eine fast zwingende Voraussetzung, da wir in direkter Konkurrenz zu anderen Bundesländern stehen.“

    Die GEW Brandenburg setzte in der vergangenen Woche als erster Landesverband die Gleichstellung der Lehrkräfte auch im Grundschulbereich durch. Auch für alle Bestandslehrkräfte wurde eine Anhebung nach A13 beziehungsweise E13 vereinbart. Mit der Initiative „JA13 – Weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ macht die GEW seit Herbst 2016 Druck für eine faire Entlohnung von Grundschullehrkräften.

    Widerstand gegen „A13 für alle“ nimmt ab

    Auch in weiteren Bundesländern scheint seitdem die Ablehnungsfront gegen „A13 für alle“ zu bröckeln: Nordrhein-Westfalen kündigte jüngst an, künftig alle Lehrkräfte mit einem Master-Abschluss unabhängig von der Schulform nach A13 beziehungsweise E13 zu bezahlen – wenn auch noch nicht im Haushaltsjahr 2018. Im Frühsommer 2017 löste der rot-rot-grüne Senat in Berlin die Zusage, Lehrkräfte einheitlich in die Besoldungsgruppe A13/E13 einzustufen, mit einem novellierten Besoldungsgesetz ein. In Thüringen sollen Lehrkräfte der dortigen Regelschulen ab 2018 50 Prozent der Differenz zwischen A12 und A13 als Zulage erhalten. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits 2014 alle Lehrkräfte der Sekundarstufe I an Regional- und Gesamtschulen sowie Gymnasien von A12 auf A13 hochgestuft.

    Lehrkräfte an Grundschulen bleiben in den genannten Fällen außer in Berlin und künftig in NRW jedoch bisher ausgeklammert. Und auch in Berlin kommt die Regelung vorerst lediglich Lehrkräften zugute, die nach der 2014 reformierten Studienordnung ausgebildet sind und neu an Grundschulen anfangen.

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    Gleichstellung Tarif Artikel Hauptvorstand
    news-12820 Wed, 06 Dec 2017 14:00:00 +0100 Umstrittene Bildungsstandards https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/umstrittene-bildungsstandards/ Mathematikprofessoren haben in einem Brief an die KMK Alarm geschlagen: Das Vorwissen vieler Studierender reiche für ein Studium der Mathematik oder Naturwissenschaft nicht mehr aus. Damit ist ein alter Streit über Bildungsstandards neu entbrannt. Als im April bekannt wurde, dass in Hamburg der Vorabitur-Notenschnitt in Mathematik bei 4,1 lag, schlugen rund 130 Professoren und Mathematiklehrkräfte Alarm. Das mathematische Vorwissen vieler Studienanfängerinnen und -anfänger reiche nicht mehr für ein Studium der Mathematik oder der Technik- und Naturwissenschaften aus, hieß es in einem offenen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV) und das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Schuld an der Misere sei die Kompetenzorientierung im Schulunterricht. Die auf „kompetenzorientierte Standards“ bezogenen Tests, an denen sich mittlerweile auch der Mathematikunterricht orientiere, „prüfen unter dem Deckmantel Mathematik lediglich Alltagswissen ab, ohne fachlich in die Tiefe zu gehen“.

    Mit dem Brandbrief der Mathematiker flammte ein seit gut 16 Jahren schwelender Konflikt unter Bildungsexperten neu auf. Eine der Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden Deutschlands bei der 2001 veröffentlichten ersten PISA-Studie war die Einführung von Bildungsstandards. Diese legen fest, welche Fähigkeiten und Kenntnisse in einer bestimmten Jahrgangsstufe in den Hauptfächern und den Fremdsprachen erreicht werden sollen. Durch die Vermittlung bestimmter Kompetenzen werden Schülerinnen und Schüler befähigt, die Bildungsstandards zu erreichen. Diese sind derweil umstritten. GEW-Schulexpertin Ilka Hoffmann gibt zudem zu bedenken, dass bei der Erarbeitung der Standards vom Gymnasialniveau aus gedacht werde. Es gebe kaum Forschungen dazu, wie beispielsweise mathematisches Verständnis im Förderschulbereich entwickelt werden könne.

    Der komplette Artikel von Jürgen Amendt ist in der Dezemberausgabe der „E&W“ nachzulesen.

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    Schule Bildungsqualität Bildungssystem Artikel Hauptvorstand
    news-13000 Wed, 06 Dec 2017 11:09:45 +0100 Zusatzrente: Startgutschriften-Einigung tritt in Kraft https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/zusatzrente-startgutschriften-einigung-tritt-in-kraft/ Nach Inkrafttreten des 10. ÄTV werden die Zusatzversorgungskassen VBL und ZVK in den kommenden Monaten alle Startgutschriften und Renten nachrechnen. Für viele Beschäftigte bedeutet dies einen Zuschlag zu ihrer Rentenanwartschaft. Der 10. Änderungstarifvertrag zum Altersversorgungs-Tarifvertrag ATV ist mit Ablauf der Erklärungsfrist Ende November 2017 in Kraft getreten. Im 10. ÄTV wird die Neuberechnung der sogenannten rentenfernen Startgutschriften festgeschrieben, welche die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes am 6. Juni 2017 vereinbarten. Im Laufe der nächsten Monate werden die Zusatzversorgungskassen (VBL oder ZVK) unaufgefordert alle Startgutschriften und Renten nachrechnen.

    Von den Beschäftigten, die bereits vor dem 1. Januar 2001 im öffentlichen Dienst gearbeitet haben und damals unter 55 Jahre alt waren, kann rund die Hälfte mit einem Zuschlag zu ihrer Rentenanwartschaft rechnen – im Schnitt sind das rund fünf Euro pro Monat. Betroffene Kolleginnen und Kollegen, die bereits eine Rente beziehen, bekommen den Zuschlag rückwirkend ab Rentenbeginn unaufgefordert nachgezahlt.

    Berechnung der Startgutschriften

    Mit den Startgutschriften wurden 2001 die Ansprüche aus dem Gesamtversorgungssystem in Versorgungspunkte des neuen Punktesystems überführt. Dabei wurde zunächst pauschalierend berechnet, welche Rente die Beschäftigten im alten System mit 65 Jahren erhalten hätten ("Voll-Leistung"). Davon wurden je Beschäftigungsjahr 2,25 Prozent als Versorgungspunkte des neuen Systems gutgeschrieben. 2007 entschied der Bundesgerichtshof (BGH) jedoch, diese Berechnung benachteilige Akademiker und andere Berufe mit langer Ausbildung, weil diese keine Chance hätten, 100 Prozent zu erreichen. Mit dem gleichen Vorwurf kippte der BGH im März 2016 auch die Korrekturregelung von Gewerkschaften und Arbeitgebern.

    Nach der Einigung im Juni 2017 soll der Anteil der Voll-Leistung, der pro Jahr gutgeschrieben wird, zwischen 2,25 und 2,5 Prozent liegen. Technisch gesehen werden 100 Prozent durch die „Zeit in Jahren“ vom Beginn der Pflichtversicherung bis zur Vollendung des 65. Lebensjahrs geteilt. Wer mit 25 oder später im öffentlichen Dienst angefangen hat, bekommt 2,5 Prozent pro Jahr. Bei allen, die früher angefangen haben, ist der Faktor entsprechend niedriger, mindestens aber wie bisher 2,25 Prozent. Auch im alten System brauchte man 40 Jahre, um die volle Leistung zu bekommen. Die neuen Regelungen gelten sowohl bei Bund und Ländern als auch bei den Kommunen unabhängig davon, bei welcher Zusatzversorgungskasse die Beschäftigten versichert sind.

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    Mitglieder 60+ Tarif TV-L TVöD Artikel Hauptvorstand
    news-12818 Wed, 06 Dec 2017 11:00:00 +0100 Unterstützung statt Kontrolle https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/unterstuetzung-statt-kontrolle/ Der IQB-Bildungstrend 2016 ist für die Bildungspolitik ernüchternd ausgefallen. Laut der Studie haben sich die Leistungen der Grundschülerinnen und -schüler in Deutsch und Mathematik in den meisten Bundesländern verschlechtert. Solche Hiobsbotschaften führen zu den immer gleichen Reflexen: Konservative beklagen das „Fehlen des Leistungsgedankens“ und diffamieren reformpädagogische Ansätze als „Kuschelpädagogik“. Einige Bildungspolitikerinnen und -politiker denken über verstärktes Bildungsmonitoring in ihrem Bundesland nach. Aus Sicht der GEW sind dies keine angemessenen Reaktionen auf die Ergebnisse der neuesten Ausgabe der Ländervergleichsstudie Bildungstrend, die das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für die Primarstufe alle fünf Jahre durchführt. Um die Ursachen der aktuell schlechteren Lernergebnisse zu erklären, ist es notwendig, sich die Lern- und Arbeitsbedingungen an den Grundschulen näher anzuschauen.

    Die Grundschule – vor rund 100 Jahren gegründet – hatte von Anfang an mit dem Widerspruch zwischen gesellschaftlichem Anspruch und Realität zu kämpfen. Sie war als Schule für alle gedacht und fühlte sich immer schon der Reformpädagogik verpflichtet. Im Unterschied zu weiterführenden Schulen setzte man hier auf ganzheitliches Lernen und Lebensweltbezug. Dies lässt sich sehr gut entwicklungspsychologisch begründen: Grundschülerinnen und -schüler sind eben keine kleinen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, sondern junge Kinder mit ganz spezifischen Entwicklungsbedürfnissen.

    Dem Anspruch, Schule für alle Kinder zu sein, konnte die Grundschule nie ganz gerecht werden. Von Anfang an wurde die Schulform nicht in die Lage versetzt, alle Kinder mit ihren ganz unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gleichermaßen zu bilden. Zu große Klassen, fehlende Räume, eine unzureichende Lehrkräftebildung und fehlende Unterstützungssysteme führten von Beginn an dazu, dass Kinder aus Armutsverhältnissen verstärkt der sogenannten Hilfsschule (heute Förderschule Lernen) zugeführt wurden. Auch heute hat die Grundschule die widersprüchliche Aufgabe, einerseits allen Kindern die notwendige Grundbildung zu vermitteln und sie individuell in ihrem Lernen zu unterstützen, sie aber gleichzeitig auf die Separierung im gegliederten Schulsystem vorzubereiten.

    „Leider wurde das ganzheitliche und soziale Lernen in der Grundschule als unwissenschaftlich diskreditiert.“

    Der Kernanspruch bleibt dessen ungeachtet, eine Schule für alle Kinder in ihrer ganzen Vielfalt zu sein. Die komplexer werdende soziale Realität und sich stetig verändernde Bedingungen des Aufwachsens von Kindern erfordern auch pädagogische, personelle und materielle Anpassungen. Armutserfahrungen, zu wenig Bewegung, verstärkter Medienkonsum, psychische Belastungen – Kindheit ist im Wandel, darauf muss die Grundschule reagieren können.

    Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss Bezug auf die veränderte gesellschaftliche Realität sowie auf lern- und entwicklungspsychologische Grundlagen nehmen. Leider wurde das ganzheitliche und soziale Lernen in der Grundschule als „unwissenschaftlich“ diskreditiert. „Evidenzbasierung“ lautete das Zauberwort auch für die Grundschuldidaktik. Man setzte einseitig auf die Unterrichts- und Schulentwicklung auf der Grundlage von Testdaten.

