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GEW: „Stoppt Kinderarbeit – Bildung für alle“ Pfad zur Seite:

Bildungsgewerkschaft zum „Welttag gegen Kinderarbeit“

11.06.2014

Frankfurt a. M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, Kinderarbeit weltweit zu stoppen und allen Kindern und Jugendlichen ein gutes, gebührenfreies Bildungsangebot zu machen. „Die Ausbeutung von Kindern durch Arbeit im 21. Jahrhundert ist ein Skandal“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Mittwoch mit Blick auf den morgigen „Welttag gegen Kinderarbeit“. „Diese Kinder werden um ihre Zukunft betrogen und bleiben im Teufelskreis der Armut gefangen. Das dürfen wir nicht zulassen. Bildung ist ein Menschenrecht. Wir werden das Millenniumsziel ‚Bildung für alle‘ nicht erreichen, wenn es nicht gelingt, Kinderarbeit erfolgreich zu bekämpfen und allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.“

Weltweit müssten Kinder unter gesundheitsgefährdenden und ausbeuterischen Bedingungen schuften, betonte Tepe. Die Zahl arbeitender Kinder sei nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zwar seit der Jahrtausendwende um ein Drittel auf 168 Millionen gesunken. Das sei jedoch nicht genug angesichts des selbstgesteckten Ziels der Weltstaatengemeinschaft, Kinderarbeit in ihren schlimmsten Formen bis 2016 zu beseitigen.

„Es ist vor allem Aufgabe der Regierungen, bestehende Verbote von Kinderarbeit durchzusetzen und für eine gute Bildung der Kinder zu sorgen“, unterstrich Tepe, die auch Vorsitzende der GEW-Stiftung „Fair Childhood – Bildung statt Kinderarbeit“ ist. „Die deutsche Bundesregierung sollte die Länder unterstützen, die Grundbildung und gute Arbeit zum Schwerpunkt ihrer Entwicklungsanstrengungen machen. Handel und Bekleidungsindustrie beispielsweise sind in der Pflicht, Verantwortung für die Herstellungsbedingungen in ihren globalen Produktketten zu übernehmen. Wir selbst können dazu beitragen, indem wir uns über die Ursachen von Kinderarbeit informieren und beim Kauf von Kleidung, Nahrungsmitteln und anderen Produkten darauf achten, dass diese frei von Kinderarbeit sind.“

Obwohl inzwischen fast alle Staaten die ILO-Konventionen zur Kinderarbeit ratifiziert haben, bleibe die Ausbeutung von Kindern durch Arbeit traurige Realität, sagte die GEW-Vorsitzende. Der Tod von 1.127 Näherinnen und Nähern bei Rana Plaza in Pakistan habe die gefährlichen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Doch die Ausbeutung in der globalisierten Produktlinie beginne viel früher: bei der Produktion der Baumwolle, in der oft Kinderarbeit steckt. Weltweit arbeiteten rund 300 Millionen Menschen in der Baumwollherstellung. Aus fast allen großen baumwollproduzierenden Ländern – darunter Ägypten, Brasilien, China, Indien, Pakistan, Türkei und Usbekistan – gebe es Berichte über den Einsatz von Kindern auf Baumwollfeldern.

Info: Auf das Thema „Kleidung“ machen die GEW Hamburg sowie die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der integrativen Grundschule Mümmelmannsberg der Hansestadt mit der öffentlichen Präsentation „Stopp Kinderarbeit – Nachdenken, Nähen und Schreiben“ zum „Welttag gegen Kinderarbeit“ am 12. Juni von 10.00 bis 12.30 Uhr auf dem Ida-Ehre Platz in der Innenstadt aufmerksam. Während der Bildungsmesse „didacta“ im März 2014 wurde die Grundschule Mümmelmannsberg für diesen Beitrag zum bundesweiten GEW-Ideenwettbewerb „Kinderarbeitsfreie Zonen“ ausgezeichnet.

Alle weiteren Infos finden Sie auf der Website der GEW Hamburg (Link siehe Infokasten rechts oben).