GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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Maike Finnern ist neue Vorsitzende der GEW

29. Gewerkschaftstag „Bildung. Weiter denken!“

10.06.2021

Leipzig – Maike Finnern ist neue Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die 52-jährige Lehrerin erhielt 94,3 Prozent der Stimmen der Delegierten des 29. Gewerkschaftstages der Bildungsgewerkschaft, der noch bis morgen Mittag online in Leipzig tagt. „Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen muss das Leitmotiv der Bildungs- und Jugendpolitik sein. Bildungserfolg darf nicht vom soziokulturellen und ökonomischen Hintergrund des Elternhauses und Umfeldes abhängen. Wir brauchen Strukturen im Bildungssystem, die gleiche Chancen schaffen, statt Ungleichheiten zu verstärken“, sagte Finnern, die für vier Jahre gewählt ist. Sie tritt die Nachfolge von Marlis Tepe an, die nach acht Jahren an der Spitze der GEW aus Altersgründen nicht wieder kandidierte. „Die GEW denkt Bildung weiter, die GEW hat die Aufgabe, die Politik zu verpflichten, Bildung weiterzudenken – über die Corona-Krise hinaus. Es darf aber nicht beim Denken bleiben, die Politik muss handeln. Das hat die Pandemie allen Menschen überdeutlich gezeigt“, betonte Finnern.

Sie unterstrich, dass sie Respekt vor der Arbeit der Lehrenden in allen Bildungseinrichtungen erwarte. Die Regierungen müssten sich ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten bewusst sein. „Für mich ist klar: Wir wollen gute Arbeit und gute Arbeitsbedingungen in der Bildung!“, sagte die neue Vorsitzende. Bildung sei keine Ware. Sie sei Voraussetzung für ein gutes Leben unabhängig vom Geldbeutel und der Herkunft der Menschen sowie für echte Teilhabe in unserer demokratischen Gesellschaft.

„Deutschland kann alle notwendigen Reformen im Bildungsbereich bezahlen, wenn das Kooperationsverbot endlich komplett fällt, der Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen gelingt und die Regierungen nachhaltig und wirksam Prioritäten in den Haushalten zugunsten der Bildungsfinanzierung setzen. Nicht die ‚schwarze Null‘, sondern Mehreinnahmen für die öffentliche Hand müssen im Fokus einer verantwortungsbewussten Steuerpolitik stehen“, hob Finnern hervor. „Eine gut finanzierte Bildung ist das Rückgrat einer demokratischen Gesellschaft und eines pluralistischen, antifaschistischen Staates.“

Die Wahl des achtköpfigen Vorstands der GEW soll heute Abend abgeschlossen sein.

Zur Person: Maike Finnern, 52 Jahre, war als Lehrerin für Deutsch und Mathematik zuletzt Zweite Konrektorin der Realschule in Enger/Kreis Herford und viele Jahre als Personalrätin im Bezirk Detmold sowie im Hauptpersonalrat beim Schulministerium in Nordrhein-Westfalen (NRW) tätig. Von 2011 bis 2019 war sie stellvertretende Vorsitzende der GEW NRW und seit Mai 2019 Landesvorsitzende. Seit 2013 ist sie Mitglied im Hauptvorstand der GEW, dem höchsten beschlussfassenden Gremium der Bildungsgewerkschaft zwischen den Gewerkschaftstagen. In den Jahren 2014 bis 2018 war sie gleichzeitig Vorsitzende des Bezirksfrauenausschusses beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk NRW.

Hier finden Sie die Rede zur Kandidatur von Maike Finnern.