    Selbstverständlich sollte überprüft werden können, ob und welche Kompetenzen Kinder in der Grundschule erwerben – auch mit Testverfahren. Aber unter dem Label „Evidenz“ kommt es nicht selten mittels unreflektiert eingesetzter Test- und Trainingsverfahren zu einer Verarmung der Schul- und Unterrichtskultur. Es besteht die Gefahr, dass ein umfassender, auf Demokratie und Persönlichkeitsentwicklung ausgerichteter Bildungsansatz zugunsten einer reinen Lerntechnologie geschleift wird.

    „Es fehlt ein nachhaltiges, verlässliches Unterstützungssystem, das Jugendhilfe, schulpsychologischen Dienst und Schule sinnvoll vernetzt.“

    Lernen findet in Beziehungen statt. Kinder, die wenig Unterstützung und Rückhalt in ihrem familiären Umfeld erfahren, brauchen in der Schule mehr Anleitung und Rückmeldung. Dies kann in großen Klassen nicht gelingen. So ist die in vielen Leistungsstudien immer wieder getroffene Feststellung, die Klassengröße sei nicht entscheidend für die Qualität des Lernens, nur die halbe Wahrheit. Ein Kernproblem großer Lerngruppen ist, dass für die spezifischen pädagogischen Bedürfnisse der Kinder die Zeit fehlt. Um allen gerecht zu werden, brauchen Lehrkräfte mehr Zeit für jedes einzelne Kind.

    Weiteres Problem: der immer größer werdende Lehrkräftemangel, gerade in der Grundschule. Es besteht die Gefahr, dass die Didaktik der Primarstufe als wichtige Grundlage der pädagogischen Arbeit in den Hintergrund gedrängt wird. Wir brauchen eine solide didaktische Weiterbildung der Quer- und Seiteneinsteiger, die den Umgang mit heterogenen Lerngruppen und inklusive Bildung im Blick hat. Eine Schmalspurfortbildung auf der Grundlage veralteter didaktischer Konzepte oder einer reinen Lerntechnologie geht in die falsche Richtung.

    Viele Kollegien fühlen sich mit den zunehmenden sozialen Herausforderungen alleingelassen. Es fehlt ein nachhaltiges, verlässliches Unterstützungssystem, das Jugendhilfe, schulpsychologischen Dienst und Schule sinnvoll vernetzt. Es fehlen ausreichende personelle und strukturelle Ressourcen. Dass die Grundschule hier Probleme hat, hat der IQB-Bildungstrend bestätigt.

    In dieser Situation die Qualitätsfrage allein mit verstärkten Kontrollen des Outputs zu verknüpfen, ist der falsche Weg. Die Grundschule muss endlich den Stellenwert bekommen, der ihr als Schule für alle zusteht. Sie braucht gut aus- und fortgebildete Fachkräfte, die gerecht bezahlt werden, schulinterne Fortbildung zur Unterrichts- und Schulentwicklung, verlässliche Unterstützungssysteme zum Umgang mit schwierigen Erziehungssituationen und eine gute materielle und räumliche Ausstattung. Was sie nicht braucht: verstärktes Monitoring, dem keine Unterstützungsmaßnahmen folgen. Die GEW steht bereit, an einem gemeinsamen Programm einer echten Qualitätsverbesserung an den Grundschulen mitzuarbeiten!

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    Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Artikel Hauptvorstand
    news-12996 Wed, 06 Dec 2017 10:24:00 +0100 Goethe-Institut: Positive Wende in den Tarifverhandlungen https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/goethe-institut-positive-wende-in-den-tarifverhandlungen/ Im Tarifstreit beim Goethe-Institut hat der Vorstand eingelenkt und will mit der GEW über eine zukunftsfähige Personalpolitik sprechen. Er zeigte sich offen, auch über Alternativen zu einer Erhöhung der Lehrkräftearbeitszeit nachzudenken. Der Vorstand des Goethe-Institus (GI) will mit der GEW über eine „zukunftsorientierte Personalplanung“ verhandeln und dabei auch Themen anpacken, die in den bisherigen Gesprächen tabu gewesen sind. Darauf verständigten sich beide Seiten in der Tarifrunde am 20. November 2017. Der GI-Vorstand räumte ein, dass die Institute mit einem hohen Anteil an Vertragslehrkräften besser durch die Krise gekommen seien als jene mit sehr vielen Honorarlehrkräften. Zudem zeigte er sich aufgeschlossen, mit der GEW über Alternativen zu seiner Forderung nach einer Erhöhung der Lehrkräftearbeitszeit nachzudenken.

    Ausgehend von den künftig an den GID geplanten Kursen und dem dafür notwendigen Personaleinsatz wollen die Tarifparteien sich verständigen, wie der Regelbetrieb durch eine ausreichende Zahl von Festangestellten gesichert werden könne. Auf die Agenda sollen beispielsweise auch Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, Entlastungen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Qualifikation und sichere Perspektiven für jüngere Beschäftigte. Worauf die Tarifparteien sich letztlich verständigen können, ist zwar noch völlig offen. Wichtig ist für die GEW aber die Bereitschaft des Vorstands, sich auf neue Themen einzulassen.

    GEW fordert Entfristungen und reguläre Beschäftigung

    Für diese Wende in dem seit Juli 2017 schwelenden Tarifkonflikt war auch der Prostest der Kolleginnen und Kollegen am „Schwarzen Freitag“ ausschlaggebend. Die Goethe-Institute im Inland stecken in finanziellen Schwierigkeiten, nachdem die Deutsche Rentenversicherung feststellte, dass es sich bei vielen Honorarverträgen um Scheinselbständigkeit handelt und Nachzahlungen drohen. In der Folge wurden zunächst keine Honorarlehrkräfte mehr beschäftigt und Kurse abgesagt. Für die Festangestellten bedeutete das erhebliche Mehrarbeit. Seit dem Sommer setzt das Goethe-Institut wieder Honorarlehrkräfte ein, doch zu schlechteren Bedingungen. Neu eingestellte Lehrkräfte erhalten nur befristete Verträge. In den Tarifverhandlungen forderte das Goethe-Institut, die Unterrichtsverpflichtung zu erhöhen und freie Tage zu streichen, was die GEW ablehnte. 

    Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Entfristung aller Vertragslehrkräfte sowie der ohne Sachgrund befristeten
    Verwaltungsbeschäftigten, weitere Neueinstellungen von Vertragslehrkräften, eine tarifvertragliche Regelung für den Vorrang für reguläre Beschäftigung und den Abschluss eines Demographie-Tarifvertrags.

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    Tarif Artikel Hauptvorstand
    news-12995 Wed, 06 Dec 2017 09:43:41 +0100 Kinder aus armen Familien werden weiter abgehängt – Was jetzt zu tun ist https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kinder-aus-armen-familien-werden-weiter-abgehaengt-was-jetzt-zu-tun-ist/ Die IGLU-Studie belegt erneut, dass es an Grundschulen in Deutschland einen besonders großen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler gibt. Drei Vorschläge der GEW an de Bildungspolitik. Deutschland gehört zu den Staaten, in denen es einen besonders großen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler gibt. Die Spannweite der Leistungen hat in den vergangenen 15 Jahren sogar noch zugenommen: Die starken Schülerinnen und Schüler haben sich etwas verbessert, die Kinder aus armen Familien werden mehr und mehr abgehängt. Auch die Förderung von Kindern mit Migrationserfahrung gelingt nur unzureichend. Zudem lesen Jungen weniger als Mädchen, ihre Leistungen sind schlechter. Soweit die Ergebnisse der aktuellen IGLU-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, Thema: Lesen), die am Dienstag, 5. Dezember in Berlin vorgestellt wurde.

    „Es ist eine Schande, dass ein so reiches Land wie Deutschland es nicht schafft, Bildungsbenachteiligungen beherzt anzugehen und diese abzubauen.“ (Ilka Hoffmann)

    Die GEW macht schon lange darauf aufmerksam, dass es den Schulen nicht gut gelingt, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft der Schülerinnen und Schüler und ihrem Lernerfolg aufzuheben. „Es ist eine Schande, dass ein so reiches Land wie Deutschland es nicht schafft, Bildungsbenachteiligungen beherzt anzugehen und diese abzubauen“, kommentierte die GEW-Schulexpertin Ilka Hoffmann die Ergebnisse der Studie. Aus Sicht der GEW sind vor allem die Rahmenbedingungen an den Grundschulen das Problem. Doch die lassen sich verbessern. Drei Vorschläge der GEW:

    1. Gezielte Leseförderprogramme auflegen

    Im EU-Durchschnitt investiere Deutschland besonders wenig Mittel in die Leseförderung. Dies führe dazu, dass die Lesemotivation der Kinder sinke und damit die Leseleistungen immer schlechter werden, erklärte Hoffman. Es sei deutlich mehr Geld für die Grundschulen, vor allem für gezielte Leseförderprogramme notwendig. Dazu gehöre auch, die Schulbibliotheken in Grundschulen besser auszustatten.

    2. Die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften verbessern

    Dass die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften reformiert werden muss, belegt die GEW mit ihrer Arbeit im Zukunftsforum Lehrer_innenbildung seit Jahren. Hoffmann forderte: „Wir brauchen dringend ausreichend gut aus- und fortgebildete Lehrkräfte, die auf das Lehren unter schwierigen sozialen Bedingungen vorbereitet sind und mit heterogenen Lerngruppen arbeiten können.“ Dabei müssten Konzepte der Leseförderung einen festen Platz und besonders auf benachteiligte Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sein, erklärte Hoffmann.

    3. Ganztagsangebote ausbauen

    Der Ganztag muss flächendeckend kommen, da ist sich die GEW-Schulexpertin sicher: „Die Vorschläge der GEW lassen sich am besten in personell und materiell gut ausgestatteten inklusiven Ganztagsgrundschulen umsetzen.“ Doch diese fielen nicht einfach vom Himmel. Dafür sei dringend ein bundesweites Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote notwendig, betonte die GEW-Schulexpertin.

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    Schule Artikel Hauptvorstand
    news-12856 Wed, 06 Dec 2017 08:30:00 +0100 Auf dem Weg zu einer besseren Bildungsfinanzierung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/auf-dem-weg-zu-einer-besseren-bildungsfinanzierung/ Ein Jahr vor der Bundestagswahl hat die GEW die Initiative „Bildung. Weiter denken!“ ins Leben gerufen, um sich für mehr Geld für Bildung einzusetzen. Wie weit sind wir auf diesem Weg bislang gekommen? Und wie geht es weiter? Die Ausgangslage: Bund und Länder haben ihr 2008 in Dresden gegebenes Versprechen, eine „Bildungsrepublik“ zu schaffen und dafür bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes für Bildung und Forschung bereitzustellen, nicht gehalten. „Der Zustand des Bildungswesens steht der Bedeutung der Bildung, die immer wieder gerne in Sonntagsreden beschworen wird, diametral entgegen“, moniert die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. „Das gilt für Quantität und Qualität der Bildungsangebote und -einrichtungen ebenso wie für deren Finanzierung. Deshalb braucht Deutschland mehr und bessere Bildungsangebote für alle Menschen!“ Mit der Initiative „Bildung. Weiter denken!“ geht die GEW wortwörtlich und im übertragenen Sinne für eine solche Veränderung auf die Straße. Dabei finden alle Bildungsbereiche Platz: Kindertagesstätten, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule und die Weiterbildung.

