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GEW: „Schulterschluss für Respekt – gegen Hass und Gewalt!“

Bildungsgewerkschaft zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit

14.05.2021

Frankfurt a.M. – Für einen „Schulterschluss der Gesellschaft für Respekt von Vielfalt und gegen Hass und Gewalt“ hat sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stark gemacht. „Als Bildungsgewerkschaft stehen wir für eine offene Gesellschaft und eine Pädagogik der Vielfalt, die im Kern auch die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt behandelt. So können Stereotype ausgeräumt und Diskriminierung beendet werden“, sagte Frauke Gützkow, GEW-Vorstandsmitglied Frauenpolitik, am Sonntag in Frankfurt a.M. mit Blick auf den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) am Montag.

Das Schlagwort der „Pädagogik der Vielfalt“ stehe dafür, Unterschiedlichkeit zu verstehen, Schubladendenken zu überwinden, zu Respekt und Gleichwertigkeit zu erziehen. Das gelte für alle sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Gützkow nannte zwei aktuelle gesellschaftspolitische Schwerpunkte der GEW: die Ergänzung des Grundgesetzartikels 3 um den Schutz der sexuellen und geschlechtlichen Identität aller Menschen sowie die Auseinandersetzung mit dem Personenstandsgesetz für die Praxis in Bildungseinrichtungen. Nach dem Personenstandsgesetz gebe es vier Möglichkeiten der Geschlechtseintragung: Mann, Frau, divers, ohne Eintrag. „Toleranz und Respekt gegenüber Vielfalt und der Schutz vor Diskriminierung sind ein Kernanliegen der Bildungsgewerkschaft GEW“, betonte Gützkow. Gemeinsam mit Menschenrechtsorganisationen mache sich die GEW dafür stark, dass die erkämpfte Emanzipation nicht zurückgedreht werde.

Menschenrechte zu stärken, sei auch Anliegen der internationalen Gewerkschaftsbewegung. „Mit großer Besorgnis verfolgen wir, dass in fast 70 Ländern der Welt gleichgeschlechtliche Liebe, Trans- und Intersexualität verfolgt werden – bis hin zur Todesstrafe. Auch in einigen europäischen Ländern ist ein Rollback zu beobachten“, machte Gützkow deutlich. Deshalb seien Internationale Tage wie der IDAHOBIT sehr wichtig.

Info: Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit, kurz IDAHOBIT. Am 17. Mai 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen. Noch bis 1994 galt in Deutschland der Paragraf 175 Strafgesetzbuch, der sexuelle Handlungen zwischen Menschen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte.

Die GEW bleibt im Dialog und lädt dazu regelmäßig Gesprächspartner*innen zu queeren Fragestellungen ein. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe GEW&Equality diskutieren am Mittwoch, 19. Mai, 19.30 bis 21 Uhr, Bildungswissenschaftlerin Marion Thuswald und Ulrich Klocke, Sozial- und Organisationspsychologie, neue Handlungsoptionen einer Pädagogik der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt.

Am Mittwoch, 16. Juni, 19.30 bis 21 Uhr, diskutieren Micha Klapp, Juristin und Leiterin der Abteilung Recht im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), mit Marek Sancho Höhne, Mitglied im European Network of Queer Anthropology (ENQA), und Eric Llaveria Caselles vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der HU Berlin bei der Veranstaltung Personenstand – ein guter Umgang im Bildungsbereich. Höhne und Caselles greifen dabei auf Erkenntnisse ihrer Studie zu „Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf“ zurück, in der es um Bedarfe und Umsetzungsmöglichkeiten von Antidiskriminierung geht, etwa die Einrichtung geschlechtsneutraler Sanitäranlagen, Fortbildungsmöglichkeiten oder gendersensible Kommunikation und Sprache.

Weitere Informationen und die Anmeldung zu den Veranstaltungen finden Sie hier: GEW&Equality