GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

Presseeinladung TVStud-Aktionskonferenz

Studentische Beschäftigte demonstrieren im Rahmen bundesweiter Aktionskonferenz vor dem Niedersächsischen Finanzministerium

30.06.2021

  • Am 3. Juli findet unter dem Motto „Get organized to Strike“ eine Aktionskonferenz mit Delegierten der 18 TVStud-Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet statt.
  • Im Rahmen der Konferenz demonstrieren die jungen Gewerkschafter*innen vor dem Niedersächsischen Finanzministerium, um dem Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Minister Reinhold Hilbers (CDU), mit Blick auf die kommende Tarifrunde im Herbst ihre Forderungen zu überreichen.
  • Gemeinsam mit ihren Gewerkschaften fordern sie einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte. Vor Ort werden Sylvia Bühler, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung im ver.di-Bundesvorstand und Andreas Keller, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung sprechen.

Hannover. Anfang April haben zahlreiche TVStud-Initiativen die bundesweite Kampagne „Keine Ausnahme!“ gestartet, in der sie einen Tarifvertrag und Mitbestimmungsrechte für Studentische Beschäftigte fordern. Die über 300.000 Hilfskräfte und Tutor*innen sind in Deutschland nämlich explizit aus dem Tarifvertrag der Länder (TV-L), über den Arbeitgeber und Gewerkschaften im Herbst verhandeln, ausgenommen. „Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder blockiert weiterhin einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte. Das bedeutet für uns konkret schlechtere Arbeitsbedingungen. Wir sind nicht bereit, das hinzunehmen, und organisieren uns bundesweit, um den Verantwortlichen Druck zu machen und sie in die Pflicht zu nehmen“, so Hannah Grondmann von der TVStud-Initiative.

Sylvia Bühler aus dem Bundesvorstand der Gewerkschaft ver.di stellt fest: „Ohne Studentische Beschäftigte läuft der Hochschulbetrieb nicht. Ihre Arbeit ist unverzichtbar für Forschung und Lehre. Die jungen Beschäftigten fordern den Schutz eines Tarifvertrages und ihre Einbeziehung in die Mitbestimmung. Sie wollen die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch. Gut, dass sich immer mehr gewerkschaftlich organisieren, um ihre Interessen kollektiv durchzusetzen. Die Länder werden das Thema nicht mehr los.Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender der GEW, macht klar: „Der öffentliche Dienst hat eine Vorbildfunktion für andere Arbeitgeber. Es ist ein Skandal, dass die Länder ausgerechnet an den Hochschulen eine tarifvertragsfreie Zone für mehrere hunderttausend Beschäftigte hegen und pflegen. Schluss mit Dumpinglöhnen und Kurzzeitverträgen!“

Um diesen Forderungen Ausdruck zu verleihen, wird es eine Demo vor dem Finanzministerium in Hannover geben. Hier soll der TdL-Vorsitzende Hilbers angesprochen werden. „Wir werden uns nicht zufriedengeben, bis wir einen Tarifvertrag und damit bessere Arbeitsbedingungen durchgesetzt haben. Wir organisieren uns weiter an unseren Hochschulen und machen Druck von unten, um die Blockadehaltung zu brechen. Wir werden in Hannover mit Delegierten aus ganz Deutschland ein Zeichen setzten und uns über die Demo hinaus über unseren Weg, diese Auseinandersetzung zu gewinnen, austauschen. Ganz nach dem Motto ‚get organized to strike‘“, so Hannah Grondmannvon TVStud abschließend.

Zum Hintergrund
Im April 2021 ist die Kampagne „Keine Ausnahme! Für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen Studentischer Beschäftigter“ mit über 500 Organisationen und Einzelpersonen als Erstunterstützer*innen gestartet. Die Petition zählt mittlerweile über 4.000 Unterzeichner*innen.

Die Forderungen:

  • Existenzsichernde Löhne!
  • Jährliche Lohnerhöhungen!
  • Planbarkeit durch Mindestvertragslaufzeiten!
  • Einhaltung von Mindeststandards (Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)!
  • Demokratische Teilhabe in Personalräten!

Weitere Information zur bundesweiten Kampagne gibt es auf https://tvstud.de.

Kontakt
Für Presseanfragen im Vorhinein bitte an mail(at)tvstud(dot)de wenden.
Pressetelefon: 0152/17520753.

Am 3. Juli wird es vor Ort die Möglichkeit für Interviews mit den Vertreter*innen von GEW, ver.di und der bundesweiten TVStud-Vernetzung geben.