    Ein Kurswechsel in der Bildungspolitik und in der Finanzierung des Bildungswesens ist der große „Nordstern“ der Initiative. Auf dieses Ziel arbeitet die GEW gemeinschaftlich, kontinuierlich und koordiniert hin. Durch viele Interviews und Hintergrundgespräche, pressewirksame Termine und den von der GEW angestoßenen Appell für mehr Geld für Bildung – getragen durch ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften – war das Thema Bildung im vergangenen Jahr in der öffentlichen Debatte sehr präsent. Bestimmte Aspekte wie marode Gebäude oder Lehrkräftemangel fanden besonders großen Widerhall. Jetzt verzeichnen wir erste Erfolge: In einigen Bundesländern konnten etwa Verbesserungen bei der Bezahlung von Pädagoginnen und Pädagogen sowie zusätzliche Stellen für Schulsozialarbeit durchgesetzt und Stellenstreichungen verhindert werden.

    „Immer wieder muss der bildungspolitische Aspekt der Initiative – die Frage, was gute Bildung ausmacht – mit dem finanz- und steuerpolitischen verknüpft werden, der verdeutlicht, wie die Finanzierung zu realisieren ist.“

    Neben den klassischen Formen der Öffentlichkeitsarbeit gibt die GEW auch Impulse durch kreative Aktivitäten, beispielsweise Fotoaktionen, Bodenzeitungen, Film-Clips sowie die verstärkte Nutzung der Social-Media-Kanäle. Besonders viel passiert vor Ort in den Aktionszeiträumen. Dann gibt es in den Landesverbänden Aktionen zu einem bestimmten Schwerpunkthema – bislang zu „JA13! Weil Grundschullehrerinnen es verdienen“, „Gute Arbeit – gute Bildung“ und zum Themenbereich „Inklusion/Integration“. Aber auch während der Bildungsmesse didacta, bei den Veranstaltungen zum 1. Mai oder beim GEW-Gewerkschaftstag im Mai wurde die Initiative bundesweit sichtbar. Die Bildungsgewerkschaft arbeitet in Bündnissen mit und versucht so, gesellschaftlichen Druck auch gemeinsam mit anderen Organisationen zu entfalten.

    Immer wieder muss der bildungspolitische Aspekt der Initiative – die Frage, was gute Bildung ausmacht – mit dem finanz- und steuerpolitischen verknüpft werden, der verdeutlicht, wie die Finanzierung zu realisieren ist. Denn oft behaupten die politisch Verantwortlichen, es fehle an Geld, um wichtige Bildungsvorhaben zu finanzieren. Daher haben wir ausgerechnet, was unsere Vorstellungen von guter Bildung kosten. Und mit einem eigenen Steuerkonzept hat die GEW aufgezeigt, wie mehr Geld in die Kassen der Bundes-, Landes- und Kommunalhaushalte fließen kann. „Diese Maßnahmen bringen jährlich fast 74 Milliarden Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen“, betont Tepe.

    „Die Bundestagswahl im September war ein wichtiger erster Meilenstein für die Initiative.“

    Nun ist Bildung – und damit verbunden auch ihre Finanzierung – ein komplizierter Politikbereich. Vieles wird auf Länderebene entschieden und ist daher von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Aber auch Bund und Kommunen haben ihren Anteil. Die Bildungsfinanzierung zu verbessern, setzt voraus, alle Ebenen und ihr Zusammenspiel im Blick zu haben.

    Die Bundestagswahl im September war ein wichtiger erster Meilenstein für die Initiative – die Aktivitäten konzentrierten sich in der ersten Phase daher stark auf die Bundesebene. Schon seit langem fordert die GEW die komplette Aufhebung des Kooperationsverbots. So wäre es dem Bund möglich, Länder und Kommunen in der Bildung dauerhaft finanziell zu unterstützen. In politischen Gesprächen mit Parteien sowie einzelnen Politikerinnen und Politikern haben wir dies immer wieder eingefordert. Überzeugende Argumente aus der Praxis hat die GEW-Vorsitzende gesammelt. Ihre Tour „GEW in Bildung unterwegs“ führte sie in Bildungseinrichtungen (fast) aller Bundesländer. Hier machte sie sich ein Bild vom Status quo der Arbeitsbedingungen, der Ausstattung und der Bedarfe vor Ort.

    „Die Wahlprogramme der Parteien lassen allerdings befürchten, dass wir für die Umsetzung wichtiger Bausteine für eine bessere Bildungsfinanzierung noch weiter kämpfen müssen.“

    Obwohl das Thema Bildungsfinanzierung als „dickes Brett“ bekannt ist, das es zu bohren gilt, hatte sich die GEW zunächst entschieden, die Initiative „Bildung. Weiter denken!“ zeitlich zu begrenzen – bis Ende 2017. Dann sollte nach einer Evaluation des bisherigen Verlaufs entschieden werden, ob und wie die Initiative weitergeführt wird. Die Auswertung ist beendet, der Beschluss gefasst: Es soll weitergehen! Das entspricht auch der Aussage des Gewerkschaftstages, dass das GEW-Engagement für eine bessere Bildungsfinanzierung „eine ihrer grundlegenden Aufgaben“ sei.

    Nun heißt es: Ausdauer beweisen. Bei Drucklegung der „E&W“ war noch nicht klar, was konkret im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung stehen wird. Die Wahlprogramme der Parteien lassen allerdings befürchten, dass wir für die Umsetzung wichtiger Bausteine für eine bessere Bildungsfinanzierung noch weiter kämpfen müssen. Die Vorhaben der künftigen Bundesregierung werden wir kritisch begleiten. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus der Initiative stärker auf Länderebene. Dort geht es darum, bei zentralen Weichenstellungen in der Bildungsfinanzierung kontinuierlich Überzeugungsarbeit zu leisten. Dies beim Hauptvorstand und in den Landesverbänden aufeinander abgestimmt und voneinander wissend in die Tat umzusetzen, wird Aufgabe der Initiative innerhalb der GEW sein.

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    Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Artikel Hauptvorstand
    news-12994 Wed, 06 Dec 2017 08:20:16 +0100 Rechtsratgeber zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Qualifizierung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/rechtsratgeber-zur-vereinbarkeit-von-familie-und-wissenschaftlicher-qualifizierung/ Politikerinnen und Politiker beschwören sie gern in Sonntagsreden: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Realität sieht für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zumeist anders aus. Mit dem jetzt in zweiter Auflage erschienenen Rechtsratgeber möchte die GEW Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen, ihre Rechte kennenzulernen und durchzusetzen.

    Politik und die Institutionen des Wissenschaftssystems sind sich einig in den Forderungen nach Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) haben gezielt Förderprogramme bzw. -instrumente entwickelt, Hochschulen und außerhochschulische Forschungseinrichtungen lassen sich als „familiengerecht“ zertifizieren oder streben nach „Total E-Quality“. Doch nicht zuletzt angesichts der wachsenden Drittmittelfinanzierung und der damit einhergehenden Zunahme befristeter Arbeitsverträge und Stipendien drängt sich die Frage auf, inwieweit Chancengleichheit in der Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Qualifizierung durch die aktuell vorhandenen Maßnahmen allein zu realisieren ist.

    Der vorliegende Ratgeber will bei dieser Frage weiterhelfen. Er soll dazu dienen, (angehende) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die eigenen Rechte und bestehenden Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Qualifizierung zu informieren, damit diese auch tatsächlich eingefordert und wahrgenommen werden können.

    Dabei nehmen wir zum einen die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie von Eltern und Nicht-Eltern in den Blick. Zum anderen betrachten wir Chancengleichheit und Vereinbarkeit aber auch aus der Perspektive der unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen, die die Qualifizierung in der Wissenschaft beeinflussen.

    Die Autorinnen und Autoren, Svenja Bernstein-Derichs, Michael Frey, Anne Krüger und Anna Schütz, gehen von einem weiten Familienbegriff aus, der alle nicht-verwandtschaftlichen und nicht-ehelichen Lebensformen einschließt, in denen Sorgearbeit auch gegenüber Nicht-Angehörigen geleistet wird. Neben der Betreuung von Kindern beinhaltet Sorgearbeit immer auch die Sorge für ältere und kranke Menschen sowie für Menschen mit Behinderung. Der Ratgeber konzentriert sich auf den Aspekt der Schwangerschaft und der Kinderbetreuung. Er betrachtet die bestehenden rechtlichen Regelungen sowie die finanziellen Rahmenbedingungen, unter denen diese Art der Sorgearbeit mit der wissenschaftlichen Qualifizierung vereinbart werden soll.

    Der Ratgeber kann im GEW-Shop bestellt oder kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

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    Studium Wissenschaft Artikel Hauptvorstand
    news-12985 Tue, 05 Dec 2017 10:10:17 +0100 Malaysisch-deutscher Austausch zu Kinderarbeit https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/malaysisch-deutscher-austausch-zu-kinderarbeit/ Das Französische Gymnasium Berlin hatte im November Besuch von malaiischen Schülerinnen der 10. Klasse. Gemeinsam mit ihren deutschen Austauschschülerinnen und -schülern haben sie einen Tag lang Wege aus der Kinderarbeit diskutiert. In ihrer Heimatstadt Johor Bahru, direkt an der malaysisch-singapurischen Grenze, haben die Mädchen zur Vorbereitung bereits Berichte zu Kinderarbeit studiert. Offizielle Zahlen über Kinderarbeit in ihrem Heimatland gibt es keine. In Gruppen erarbeiten sie Facetten und Ursachen von Kinderarbeit und staatliche Handlungsmöglichkeiten zur Bekämpfung heraus. Fehlender Zugang zu Bildung, besonders von Mädchen, spielt offenbar eine wichtige Rolle. Austauschschülerin Sandra betont aber, dass finanzielle Bedürfnisse die Hauptursache für Kinderarbeit seien. Und ihre Einschätzung zu Kinderarbeit in Malaysia? „Vielleicht wird Kinderarbeit in Malaysia nicht offiziell erfasst, aber ich halte es für wahrscheinlich, dass sie gerade ländlichen Gegenden durchaus vorkommt“, vermutet sie.

    „Ich war schon als Kind darüber informiert, was in der Welt passiert. Das hilft auch dabei Kinderarbeit besser zu verstehen“

    Nach der Mittagspause stoßen deutsche Schülerinnen und Schüler dazu. Durch die gemischten Gruppenarbeiten führt Thomas, Englisch- und Geschichtslehrer, und ermuntert die Schüler*innen immer wieder zum kritischen Hinterfragen lokaler Probleme in globalen Zusammenhängen. Moderne Sklaverei liegt ihm als Unterrichtsthema am Herzen, Ausbeutung anhand von Kinderarbeit zu erklären fällt ihm leicht. Beim Bilderrundgang durch viele Kinderarbeitsbeispiele stellen die Schüler*innen heraus, dass Kinderarbeit sehr vielfältig ist und auch mit dem Konsumverhalten von Menschen in weiter entfernten Erdteilen zusammenhängt. Dass wird auch in der anschließend geschauten Doku deutlich, in der die zwölfjährige Zara aus dem Leben ihrer Familie als Saisonarbeiterinnen und Erntehelfer in der Türkei berichtet, wodurch sie jedes Jahre viele Wochen Schulunterricht verpasst, obwohl der Schulabschluss für ihren Berufswunsch Krankenpflegerin sehr wichtig ist. Die Schokoprodukte mit den Haselnüssen aus ihrer Ernte sind für sie selbst unerschwinglich.

