GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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„Lehrende stehen bei Protesten europaweit an der Seite der Studierenden und Schüler“

GEW stellt Aufruf von 23 Bildungsgewerkschaften aus 19 Ländern vor

14.12.2009

Frankfurt a.M./Wien - 23 Bildungsgewerkschaften aus 19 Ländern haben sich in einem gemeinsamen Aufruf für die Unterstützung der europaweiten Bildungsproteste von Studierenden, Schülerinnen und Schülern ausgesprochen. „Höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik – Schülerinnen und Schüler, Studierende und Beschäftigte an Schulen und Hochschulen gemeinsam gegen die Bildungskatastrophe“ heißt es in dem Aufruf, der von der deutschen Bildungsgewerkschaft Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und ihrer österreichischen Schwestergewerkschaft Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) vorgelegt worden ist.

„1999 haben die europäischen Bildungsminister mit der Bologna-Prozess den europäischen Hochschulraum ausgerufen. Zehn Jahre später haben Studierende den europäischen Hochschulraum selbstbewusst als politische Handlungsarena auch für ihre Bildungsproteste besetzt“, erklärte das für Hochschule verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller mit Blick auf die Proteste und Hörsaalbesetzungen, die ausgehend von Österreich und Deutschland auf andere europäische Länder wie die Schweiz, Frankreich, Italien oder Ungarn übergegriffen hätten.

„In Europa haben Lehrende und Lernende viele gemeinsame Interessen. 23 Bildungsgewerkschaften aus 19 Ländern haben jetzt erklärt, dass sie sich gemeinsam mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern für eine bessere Finanzierung der Bildungseinrichtungen, für mehr Chancengleichheit in der Bildung, einen Kurswechsel im Bologna-Prozess, mehr Mitbestimmung sowie bessere Studien- und Arbeitsbedingungen einsetzen wollen“, sagte Keller. „Gute Lern- und Studienbedingungen auf der einen, gute Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen für die in den Bildungseinrichtungen arbeitenden Menschen auf der anderen sind zwei Seiten einer Medaille und die Grundlage für eine politische Zusammenarbeit von Lehrenden und Lernenden.“

Die europäischen Bildungsgewerkschaften arbeiten in ihrem weltweiten Dachverband, der Bildungsinternationale (BI), intensiv zusammen. „Wir werden unsere Zusammenarbeit mit den Studierenden, Schülerinnen und Schülern auf europäischer Ebene 2010 weiter intensivieren. Die Feiern und Gipfelkonferenzen aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Bologna-Prozesses und der Lissabon-Strategie im März 2010 geben dafür im neuen Jahr weiteren Anlass“, sagte Keller.