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GEW schlägt „Pakt für gute Arbeit in der Wissenschaft“ vor

Bildungsgewerkschaft zur Frühjahrstagung des Wissenschaftsrats

24.04.2013

Frankfurt a.M./Würzburg - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bund und Ländern vorgeschlagen, den Ausbau der Hochschulen in der Fläche und auf Dauer zu finanzieren. „Mit einem ‚Pakt für gute Arbeit in der Wissenschaft‘ sollten gezielt Anreize gesetzt werden, um die Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen zu stabilisieren“, erklärte das für Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller aus Anlass der Frühjahrssitzung des Wissenschaftsrats, die heute in Würzburg beginnt. Das Bund-Länder-Beratungsgremium beschäftigt sich mit der Zukunft der Finanzierung des Wissenschaftssystems nach dem Auslaufen der Exzellenzinitiative und des Hochschulpakts.

„Der vergangene Woche präsentierte Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs hat den Handlungsbedarf hinsichtlich der Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen deutlich gemacht: 90 Prozent aller wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind befristet beschäftigt, die meisten Zeitverträge laufen nicht einmal ein Jahr. Das Hire-and-Fire-Prinzip unterminiert die Kontinuität und damit Qualität von Lehre und Forschung“, stellte Keller fest. Er schlug vor, die 2017 auslaufende Exzellenzinitiative in einen „Pakt für gute Arbeit in der Wissenschaft“ umzuwandeln. Dieser solle gezielt Hochschulen fördern, die nach einem schlüssigen Personalentwicklungskonzept den Anteil der unbefristeten Beschäftigungsverhältnisse erhöhen und sich zu einer aktiven Gleichstellungspolitik und familienfreundlichen Gestaltung von Karrierewegen verpflichten.

„Die Einrichtungen erhielten so Anreize, qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine dauerhafte Perspektive in Hochschule und Forschung eröffnen“, sagte Keller. Diese würden benötigt, um immer mehr Studierende qualifiziert auszubilden, hob der GEW-Hochschulexperte hervor. „Die Prognosen der Kultusministerkonferenz bestätigen: Wir haben es nicht mit einem ‚Studierendenberg‘ zu tun, der schnell überwunden ist, sondern mit einem Hochplateau: Der Ausbau der Hochschulen muss fortgesetzt werden – im Interesse der jungen Generation und ihrer Zukunftschancen“, erklärte Keller. „Der Hochschulpakt muss erweitert und verstetigt werden, um neue Studienplätze zu schaffen.“