    In der anschließenden Diskussion werden sich die Schüler*innen einig, dass nachhaltig und fair zu kaufen eine gute Möglichkeit ist, selbst etwas gegen Ausbeutung von Kindern, und auch von Erwachsenen, zu tun. Jesseca, Schülerin des Französischen Gymnasiums, gelingt es mühelos Kinderarbeit in den Zusammenhang mit Migration zu setzen und kennt viele Beispiele für Ausbeutung. Das Thema liegt ihr. Ihr globales Wissen, sagt sie auf Nachfrage, hat sie schon über ihre Eltern mitbekommen. „Meine Eltern haben schon immer internationale Nachrichten geschaut, und ich war schon als Kind darüber informiert, was in der Welt passiert. Das hilft auch dabei Kinderarbeit besser zu verstehen“,  erklärt die Schülerin.

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    Schule Bildung & Geschlecht Gesellschaftspolitik Internationales Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Artikel Hauptvorstand
    news-12983 Mon, 04 Dec 2017 15:54:58 +0100 Fachtagung FrauenStärken 2017: „Aufwerten, führen, entlasten!“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/fachtagung-frauenstaerken-2017-aufwerten-fuehren-entlasten/ 90 Prozent der Lehrkräfte an Grundschulen sind Frauen und es gibt noch einiges zu tun, um gerechte Bedingungen zu schaffen. Die GEW hat nach Berlin eingeladen, um den richtigen Weg zu gerechten Bedingungen an Grundschulen zu finden. Wie können Frauenberufe im Bildungsbereich aufgewertet werden? Auf welchen Wegen kommen Frauen in Führungspositionen? Wodurch werden Teilzeitkräfte effektiv entlastet? Die GEW-Fachtagung „Aufwerten, führen, entlasten“, die am 1. und 2. Dezember in Berlin stattfand, hat sich mit genau diesen gleichstellungspolitischen und rechtlichen Fragen auseinandergesetzt.

    Unbezahlte Mehrarbeit von Lehrkräften und ihre Arbeitszeit sind umkämpfte GEW-Themen. Auf der Fachtagung hat der GEW-Landesverband Niedersachsen die Ergebnisse einer Arbeitszeitstudie vorgestellt. Die Zahlen sind ernüchternd: Teilzeitkräfte leisten zwei Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche. „Es sollte eindeutig formuliert werden, wo Arbeitszeit konkret reduziert werden kann bzw. ein Ausgleich stattfinden kann!“, sagte Sigrun Döring von der GEW Berlin.

    Ebenso wichtig war das Thema „Frauen in Führungspositionen“. Prof. Dr. Katja Kansteiner von der Pädagogischen Hochschule Weingarten hat ihre Studie zu Gender Mainstreaming und Diversity Management bei der Besetzung von Schulleitungen vorgestellt. „Unter den Befragten war die Gleichstellung von Frau und Mann hinsichtlich der Frage der Kompetenz für Schulleitungen selbstverständlich“, erklärte Prof. Kantsteiner. Allerdings ziehen Auswahlgremien auch andere Faktoren heran, so haben Frauen beispielsweise manchmal das Nachsehen, weil die Auswahlgremien eine mögliche Schwangerschaft befürchten.

    „Je mehr wir uns darüber informieren, wie es in den anderen Bundesländern läuft, desto weniger kann man uns gegen einander ausspielen!“ (Frauke Gützkow)

    Außerdem wurden rechtliche Mittel diskutiert, um die Arbeit von Grundschullehrerinnen aufzuwerten. Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW Berlin, berichtete von der Anhebung der Besoldungsstufe für Grundschullehrkräfte in Berlin. „Das ist ein großer Erfolg!“, sagte sie erfreut.

    Zum Abschluss betonte Frauke Gützkow, Leiterin des GEW-Arbeitsbereichs Frauenpolitik, wie wichtig der bundesweite Austausch bei solchen Tagungen ist: „Je mehr wir uns darüber informieren, wie es in den anderen Bundesländern läuft, desto weniger kann man uns gegen einander ausspielen!“

     

     

     

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    Schule Bildung & Geschlecht Gleichstellung Beamte Artikel Hauptvorstand
    news-12972 Mon, 04 Dec 2017 13:42:16 +0100 BMBF-Infotelefon zur Weiterbildungsberatung untersucht https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bmbf-infotelefon-zur-weiterbildungsberatung-untersucht/ Das bundesweite Infotelefon zur Weiterbildungsberatung ist nach Ansicht der GEW ein erster Schritt zur Entwicklung eines umfassenden Informationsnetzwerks. Eine Recherchezeigt jedoch einen starken Fokus allein auf die Berufliche Bildung. Seit Anfang 2017 bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine beim Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) angesiedelte Hotline zur Weiterbildungsberatung an. Die GEW hat den Beratungsexperten Wilfried Rehfeld beauftragt, zu recherchieren und über die Ziele und Zielgruppen, Kooperationen und Organisation des Infotelefons, dessen Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Qualifizierung der Beraterinnen und Berater zu informieren.

    Der Recherche zufolge erweist sich die mit 500.000 Euro vom BMBF jährlich finanzierte Hotline als ein erster Schritt zur Entwicklung eines bundesweiten Informations- und Beratungsnetzwerks Weiterbildung. Bei näherer Betrachtung und exemplarischen Anfragen fällt jedoch eine Ausrichtung auf die Berufliche Bildung als Beratungsschwerpunkt auf. Anfragen beispielsweise zu Politischer Bildung, Gesundheitsbildung oder Ökologischer Bildung werden allenfalls durch Weiterleitungshinweise aufgegriffen.

    Weitere Themen im Infoblatt Weiterbildung im Dezember 2017:

    • „Die digitale R*Evolution? –  Digitalisierung in der Berufs- und Weiterbildung“ – Dokumentation
    • EU-Kommission: Europäischer Bildungsraum bis 2025
    • Qualifikations- u. Berufsfeldprojektionen bis 2035 – Künftig weniger Helfer-, aber auch Fachkrafttätigkeiten erwartet

     

     

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    Weiterbildung Artikel Hauptvorstand
    news-12970 Mon, 04 Dec 2017 13:21:06 +0100 BIBB-Report: Fachkräfteengpässe erwartet https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bibb-report-fachkraefteengpaesse-erwartet/ Die Akademisierung des Arbeitsangebots nimmt weiter zu. Künftig werden dem Arbeitsmarkt mehr Personen mit höheren Bildungsabschlüssen zur Verfügung stehen als bisher. Helfer- und Fachkrafttätigkeiten werden weniger benötigt. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung muss Deutschland sich auf mittlere bis längere Sicht auf zunehmende Fachkräfteengpässe einstellen. Je nach Entwicklung der Bevölkerung und der Wirtschaftsstruktur zeichnen sich in den Regionen jedoch unterschiedliche Arbeitsmarktkonstellationen ab, wie aus dem BIBB Report 3/2017 - Qualifikations- und Berufsfeldprojektion bis 2035 hervorgeht. In allen Regionen wird zudem eine Zunahme der Akademisierung des Arbeitsangebots prognostiziert, so dass mehr Erwerbspersonen mit höheren Bildungsabschlüssen als bisher den Arbeitsmärkten zur Verfügung stehen. Dem steht ebenso in allen Regionen ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen gegenüber, die sogenannte Spezialistentätigkeiten ausüben werden. Daraus wird ein künftig deutlich geringerer Bedarf  an Helfer-, aber auch an Fachkrafttätigkeiten gefolgert.

    Für die GEW-Bundesfachgruppen Gewerbliche und Kaufmännische Schulen sind auch die jüngeren Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen ein Beleg für die Notwendigkeit verstärkter Anstrengungen in Bildung und Qualifizierung für die nachwachsende Generation einerseits und gleichzeitig eines guten Systems der Weiterbildung für die im Erwerbsleben stehende und ältere Generation andererseits.

    Weitere Themen im Infoblatt Berufsbildung im Dezember 2017:

    • EU-Kommission: Europäischer Bildungsraum bis 2025
    • Cedefop – Rück- und Ausblick in der Berufsbildung 2020 bis 2030
    • Dokumentation erhältlich: „Die digitale R*Evolution? –  Digitalisierung in der Berufs- und Weiterbildung“

     

     

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    Berufliche Bildung Artikel Hauptvorstand
    news-12885 Mon, 04 Dec 2017 13:00:00 +0100 Studieren ist nicht mehr lustig https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/studieren-ist-nicht-mehr-lustig/ Gute Studien- und Arbeitsbedingungen gehören ganz nach oben auf die Agenda von Bund, Ländern und Hochschulen. „Die neue Bundesregierung kann die Weichen für eine bessere Hochschulbildung stellen“, sagt GEW-Vize Andreas Keller. „Lustig ist das Studentenleben“ – das ist eine überholte romantische Vorstellung. Für viele Studierende entpuppt sich die Alma Mater bolognese als Fortsetzung des G8-Traumas: proppenvolle Stundenpläne, Workload bis zum Anschlag, Bulimie-Lernen – die Module spielen verrückt! Paradox: Sollte Bologna ursprünglich die Mobilität im europäischen Hochschulraum fördern, scheitert diese Idee heute bereits beim Hochschulwechsel von Potsdam nach Berlin.

    Zwei von drei Studierenden jobben – nicht nur in den Semesterferien, sondern auch während der Vorlesungszeit. Die staatliche Ausbildungsförderung droht zum Auslaufmodell zu werden: Nur jeder und jede Achte bezieht überhaupt noch BAföG. Selbst wer den Höchstsatz von derzeit 735 Euro erhält, kommt damit nur schwer über die Runden. Mit der Wohnpauschale in Höhe von 250 Euro lässt sich selbst in kleineren Hochschulstädten nur unter großen Schwierigkeiten eine Bude finden, ganz zu schweigen von München, Hamburg oder Frankfurt am Main.

    „Die erneute Debatte um Studiengebühren sorgt für zusätzliche Unsicherheit.“

    Kein Wunder, dass heute zwar über die Hälfte eines Altersjahrgangs an die Hochschulen geht, Kinder aus Nichtakademikerfamilien es aber immer noch deutlich schwerer haben, ein Studium aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Die erneute Debatte um Studiengebühren sorgt für zusätzliche Unsicherheit. In Baden-Württemberg werden seit diesem Wintersemester Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland zur Kasse gebeten – ein völlig falsches Signal in einer Zeit, in der Hochschulen mehr denn je ihre Weltoffenheit zeigen müssen.

    Schwierige Rahmenbedingungen setzen selbst hoch motivierten Dozentinnen und Dozenten Grenzen. Immer seltener steht ein angemessen besoldeter Lebenszeit-Professor oder gar eine Professorin im Hörsaal: Viel wahrscheinlicher ist, dass Studierende es mit teilzeitbeschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kurzzeitverträgen zu tun haben oder mit Lehrbeauftragten, die für einen Appel und ein Ei lehren. Immer mehr Studierende kommen auf eine Lehrkraft – die Gruppengrößen wachsen, für individuelle Betreuung bleibt keine Zeit.

    „ Trotz Bildungsföderalismus: Auch die neue Bundesregierung kann die Weichen für eine bessere Hochschulbildung stellen.“

    Bildung in der digitalen Welt, neue Lehr- und Lernmethoden, Drittmitteleinwerbung, Evaluation und Akkreditierung – die Lehrenden haben immer neue Herausforderungen zu schultern. Entsprechende Fortbildungsangebote gibt es nur sporadisch – und wenn, dann fehlen Lehrkräften, die mit einem Deputat von 14, 18 oder mehr Stunden „nebenbei“ promovieren oder habilitieren sollen, häufig schlicht die Kapazitäten dafür.

    Höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Hochschulpolitik! Gute Studien- und Arbeitsbedingungen gehören ganz nach oben auf die Agenda von Bund, Ländern und Hochschulen. Trotz Bildungsföderalismus: Auch die neue Bundesregierung kann die Weichen für eine bessere Hochschulbildung stellen. Statt von neuen Stipendienprogrammen zu schwadronieren, sollte sie das BAföG stärken: Eine kräftige Anhebung der Fördersätze und Freibeträge um mindestens 10 Prozent und die Umstellung auf einen Vollzuschuss sind überfällig. Die Länder müssen endlich die Studierbarkeit der Studiengänge sicherstellen und die Anerkennung von Studienleistungen – und damit die Mobilität der Studierenden – garantieren.

    Gute Bildung gibt es nur mit guten Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der Lehrenden: Die Hochschulen müssen ihre Beschäftigten besser unterstützen und entlasten, ihnen faire Arbeitsbedingungen und verlässliche Karrierewege anbieten. Vor allem aber müssen Bund und Länder endlich die Weichen für eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulen stellen, statt von Pakt zu Pakt zu taumeln. Gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden wird die Bildungsgewerkschaft GEW Ministerinnen und Senatoren, Rektorinnen und Präsidenten Beine machen. Organisiert euch, engagiert euch – wir können auch anders!

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    Studium Wissenschaft Artikel Hauptvorstand
    news-12967 Mon, 04 Dec 2017 12:35:50 +0100 Urheberrecht: Filme im Unterricht nutzen https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/urheberrecht-filme-im-unterricht-nutzen/ Die Bedeutung audiovisueller Medien für den Unterrichtsalltag nimmt stetig zu. Die Webseite „Filme im Unterricht“ informiert Lehrkräfte daher darüber, wie sie Filme urheberrechtlich legal eingesetzen können. Am 1. März 2018 tritt das novellierte Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) in Kraft, das die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Bildung und Forschung neu regelt. Da zugleich die Bedeutung audiovisueller Medien für den Unterrichtsalltag stetig zunimmt, erklärt die Webseite „Filme im Unterricht“, eine Initiative der deutschen Filmwirtschaft, Lehrerinnen und Lehrern, wie Bewegtbild in der Schule rechtlich korrekt eingesetzt werden kann.

    Vorgestellt werden die Gesetzesnovelle sowie unterschiedliche Lizenzmodelle für den Unterricht. Die Neufassung des Gesetzes ermöglicht zudem, dass ab März auch Filmausschnitte ohne den Erwerb einer Lizenz eingesetzt werden können, wenn der Ausschnitt eine Länge von 15 Prozent des Filmes nicht überschreiten. Deutlich gemacht wird ferner, dass Inhalte kommerzieller Streamingdienste nicht im Unterricht verwendet werden dürfen. Dies gilt auch für die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. „Filme im Unterricht“ empfiehlt die Ausleihe von Filmen im Medienzentrum und bietet eine Übersicht der Medienzentren geordnet nach Bundesländern.

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    Schule Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand
    news-12833 Mon, 04 Dec 2017 12:00:00 +0100 „Insgesamt ist das Studium auf jeden Fall ein Vollzeitjob“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/insgesamt-ist-das-studium-auf-jeden-fall-ein-vollzeitjob/ An der Supermarktkasse sitzen oder in einer Eventlocation jobben, auf teure Hobbies verzichten und die hohe Arbeitsbelastung im Studium meistern: Die „E&W“ porträtiert vier Studierende aus West- und Ostdeutschland.
  • Carla Bumann, 22, studiert im sechsten Bachelorsemester Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf:
  • „Studieren ist ganz schön teuer. Zum Glück unterstützen mich meine Eltern und helfen mir dabei, das Studium zu finanzieren. Sie übernehmen die Miete im Studierendenwohnheim – das sind 250 Euro pro Monat. Ich habe noch einen alten Vertrag, der ist für den Wohnungsmarkt in Düsseldorf unschlagbar günstig. Wer heute im Wohnheim einzieht, muss schon mehr bezahlen. Und ich bekomme nochmal zusätzlich etwas über 200 Euro Taschengeld von meinen Eltern. Damit zahle ich dann den größten Teil meiner Lebensmittel.

    Alles, was ich sonst noch ausgebe, muss ich mir dazuverdienen, durch die Arbeit bei einer Eventlocation: Das ist eine Hochhausetage, in der Partys, Workshops oder Schulungen von Firmen stattfinden. Ich bin vor allem für Organisationsfragen während der Veranstaltungen zuständig – wenn man so will, ist das ein etwas besserer Kellner-Job. Für mich ist wichtig, dass diese Arbeit sehr flexibel ist: Während der Prüfungsphasen kann ich etwas weniger machen, in entspannteren Wochen arbeite ich häufiger. Im Schnitt verdiene ich dort zwischen 200 und 300 Euro im Monat, und ein bisschen davon bleibt am Monatsende sogar noch übrig. Neben Miete und Essen gebe ich das meiste Geld eigentlich für Festivals und Konzerte aus – und weil die oft im Sommer sind, muss ich eben in den anderen Monaten dafür sparen.

    „Ich mache diesen Job wirklich nur für das Geld.

    Mir gefällt dieser Job ganz gut, es ist eine angenehme Abwechslung zum dauernden Nachdenken und zur Gedankenarbeit im Studium. Es tut gut, auch mal ein bisschen körperlich zu arbeiten und zum Beispiel Wasserkisten zu schleppen. Andererseits ist auch klar: Das ist eine reine Servicetätigkeit, die mir für später und für meinen Lebenslauf überhaupt nichts bringt. Ich mache diesen Job wirklich nur für das Geld: Zwölf Euro pro Stunde sind deutlich mehr, als ich beispielsweise als studentische Hilfskraft bekommen würde. Die Kombination aus guter Bezahlung und Flexibilität macht es für mich zum perfekten Job. Was ich in Zukunft vorhabe? In den nächsten Monaten dreht sich erst mal alles um meine Bachelorarbeit. Danach werde ich im Rahmen des Freiwilligendienstes ‚Kulturweit‘ für mindestens ein halbes Jahr nach Mexiko gehen – und dann wahrscheinlich ein Masterstudium anschließen. Aber ich weiß noch nicht, was und wo das genau sein wird.“

    • Kevin Vieth, 22 Jahre, studiert im dritten Bachelorsemester Biowissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster:

    „Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung als Biolaborant gemacht und bin erst danach an die Uni gegangen. Das Studium war und ist für mich eine Art fachliche Weiterbildung – auch wenn ich in den ersten beiden Semestern viele Sachen gehört habe, die ich eigentlich schon aus der Ausbildung kannte. Ich hoffe, dass das in den kommenden Semestern noch anders wird. Wir sind ungefähr 200 Studierende im Semester, davon haben vielleicht 15 oder 20 vorher eine Ausbildung gemacht. Anerkannt wurde uns davon aber nur sehr wenig: Bei mir war das eine einzige Übung, und der Bescheid kam auch erst, als das Semester bereits halb vorbei war. Da hatte ich schon das Gefühl, dass sich die Uni die Einzelfälle nicht so richtig angeschaut hat – man ist einfach nur einer von vielen, Ausnahmen werden ungern gemacht. Grundsätzlich aber war die Entscheidung fürs Studium genau richtig. Es macht schon großen Spaß und ist ein ganz anderes Leben als vorher in der Ausbildung.

    „Ich habe einen 450-Euro-Job als Kassierer in einem Supermarkt.“

    In den ersten beiden Semestern habe ich noch BAföG bekommen, 250 Euro im Monat. Dann hat meine Mutter wieder angefangen zu arbeiten, sodass meine Eltern jetzt ein höheres Einkommen haben und damit leider über der BAföG-Grenze liegen. Das heißt, dass ich seit Anfang des laufenden Semesters arbeiten gehen muss. Ich habe einen 450-Euro-Job als Kassierer in einem Supermarkt. An drei Abenden pro Woche arbeite ich jeweils vier Stunden. Außerdem bekomme ich noch das Kindergeld von meinen Eltern weitergereicht und zusätzlich 200 Euro im Monat, die sie mir als Darlehen geben – das werde ich irgendwann zurückzahlen müssen. Insgesamt habe ich aktuell knapp 850 Euro im Monat zur Verfügung, damit komme ich gut klar.

    Vorher, als ich noch BAföG bekommen habe, waren es nur 650 Euro. Das hat auch gereicht, obwohl man damit natürlich keine großen Sprünge machen kann. Mein Wohnheimzimmer beim Studentenwerk ist 15 Quadratmeter groß und kostet 305 Euro – ein Festpreis, und das empfinde ich als großen Vorteil: Heizung, Wasserverbrauch und Internetkosten sind schon mit drin. Es gibt also keine versteckten und schlecht zu kalkulierenden Kosten, die am Monatsende plötzlich noch bezahlt werden müssen. Im Moment bin ich ziemlich zufrieden damit, wie es läuft – nur ein bisschen mehr Sport wäre noch schön. Aber durch das Studium und die Arbeit komme ich dazu nicht so oft, wie ich es mir wünschen würde.“

    • Franzi Rasch, 28, studiert im ersten Bachelorsemester Erziehungswissenschaften und Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin:

    „Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung gemacht und vier Jahre als Erzieherin gearbeitet. Vor zweieinhalb Jahren habe ich dann meinen Sohn Jonas bekommen und danach noch ein bisschen weitergearbeitet, um jetzt das Studium anfangen zu können. Dafür habe ich meinen Job gekündigt. Es war relativ sicher, dass ich BAföG bekomme. Wie hoch es genau sein würde, war bis zum endgültigen Bescheid unklar – und der kam erst am 26. Oktober, also nach Beginn des Semesters. Das war schon etwas aufregend. Jetzt erhalte ich elternunabhängiges BAföG, weil ich drei Jahre Ausbildung plus die Berufszeit habe, und Kinderzuschlag, insgesamt 865 Euro. Der zweite Finanzierungsteil, den wir brauchen, weil ich alleinerziehend bin, besteht aus Jonas’ Kindergeld und Unterhaltsvorschuss. Das sind nochmal 335 Euro. Zusammen kommen wir also auf rund 1.100 Euro. Das ist für alles Drum und Dran, mit 540 Euro Miete für unsere 2,5-Zimmer-Wohnung, ganz schön knapp. Es funktioniert nur, weil ich relativ anspruchslos bin und weder ein teures Handy brauche noch kostspielige Hobbys habe. Das einzige, an dem ich nicht spare, ist die Qualität von Jonas‘ Essen – mir ist seine gesunde Ernährung sehr wichtig.

    „Es funktioniert nur, weil ich relativ anspruchslos bin.“

    Im ersten Semester haben wir noch viele Pflichtveranstaltungen: In den Erziehungswissenschaften läuft es ziemlich verschult ab. Bei Europäischer Ethnologie ist insgesamt viel mehr Raum, sich seinem Interesse nach auszutoben – ich habe beispielsweise ein Tutorium über den „Aufstieg der neuen Rechten“ zusätzlich gewählt – da freue ich mich besonders drauf. Mit den Zeiten ist es allerdings etwas schwierig, weil einige Pflichtveranstaltungen bis 18 Uhr gehen, das passt mit den Betreuungszeiten in Jonas‘ Kita überhaupt nicht zusammen. Dann springen meine Eltern ein und holen ihn ab. Eine andere organisatorische Hürde ist das Textlesen: Wir müssen wahnsinnig viel lesen – ich schaffe das nur, weil ich innerhalb des Uni-Tages Pausen nutze, um das zu erledigen. Es auf abends zu schieben, wenn ich wie jetzt mit Jonas zusammen bin, funktioniert nicht – er wird supersauer und klappt das Buch immer wieder zu. Also muss ich künftig noch strukturierter sein und früher in die Uni gehen, um die Texte vorzubereiten. Insgesamt ist das Studium auf jeden Fall ein Vollzeitjob: Wenn ich zusätzlich noch jobben müsste, würde Jonas auf der Strecke bleiben, und ich würde auch keine guten Leistungen bringen können.“

    • Till Eisenberger, 22, studiert im fünften Bachelorsemester Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg:

    „Nach drei Semestern Biotechnologie in Emden an der Nordsee wollte ich etwas anderes studieren und auch geografisch etwas Neues ausprobieren – eine neue Himmelsrichtung. Magdeburg fand ich interessant. Als ich dann für BWL angenommen wurde, bin ich einfach meinem Bauchgefühl gefolgt. Es war eine gute Entscheidung, denn das Studentenleben ist wirklich schön hier! Ich wohne allein in einer 1,5-Zimmer-Wohnung mit großer Wohnküche und zahle dafür 350 Euro warm. Das geht ganz gut, denn ich bekomme relativ viel BAföG: knapp 550 Euro im Monat, dazu kommen 190 Euro Kindergeld. Versichert bin ich noch über meine Eltern – zusätzlich hatte ich aber eigentlich immer einen Nebenjob.

    „Wenn ich mir utopische Studienbedingungen vorstelle, würde ich das Studium entspannter strukturieren.“

    Vor kurzem habe ich mich im Bereich Eventmanagement und Gastronomie selbstständig gemacht, weil ich damit in weniger Zeit mehr verdiene. Ich darf monatlich 425 Euro aber nicht überschreiten, damit das BAföG nicht gekürzt wird und ich in der Familienkasse bleiben kann – das sind drei bis vier lange Nächte Arbeit im Monat. Insgesamt fehlt mir eher die Zeit als das Geld. Die Arbeitsbelastung im BWL-Studium ist ziemlich hoch. Wenn man kontinuierlich etwas tut, ist das, als hätte man einen Vollzeitjob. Außerdem mache ich noch ziemlich viel nebenbei, zum Beispiel ehrenamtlich an der Uni: Ich bin im Fachschaftsrat, im Studierendenrat und bin Fachkoordinator für Fachschaftsarbeit. In meiner Freizeit spiele ich Fußball, Handball und Tischtennis, möchte meine Freunde und meine Freundin sehen. Bisher bekomme ich das ganz gut unter einen Hut. Ich will auch noch ins Ausland gehen – werde also sicher ein paar Semester länger machen müssen.

    Wenn ich mir utopische Studienbedingungen vorstelle, würde ich das Studium entspannter strukturieren. Immerhin ist es mit die beste Zeit im Leben: Man ist jung, man ist noch frei, man kann viel erleben. In der Arbeitswelt später ist es dann so, dass man arbeitet, 30 Tage Urlaub hat und das war’s. Man sollte das Studieren also ausnutzen können. Dafür würde ich das Studium auseinanderziehen, es nicht so mit Kursen vollstopfen. Damit man immer etwas zu tun hat, aber dennoch genug Freizeit, etwas vom Leben mitzubekommen und nicht nur am Schreibtisch zu sitzen. Mein Traum für den Master ist, in München zu leben – eine neue Himmelsrichtung. Aber das wird vermutlich schwierig, denn der BAföG-Satz ist ja überall gleich und es wird nicht geschaut, wie hoch die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Ort sind. Mal sehen, ob es klappt.“

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    Studium Wissenschaft Schule Bildungsfinanzierung Artikel Hauptvorstand
    news-12819 Mon, 04 Dec 2017 11:00:00 +0100 „Kampf gegen eine Kultur der unbedingten Zielerreichung“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kampf-gegen-eine-kultur-der-unbedingten-zielerreichung/ Strenge Anforderungen an sich selbst überfordern Studierende zunehmend. „Die Angst vor dem Abweichen von verinnerlichten Leistungsidealen ist in den Köpfen tief verwurzelt“, sagt der psychologischer Psychotherapeut Wilfried Schumann. Die Zahl überforderter Studierender steigt nach Ansicht von Experten seit Jahren kontinuierlich an. „Bologna hat den Leistungsaspekt im Studium in den Vordergrund gerückt. Punkte und Noten sind heute an der Hochschule die entscheidende Währung“, sagt der Diplompsychologe und Leiter des Psychologischen Beratungsservices von Universität und Studentenwerk Oldenburg, Wilfried Schumann, im „E&W“-Interview. „Viele Schülerinnen, Schüler und Studierende haben ein Selbstbild verinnerlicht, das vor allem von dem Ziel geprägt ist, schnell und effektiv zu sein.“

    Eines der Standardthemen in der Beratung sei die Angst, die Regelstudienzeit zu überziehen. „Wir versuchen dann, die Individualität deutlich zu machen, die eben auch zu Lernprozessen gehört. Und weisen darauf hin, dass die berufliche Perspektive für Akademikerinnen und Akademiker derzeit ausgezeichnet ist, auch mit einem oder zwei Semestern mehr“, erklärte Schumann. In der Beratungsarbeit gehe es darum, den Leistungsdruck zu hinterfragen und zu relativieren. „Das ist ein richtiger Kampf gegen eine Kultur der unbedingten Zielerreichung.“

    Das komplette Interview von Armin Himmelrath ist in der Dezemberausgabe der „E&W“ abgedruckt.

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    Studium Wissenschaft Artikel Hauptvorstand
    news-12821 Mon, 04 Dec 2017 10:00:00 +0100 Zimmer frei? Immer seltener! https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/zimmer-frei-immer-seltener/ Rund 2,8 Millionen Studierende in Deutschland müssen sich nicht nur um Klausuren, Referate und Fachliteratur kümmern, sondern auch eine Bleibe finden. Doch in vielen Universitätsstädten ist der Markt angespannt, bezahlbarer Wohnraum fehlt. In vielen Uni-Städten ist der Wohnraum knapp, die Mietpreise steigen, ein Ende ist nicht in Sicht. Wie prekär die Wohnsituation für angehende Akademiker ist, zeigt die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) aus dem Juni: Mit durchschnittlich 323 Euro geben Studentinnen und Studenten am meisten Geld fürs Wohnen aus – mehr als ein Drittel des Budgets, das sie monatlich zur Verfügung haben. Die Miete belaste Studierende teils sehr stark, sagt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. „Manche müssen mit weniger als 700 Euro pro Monat auskommen, sie wenden im Schnitt fast die Hälfte für die Miete auf.“

    Auch das Moses Mendelssohn Institut (MMI) analysiert in Kooperation mit dem Portal wg-gesucht.de regelmäßig den Wohnungsmarkt in allen 93 Uni-Städten, in denen mehr als 5.000 Studierende leben. Ergebnisse der Untersuchung von 2017: Der Wohnungsmarkt für Studierende ist ungünstiger als im Vorjahr. In Städten wie Tübingen, Leipzig, Rostock, Oldenburg, Essen oder Fulda finden Studentinnen und Studenten nicht mehr so leicht eine Wohnung wie früher. Am schwierigsten ist die Zimmersuche in München und Hamburg, am günstigsten das Wohnen in Cottbus. Dort zahlen Studierende für ein WG-Zimmer im Schnitt 208 Euro.

    Meyer auf der Heyde rechnet nicht damit, dass sich die Situation in den kommenden Jahren entspannen wird: „Im Gegenteil gibt es einige Gründe, die dagegen sprechen.“ Mit 358.000 jungen Menschen aus dem Ausland sei an den Hochschulen jetzt schon eine Zielmarke erreicht, die von der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2020 ins Visier genommen worden war. Zudem nehme die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung kontinuierlich zu. Und es gibt weniger Bachelor-Absolventen, die ohne Master in den Beruf einsteigen, als ursprünglich gedacht.

    Michael Müller, regierender Bürgermeister von Berlin, plant eine Bundesratsinitiative für eine deutliche Erhöhung der BAföG-Wohnpauschale. Aktuell liegt diese bei 250 Euro – unabhängig von der tatsächlich zu zahlenden Miete. Von einer solchen Erhöhung hält der DSW-Generalsekretär indes nicht viel: „Eine Erhöhung der Wohnpauschale ermuntert die Vermieter, die Mieten noch weiter zu erhöhen.“ Stattdessen müssten die Wohnungsmärkte durch Neubauten entlastet werden und Städte den Studentenwerken dafür Grundstücke zur Verfügung stellen. 

    Der Artikel von Britta Mersch ist in voller Länge in der Dezemberausgabe der „E&W“ veröffentlicht.

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    Studium Wissenschaft Artikel Hauptvorstand
    news-12960 Mon, 04 Dec 2017 09:00:15 +0100 Dienstvereinbarung zur Nutzung neuer IT-Plattform ausgezeichnet https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/dienstvereinbarung-zur-nutzung-neuer-it-plattform-ausgezeichnet/ Der Hauptpersonalrat für Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen und Schulen für Kranke ist mit dem Deutschen Personalräte-Preis 2017 in silber geehrt worden. Die Auszeichnung für eine IT-Dienstvereinbarung geht auch an GEW-geführte Personalräte. Der Hauptpersonalrat für Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen und Schulen für Kranke hat den Deutschen Personalräte-Preis 2017 in silber erhalten. Ausgezeichnet wurde eine Dienstvereinbarung zwischen Hauptpersonalrat und NRW-Schulministerium zur Einführung, Nutzung und Weiterentwicklung einer Basis-IT-Infrastruktur in Schulen.

    Hintergrund: Das Land will Schulen die Plattform LOGINEO NRW zur Verfügung stellen, über die der E-Mail-Verkehr und der Austausch von Daten sowie der Zugriff auf digitale Schulbücher erfolgen soll. Der Hauptpersonalrat will verhindern, dass dadurch eine Mehrbelastung und Arbeitsverdichtung eintritt. Lehrkräfte sollen zudem vor einer Leistungs- und Verhaltenskontrolle geschützt und der Datenschutz soll sichergestellt werden.

    Der Hauptpersonalrat gründete daher zusammen mit weiteren GEW-geführten Personalräten eine Arbeitsgemeinschaft, um eine Vereinbarung zur Einführung und Nutzung von LOGINEO NRW zu entwerfen. Die daraus resultierende Dienstvereinbarung  wurde im April 2017 von allen Beteiligten unterzeichnet. Sie regelt unter anderem, wie Lehrkräfte dienstlich per Mail erreichbar sein müssen. Die Parteien einigten sich zudem darauf, dass die Lehrkraft entscheiden kann, ob sie ein privates Gerät nutzt.

    Der Deutsche Personalräte-Preis 2017 stand erneut unter dem Motto „Initiativen für Beschäftigte“.  Bereits zum siebten Mal lobte die Zeitschrift „Der Personalrat“ die Ehrung aus.

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    Gute Arbeit Artikel Hauptvorstand
    news-12832 Mon, 04 Dec 2017 09:00:00 +0100 BAföG ist Randnotiz https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bafoeg-ist-randnotiz/ Die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks und eine Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie beleuchten die Finanzen Studierender. Ergebnis: Es gibt weniger BAföG und mehr Geld von den Eltern. Studierende in Deutschland benötigen durchschnittlich 840 Euro im Monat – für Miete und Essen, Bücher, Kommunikation, Körperpflege und Freizeitgestaltung. Der BAföG-Höchstsatz von 735 Euro deckt den Bedarf von Studierenden also nicht: Der Mietpauschale von 224 Euro stehen übliche Mieten von 300-400 Euro gegenüber, die Pauschale für Lebenshaltungskosten (373 Euro) liegt am unteren Rand des tatsächlichen Bedarfs von 360 bis 476 Euro, und die Kranken- und Pflegeversicherungspauschale reicht zumindest dann nicht zur Deckung der Gesundheitskosten, wenn die Studierenden statistisch das 30. Lebensjahr beziehungsweise das 14. Fachsemester vollendet haben.

    Dass sogenannte „Normalstudierende“ – ledige, nicht bei den Eltern wohnende Vollzeitstudierende im Erststudium – im Sommersemester 2016 trotzdem über relativ hohe Einnahmen von durchschnittlich 918 Euro im Monat verfügten, hat verschiedene Gründe: Fast 70 Prozent der Studentinnen und Studenten jobben mittlerweile neben dem Studium – die Erwerbstätigenquote ist damit so hoch wie nie zuvor. Zusätzlich sind die Zahlungen von Eltern von 2012 bis 2016 um 18 Prozent gestiegen, neun von zehn künftigen Akademikern erhalten familiäre finanzielle Unterstützung. Im Schnitt besteht etwa die Hälfte aller monatlichen Einnahmen aus Zahlungen der Eltern, der eigene Verdienst macht rund ein Viertel aus.

    Dagegen ist der BAföG-Anteil an den Gesamteinnahmen seit 2012 um fünf Prozentpunkte gesunken und beträgt nun zwölf Prozent. Das BAföG ist nur noch eine Randerscheinung der Studienfinanzierung. Auch, wenn man die Zahl der geförderten Studierenden betrachtet: 2016 bekamen nur 18 Prozent der Normalstudierenden überhaupt Leistungen – vier Jahre zuvor waren es noch 24 Prozent. Bezieht man Verheiratete, Studierende mit Kind oder solche im Zweit- oder Teilzeitstudium in die Rechnung mit ein, dann sind es sogar nur 15 Prozent. Die Quote der Geförderten liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der 1990er-Jahre.

    Der komplette Artikel von Eleonora Pauli ist in der Dezemberausgabe der „E&W“ nachzulesen.

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    Studium Bildungsfinanzierung Artikel Hauptvorstand
    news-12958 Mon, 04 Dec 2017 08:38:19 +0100 LesePeter Dezember für das Bilderbuch „König sein“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lesepeter-dezember-fuer-das-bilderbuch-koenig-sein/ Der LesePeter Dezember geht an das Bilderbuch „König sein“. Darin erzählt Mario Ramos mit der Geschichte eines unerschrockenen kleinen Vogels, der Ungerechtigkeit nicht hinnimmt, von den Versuchungen der absoluten Macht. Das Bilderbuch „König sein“ bekommt den LesePeter des Monats Dezember. Mario Ramos schildert darin anhand eines unerschrockenen kleinen Vogels die Versuchungen der absoluten Macht: Löwe Leo, König der Tiere, erlässt Gesetze, wie es ihm gerade passt. Nun soll sogar den Vögeln das Fliegen verboten werden. Trotz allem wächst der kleine Gilli zu einem neugierigen und mutigen Vogel heran, der als Einziger die Freiheit des Fliegens kennenlernen darf. Eine Sache versteht er aber nicht: Wieso gehorchen die Tiere dem Löwen, nur weil er eine goldene Krone auf dem Kopf trägt? Kurzerhand tut er das, was sich die anderen Tiere nicht einmal zu denken trauen: Er fliegt zum König und stibitzt ihm die Krone vom Kopf. Aber wer soll sie von nun an tragen? Und was wird die Krone aus ihm machen?

    Der LesePeter ist eine Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW für ein herausragendes, aktuelles Buch der Kinder- und Jugendliteratur.

    Mario Ramos, „König sein“, aus dem Französischen von Alexander Potyka, Picus Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-85452-199-0, 36 Seiten, 16 Euro, ab 4 Jahren.

     

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    Kita Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand
    news-12817 Mon, 04 Dec 2017 08:00:00 +0100 „Das Soziale ist der blinde Fleck der Hochschulpolitik“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/das-soziale-ist-der-blinde-fleck-der-hochschulpolitik/ Das Deutsche Studentenwerk fordert seit langem, flankierend zu den Hochschulpakten, einen Hochschulsozialpakt für die Studenten- beziehungsweise Studierendenwerke – vor allem für den Neubau und die Sanierung von Studierendenwohnheimen. Neben der individuellen Begabung benötigen Studierende für ein erfolgreiches Studium einige strukturelle Bedingungen: bezahlbaren Wohnraum, eine gesicherte Studienfinanzierung, mitunter ein psychosoziales Beratungsangebot ohne lange Wartezeiten, ein gutes Betreuungsangebot für ihre Kinder – und BAföG-Sätze, die ihren jeweiligen Lebensbedingungen im Studium gerecht werden. Bezahlbarer Wohnraum für Studentinnen und Studenten wird immer knapper. Das ist ein bundesweites Problem.

    Wir haben ein Rekordhoch von Studierenden: 2,8 Millionen. Und wir haben geradezu explodierende Mieten in vielen Hochschulstädten. Es rächt sich bitter, dass die vorherrschende Meinung der vergangenen Jahrzehnte in einem geradezu naiven Glauben annahm, der Markt würde es schon richten. Der Markt hat es gerichtet, allerdings nur für Vermieter und zahlungskräftige Mieter – für Studentinnen und Studenten hat er überhaupt nichts gerichtet. Die Studierenden von heute müssen für dieses Marktversagen teuer bezahlen.

    Neben Marktversagen haben wir auch Politikversagen. Der Ausbau der staatlich geförderten Studienplätze über die Bund-Länder-Hochschulpakte ging nicht einher mit einem Ausbau der sozialen Infrastruktur, die die 58 Studenten- und Studierendenwerke bereitstellen. Die Zahl der staatlich geförderten Studienplätze ist seit 2008 um gut 42 Prozent gestiegen, die Zahl der staatlich geförderten Wohnheimplätze nur um rund 5 Prozent. Es ist ein strukturelles Defizit der Bund-Länder-Förderpolitik für Wissenschaft und Hochschule, dass das Soziale – von bescheidenen Investitionen in die soziale Infrastruktur in einigen Bundesländern abgesehen – so gut wie ausgeklammert blieb.

    Das Soziale ist der blinde Fleck der deutschen Hochschulpolitik. Das Deutsche Studentenwerk fordert deshalb seit langem, flankierend zu den Hochschulpakten, einen Hochschulsozialpakt für die Studenten- beziehungsweise Studierendenwerke – vor allem für den Neubau und die Sanierung von Studierendenwohnheimen. Unsere politische Kernforderung auch an eine künftige Bundesregierung lautet: Der Bund muss bei der Wohnraumförderung für Studierende angesichts seiner Finanzkraft dringend mit ins Boot; die Bundesländer stemmen das allein nicht. Es darf nicht so weit kommen, dass der Geldbeutel der Eltern über die Wahl des Studienorts entscheidet! Das wäre das Gegenteil von Bildungsgerechtigkeit.

    „Der Anteil der BAföG-geförderten Studierenden ist auf einem historischen Tiefstand angelangt.“

    Unsere jüngste Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden hat gezeigt: Der Kostendruck auf die Studierenden nimmt zu, dabei ist die Miete mit Abstand der größte Ausgabenposten. Studentinnen und Studenten jobben noch mehr neben dem Studium als in früheren Jahren, fast 70 Prozent von ihnen sind mittlerweile erwerbstätig. Das ist für den Studienerfolg nicht unbedingt förderlich.

    Was mich sehr besorgt: Der Anteil der BAföG-geförderten Studierenden ist auf einem historischen Tiefstand angelangt. Weil die BAföG-Sätze nicht ausreichen, kompensieren die Studierenden dies mit vermehrter Erwerbstätigkeit – was könnten sie auch sonst tun? Darüber hinaus müssen die Eltern ihre Kinder während der Hochschulausbildung stärker unterstützen. Eine BAföG-Erhöhung pro Legislaturperiode reicht nicht, die Fördersätze müssen kontinuierlich angehoben werden. Wir brauchen einen Regelmechanismus beim BAföG, damit es mit der Entwicklung der Preise und Einkommen mitwachsen kann. Dies muss eine neue Bundesregierung, gleich welcher Couleur, sehr rasch angehen!

    Fazit: Die soziale Dimension des deutschen Hochschulsystems muss grundlegend und nachhaltig gestärkt werden. Materiell, aber auch ideell, etwa beim Hochschulzugang für Studierende aus Nichtakademikerfamilien oder zum Erreichen der Mobilitätsziele im Bologna-Prozess. Denn das Soziale ist für Systemergebnisse mitentscheidend – auch in der Wissenschaft.

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    Studium Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Artikel Hauptvorstand
    news-12869 Mon, 04 Dec 2017 07:00:00 +0100 E&W 12/2017: Soziale Situation der Studierenden https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ew-122017-soziale-situation-der-studierenden/ „Die soziale Dimension des deutschen Hochschulsystems muss grundlegend und nachhaltig gestärkt werden“, fordert Bildungsökonom Dieter Timmermann in der Dezemberausgabe der E&W, die sich aktuellen Problemen Studierender widmet. Das Deutsche Studentenwerk fordert seit langem, flankierend zu den Hochschulpakten, einen Hochschulsozialpakt für die Studenten- beziehungsweise Studierendenwerke – vor allem für den Neubau und die Sanierung von Studierendenwohnheimen. Mit durchschnittlich 323 Euro geben Studierende mehr als ein Drittel ihres monatlichen Budgets fürs Wohnen aus. Das BAföG ist derweil nur noch eine Randerscheinung der Studienfinanzierung. „Die neue Bundesregierung kann die Weichen für eine bessere Hochschulbildung stellen“, sagt GEW-Vize Andreas Keller. Die „E&W“ befragte vier junge Menschen aus West- und Ostdeutschland, wie sie ihr Studium finanzieren. Unterdessen steigt die Zahl überforderter Studierender nach Ansicht von Experten seit Jahren kontinuierlich an.

    Laut IQB-Bildungstrend 2016 haben sich auch die Leistungen der Grundschülerinnen und -schüler in Deutsch und Mathematik in den meisten Bundesländern verschlechtert. „Die Grundschule muss endlich den Stellenwert bekommen, der ihr als Schule für alle zusteht“, fordert GEW-Schulexpertin Ilka Hoffmann. Mathematikprofessoren schlagen derweil in einem Brief an die Kultusministerkonferenz Alarm: Das Vorwissen vieler Studierender reiche für ein Studium der Mathematik oder Naturwissenschaft nicht mehr aus.

    Streikrecht für Beamte gefordert

    Rund ein Jahr nach Start der Initiative „Bildung. Weiter denken!“ zur Reform der Bildungsfinanzierung zieht die GEW zudem Bilanz: Wie weit sind wir auf diesem Weg bislang gekommen? Und wie geht es weiter? Zudem startet die „E&W“ eine Länderserie zum Fachkräftemangel: Den Auftakt macht Sachsen-Anhalt, wo Schulen Kinder nach Hause schicken, weil Lehrkräfte fehlen.

    Die GEW bekräftigt ferner ihre Forderung nach einem Streikrecht für Beamtinnen und Beamte. „Dabei geht es um Demokratie und nicht zuletzt um Respekt“, betont Tarifexperte Daniel Merbitz. Die „E&W“ hat ein umfangreiches „FAQ zum Beamtenstreikrecht“ aufbereitet. In der Weiterbildung sind prekäre Verhältnisse unterdessen trotz Mindestlohn und -honorar nach wie vor an der Tagesordnung. Das belegt der WB-Personalmonitor, der erstmals repräsentative Daten für diesen Bildungsbereich erhoben hat.

    Die „Willkommens“-Serie befasst sich im Dezemberheft mit den oftmals katastrophalen Bedingungen für Flüchtlingskinder in Übergangsunterkünften. Zugang zu Bildung, psychosoziale Unterstützung und eine sichere, kindgerechte Umgebung werden ihnen dort nur eingeschränkt gewährt. Und weil bald Weihnachten ist: Zu vielen Produkten, die von Kinderarbeit oder unter gefährlichen Arbeitsbedingungen hergestellt sind, gibt es faire Alternativen.

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    Studium Beamte Artikel Hauptvorstand
    news-12947 Thu, 30 Nov 2017 09:50:02 +0100 Burkina Faso: Schüler und Studierende streiken solidarisch mit Lehrkräften https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/burkina-faso-schueler-und-studierende-streiken-solidarisch-mit-lehrkraeften/ Tausende Schülerinnen und Schüler sowie Studierende zeigten sich Anfang der Woche in Burkina Faso solidarisch mit den Forderungen der Gewerkschaften: Sie wollen ein freieres, besseres Bildungssystem. Erst streikten die Lehrkräfte, nun folgten Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. Gemeinsam bekräftigten sie am 27. November in Ouagadougou ihre Forderungen nach Reformen des Bildungssystems. Die Schülerinnen und Schüler verließen ihre Schulgebäude und zogen in großen Scharen vor das Bildungsministerium. Andernorts im Land füllten und blockierten Tausende von Jugendlichen in khakifarbenen Schuluniformen die Straßen. Die Studierenden an der Universität in Ouagadougou schlossen sich dem Streik an und erklärten sich ebenso solidarisch mit den Lehrern. In Burkina Faso ist es Tradition, dass Schülerinnen und Schüler sowie und Studierende die Forderungen ihrer streikenden Lehrer durch einen landesweiten Streik unterstützen. Sie wissen, dass die Lehrkräfte erst wieder zum Unterricht bereit sind, wenn die Regierung endlich reagiert.

    Bereits Ende Oktober hatte die coordination nationale des syndicats de l´éducation (CNSE), ein Zusammenschluss von 15 Bildungsgewerkschaften, mit einen zweitägigen machtvollen Streik ihre Forderungen an die Regierung bekräftigt. Sie drohten bereits weitere Streiks an, sollte die Regierung nicht die Minimalforderungen der Gewerkschaften erfüllen, um die katastrophale Bildungssituation zu verbessern. Die Gewerkschaften fordern mit einem umfangreichen Katalog eine grundständige Aufwertung der Bildungsbeschäftigten. Sie wollen den besseren Zugangs zu Bildung für alle Kinder des Landes und kämpfen gleichzeitig für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lehrkräften mit dem Ziel eines effektiveren Bildungssystems.

    Erneuter Streik ist vorprogrammiert

    Ab dem 27. November hatte die CNSE für einen erneuten, diesmal 3-tägigen Streik aufgerufen. Dass die Forderungen der Bildungsgewerkschaften keinesfalls unberechtigt sind, beweist das Ergebnis einer parlamentarischen Untersuchung zur Bildung in Burkina, das am 24. November veröffentlicht wurde. Fazit: Das Bildungssystem liegt in den letzten Zügen, wie aOuaga News berichtet.

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    Internationales Artikel Hauptvorstand
    news-12945 Thu, 30 Nov 2017 09:36:25 +0100 Kongress der dänischen Lehrkräftegewerkschaft DLF in Kopenhagen https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kongress-der-daenischen-lehrkraeftegewerkschaft-dlf-in-kopenhagen/ Auch in Dänemark herrscht Lehrkräftemangel. Hintergrund ist eine Schulreform, die vor rund vier Jahren hinter dem Rücken der Gewerkschaft DLF durchgepeitscht worden ist. Ein Buch beleuchtet die Vorgänge und damit verbundene Lehrkräfteaussperrungen. Nach dem vierwöchigen Aussperren von rund 60.000 Lehrkräften im Jahr 2013 in Dänemark hat die Lehrergewerkschaft DLF (Danmarks Laererforeningen) einen unabhängigen Journalisten mit der Recherche der Vorgänge beauftragt. Das Buch von Anders-Peter Mathiasen mit dem Titel „Sören og Mette i benlaas“ (frei übersetzt: „Fu und Fara im Schwitzkasten“) wurde 2017 veröffentlicht und beim DLF-Kongress im Oktober in Kopenhagen vorgestellt. Es beschreibt auch die Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer seit der Schulreform und den daraus resultierenden Lehrkräftemangel.     

    Hintergrund: In Dänemark gibt das Bildungsministerium die Schulgesetze vor, Lehrkräfte werden aber von den Kommunen angestellt und bezahlt. Der Verband der Kommunen (KL) führt mit der Bildungsgewerkschaft DLF Tarifverhandlungen. Dabei soll es Absprachen zwischen dem Finanzministerium, dem Bildungsministerium und dem KL gegeben haben. Ziel sei es gewesen, eine Schulreform sowie eine Erhöhung der Arbeitszeit und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte durchzusetzen. 2013 wurden die Lehrkräfte für vier Wochen ausgesperrt. Die Regierung verabschiedete unterdessen ein Gesetz, das die KL-Forderungen umsetzte. Die Schnelligkeit der Vorgänge ließ darauf schließen, dass das Gesetz schon in der Schublade lag.

    Neues Leitbild diskutiert

    Bei dem Kongress in Kopenhagen, an dem auch Birgit Mills, stellvertretende Vorsitzende GEW Schleswig-Holstein, teilnahm, ging es auch um ein neues Leitbild für die öffentlichen Schulen Dänemarks. Stichworte in diesem Zusammenhang sind das Recht des Kindes auf Kindheit, demokratische Partizipation, Diversität und Übergang nach der Schule, soziale Gleichheit, gesellschaftliche und kulturelle Partizipation, vielfältige Unterrichtskonzepte sowie Professionalität und Zusammenarbeit mit anderen Professionen. Zudem soll ein Dialog über pädagogische Theorie und Schulpolitik geführt werden.

    Die DLF organisiert die Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen Folkeskolen, wo alle Kinder bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Die Lehrkräfte an den dänischen Schulen im nördlichen Schleswig-Holstein sind großenteils Mitglieder von DLF und gleichzeitig in der GEW Schleswig-Holstein.

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    Internationales Artikel Hauptvorstand
    news-12943 Thu, 30 Nov 2017 08:56:28 +0100 Die Schulstunde als Talkshow https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-schulstunde-als-talkshow/ Das Unterrichtsmaterial „Privates im Netz - Die Schulstunde als Talkshow“ thematisiert mit Filmen und Arbeitsblättern die Frage, wie Jugendliche mit privaten Daten im Internet sinnvoll umgehen können. Unkontrollierbare Datenspuren, Cyber-Grooming und Identitätsdiebstahl: Das Unterrichtsmaterial „Privates im Netz – Die Schulstunde als Talkshow“ thematisiert mit Filmen und Arbeitsblättern die Frage, wie Jugendliche mit privaten Daten im Internet sinnvoll umgehen können. Dabei geht es um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, Anonymität im Internet und Daten für die Werbung. Durch die Arbeitsblätter befassen sich die Jugendlichen mit Personenrecherche, Fallbeispielen zum Datenmissbrauch sowie der Frage: Was sind meine Daten wert?

    „Die Schulstunde als Talkshow“ ist als integriertes Lernkonzept von WDR Planet-Schule und der Bundeszentrale für politische Bildung für den Einsatz im Politikunterricht an Haupt- und Berufsschulen entwickelt worden. Das Unterrichtspaket mit Lehrerheft und DVD ist variabel einsetzbar und bietet die Möglichkeit, das jeweilige Thema in ein bis vier Unterrichtsstunden zu behandeln. Das Konzept greift reale Themen aus dem Leben der Jugendlichen auf: Freundschaft und Konflikte,Gewalt und Drogen, Lehrstellensuche und Schulden. Den Ausgangspunkt einer Talkshow bilden immer wahre Begebenheiten. Das macht die angesprochenen Konflikte authentisch.

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    Schule Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand
    news-12941 Thu, 30 Nov 2017 08:32:56 +0100 „Ethik macht klick – Werte-Navi fürs digitale Leben“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ethik-macht-klick-werte-navi-fuers-digitale-leben/ Wie sieht verantwortungsvolles Verhalten im Internet aus? Klicksafe.de bietet Unterrichtsmaterial mit einem Fokus auf drei Themenfelder: Schutz der Privatsphäre, Engagement gegen Cybermobbing und Förderung von Gender-Sensitivität. Mit den zunehmenden technischen Möglichkeiten der digitalen Medien steigt auch der Bedarf an Orientierung. Wer sagt einem, was geht, und was besser nicht im Internet veröffentlicht oder angeklickt werden sollte? Welche Handlungshilfen und Vereinbarungen braucht es für Kinder und Jugendliche?

    Informationen, Anregungen und praktische Übungen zu diesem Thema bietet das Unterrichtmodul „Ethik macht klick – Werte-Navi fürs digitale Leben“ der EU-Initiative Klicksafe. Der Fokus liegt auf drei Themenfeldern: Schutz der Privatsphäre, Cybermobbing und Onlinegewalt sowie Gender-Sensitivität. Durch den Einsatz des Unterrichtmoduls kann Jugendlichen eine wertebezogene Haltung vermittelt werden. Die Materialien stehen auf der Klicksafe-Homepage zum Download zur Verfügung.

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    Schule Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand
    news-12939 Thu, 30 Nov 2017 07:57:50 +0100 JA: GEW Berlin erhöht Druck auf Senat https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ja-gew-berlin-erhoeht-druck-auf-senat/ Die Landesdelegiertenversammlung der GEW Berlin hat vor der Senatsbildungsverwaltung getagt und Finanzsenator Kollatz-Ahnen und Bildungssenatorin Scheeres aufgefordert, endlich die Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte durchzusetzen. Nach dem Durchbruch bei der Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte in Brandenburg erhöht die GEW Berlin den Druck auf den Senat des Stadtstaates. Am Mittwoch tagte die Landesdelegiertenversammlung vor den Türen der Senatsbildungsverwaltung. „Bauen Sie die von ihrem Haus aufgebauten vermeintlichen beamtenrechtlichen Hürden wieder ab. Andere Bundesländer haben vorgemacht, dass es geht, und wie es geht“, appellierte Udo Mertens, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik, an Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). An die Adresse von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) gerichtet sagte Mertens, er gehe davon aus, „dass wir gemeinsam im Interesse der Kolleginnen und Kollegen an einer baldigen Umsetzung der Höhergruppierung arbeiten“.

    Scheeres hatte am Tag zuvor in einem Brief an die GEW-Spitze erklärt, wie Brandenburg eine unkomplizierte Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte zum 1. Januar 2019 auf den Weg zu bringen. Die Umsetzbarkeit hänge jedoch am Finanzsenator. Bereits im Sommer 2016 vereinbarte der Landesverband mit dem Finanzsenator, dass Grundschullehrkräfte in die Entgeltgruppe 13 höhergruppiert beziehungsweise in die Besoldungsgruppe A 13 befördert werden sollten. Im kommenden Doppelhaushalt 2018/19 sind die dafür notwendigen Haushaltsmittel bereitgestellt. Mit der Initiative „JA13 – Weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ macht die GEW seit Herbst 2016 Druck für eine faire Entlohnung von Grundschullehrkräften. Derzeit läuft bundesweit ein zweiter Aktionszeitraum.

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    Schule Gleichstellung Tarif Artikel Hauptvorstand